Von Konrad, Total US, Dalera, Mandy, Chakaria & Co. – Pferde und Pferdegeschichten 2021

Jahresrückblick-2021

Jahresrückblick 2021

Nicht nur in sportlicher Hinsicht war 2021 ein turbulentes Jahr für uns Pferdemenschen. Hier ein Rückblick auf das, was uns dieses Jahr beschäftigt, berührt, gefreut, traurig gemacht, verwundert und auch geärgert hat.

Januar

Keiner konnte es wie Konrad

Jacques Toffi

Mit stolzen 31 Jahren ist eines der erfolgreichsten deutschen Dressurponys gestorben: Konrad. (© Jacques Toffi)

Mitte Januar 2021 verstarb mit 31 Jahren ein kleiner Held: Dressurpony Konrad. Fünf Kinder hat er zu Europameistern gemacht. Zuletzt Sanneke Rothenberger. Bei der Familie Rothenberger genoss der hübsche Fuchs mit den klugen Augen seit 2008 auch seine Rente zusammen mit anderen ehemaligen Kollegen. Ein definitiv ganz besonderes Pony.

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Februar

Grand Prix-Debüt von Total US unter Edward Gal

Am 13. Februar fand im niederländischen Tolbert eine erste nationale Olympiasichtung statt. Bei der Gelegenheit gab Edward Gals neunjähriger Totilas-Sohn Total US sein Debüt auf Grand Prix-Niveau. Clip My Horse hat das Ganze gefilmt. Die Richter gaben für den Ritt mehr als 80 Prozent. Eine Bewertung, bei der sich Vertreter der klassischen Reiterei gefragt haben, ob die Notenskala in Tolbert vielleicht andersherum gelesen wurde. Karin Grand Prix-Reiterin und -Ausbilderin, Richterin bis Klasse S und stellvertretende Vorsitzende von Xenophon e.V. hatte den Ritt in St.GEORG 4/2021 analysiert:

Wenn ich mir das Video ansehe, bin ich traurig und entsetzt zugleich. Als Ausbilderin, Reiterin und Richterin weiß ich um die notwendige Demut gegenüber der Kreatur Pferd, die ich bei diesem Ritt deutlich vermisse. Wo bleibt der Takt? Weder in der Trabverstärkung noch in den Lektionen der höchsten Versammlung, in Piaffe und Passage, ist das Pferd im korrekten Zweitakt. Im Galopp ist ebenfalls kein klarer Drei-, sondern eher ein Viertakt zu erkennen. Und dafür gibt es über 80 Prozent?

Auch wenn ich nur das Video
beurteile, ist folgendes nicht wegzudiskutieren: Das Pferd ist während der gesamten Prüfung in deutlich zu enger Einstellung. Das Pferd soll sie suchen, der Reiter soll gestatten, das Pferd zieht ans Gebiss – so schreibt die Klassische Reitlehre die korrekte Anlehnung vor. Dies ist in keinem Moment der Prüfung zu erkennen. Das Pferd ist zirzensisch dressiert, benutzt die Beine ohne den Rücken zu gebrauchen, ein typischer Schenkel­gänger. Häufig zeigt das Pferd ungleiche Tritte.
Ich möchte die Problematik der in meinen Augen zu hohen Bewertung einmal aus Richtersicht erläutern: Die erste Grußaufstellung unruhig und nicht geschlossen, Anreiten stockend und Störung vor C. Trabverstärkung nicht ganz im Gleichmaß und ohne erkennbare Rahmenerweiterung. Das Pferd fußt hinten zuerst auf. Die Traversalen lassen den klaren Zweitakt vermissen. Das Rückwärtsrichten mit deutlicher Unruhe und Spannung. Passage und Piaffe
sind wieder nicht ganz im Gleichmaß, die Piaffe dabei mit nicht genügend Hankenbeugung und unzureichender Lastaufnahme. Das Pferd fußt hoch, aber nicht Richtung Schwerpunkt. Es ist sogar so, dass es sich mit dem Hinterbein nach oben abdrückt und dann erst das eigentlich diagonal fußende Vorderbein nachfolgt. In diesem Moment hat das Pferd eine Einbeinstütze auf der Vorhand!

Im starken Schritt kein losgelassenes Schreiten, das Pferd traut sich nicht, den Hals fallen zu lassen.

In der Galopptour springt das Pferd nicht durch den Körper, am deutlichsten wird dies in den Zick-Zack Traversalen, in denen das Pferd deutlich nickt und die Wechsel nicht korrekt durchspringt. Der Rücken ist fest.

Die Einer-Wechsel sind auch von hinten betrachtet nicht ­sicher durchgesprungen, nach den 15 Einer-Wechseln kommt es wiederholt zu einer Störung
(diesmal bei K). Auch die Pirouet­ten springt das Pferd nicht durch den Körper, sondern steigt quasi, weil das Pferd die Bewegung nicht durch den Körper zulässt und den Rücken festhält. Der Charakter des Galoppsprungs geht verloren.

Summa summarum ist diese Prüfung geprägt von ungleichen Momenten in allen drei Grundgangarten. Das Pferd hat eine überragende Grundqualität mit enormer Mechanik und eine t­olle Einstellung. Aber es präsentiert sich als Schenkelgänger, die Harmonie fehlt und das Pferd wirkt aufgrund mangelnder Gymnastizierung überfordert.

Wie kann es sein, dass dieser Ritt mit über 80 Prozent benotet wird? Das ist nicht das Ziel der Ausbildung eines Pferdes. Wie alle Mitglieder von Xenophon e.V. setze ich mich seit Jahren dafür ein, dass solche Bilder weniger werden. Mein und unser Ziel ist es, das Fluchttier Pferd zu einem zufriedenen, leistungsbereiten Reitpferd auszubilden. Dazu bedarf es der Gymnasti­zierung von A bis Z. Das ist unsere Aufgabe als Reiter und Ausbilder. Und wir Richter müssen dafür sorgen, dass falsches Reiten entsprechend benotet wird. Das ist hier nicht geschehen, und das macht mich traurig! Aber wir von Xenophon haben uns auf die Fahnen geschrieben, die klassische Reitkultur im Sinne des Pferdes zu bewahren. Und das werden wir auch weiterhin tun! Vielleicht mit Ihrer Unterstützung?

Karin Lührs

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März

Herpes – das Schreckgespenst geht um

Als am 21. Februar der spanische Pferdesportverband RFHE mitteilte, der CES Valencia müsse abgebrochen werden, weil sich „einige Pferde mit einem noch unbekannten Virus infiziert haben“ haben manche vielleicht schon geahnt, was sich in den kommenden Monaten abspielen würde. Kurz darauf dann die Gewissheit: Bei dem Virus handelt es sich um Herpes. Mehrere Pferde starben. Nicht nur in Valencia, auch auf anderen Plätzen. Pferde, die am CES Valencia teilgenommen hatten, trugen das Virus beinahe um die ganze Welt. Es herrschte Ausnahmezustand. Die ganze Entwicklung des Themas über die Zeit haben wir auf unseren Schwerpunktseiten zum Thema Herpes zusammengetragen.

April

Abschied von Rosi

Frieler

Dorothee Schneider auf Rock’n Rose – hier beim Mannheimer Maimarkt-Turnier. (© Frieler)

Ein tragisches Unglück erschütterte im April die Pferdewelt und im besonderen Maße das Leben von Dressurolympiasiegerin Dorothee Schneider. Bei der Siegerehrung eines nationalen Turniers in Pforzheim erlitt ihre Stute Rock ’n Rose einen Aortenabriss, brach zusammen und starb. Dorothee Schneider brach sich dabei das Schlüsselbein. Die Reitmeisterin schaffte es dennoch, rechtzeitig für die Olympiasichtungen wieder fit zu sein. Zumindest physisch. Innerlich hallte das Ergebnis noch lange nach, wie sie später im Podcast mit St.GEORG berichtete.

Mai

Landgestütsleiterin im Kreuzfeuer

Kemper, Frerichs

Landstallmeisterin Kristina Ankerhold, Landgestüt Warendorf (© Kemper, Frerichs)

Angehende Pferdewirtschaftsmeister besuchten einen Lehrgang in der Deutschen Reitschule in Warendorf, eigentlich eine Bastion der klassisch guten Reiterei, sollte man meinen. Doch diese angehenden Pferdewirtschaftsmeister wurden Zeugen so unreiterlicher Trainingsmethoden, dass sie diese filmten. Die Protagonisten waren keine Unbekannten. Im Gegenteil. Es handelte sich um die Leiterin des Landgestüts Warendorf und eine angestellte Bereiterin. Anzeigen gegen die Führungskraft gingen beim Veterinäramt, dem für das Warendorf zuständige Landwirtschaftsministerium NRW und der FN ein. Die Tierschutzwidrigkeit wurde später bestätigt. Die Landgestütsleiterin bat um Versetzung. Diese Woche wurde das Verfahren gegen eine Bußgeldzahlung eingestellt.

Juni

Quaterback abgetreten

Sorge/www.galoppfoto.de

Der König in seinem Reich: Quaterback v. Quaterman (© Sorge/www.galoppfoto.de)

Ein schwerer Schlag, nicht nur für das Haupt- und Landgestüt Neustadt/Dosse, sondern für die gesamte Pferdewelt: Im Juni starb der DSP Elitehengst Quaterback, Vertreter des berühmten Brandenburger P-Stammes und der Hengst, der die Dressurpferdezucht im Osten weltweit bekannt gemacht hat. Landgestütsleiter Dr. Henning Frevert sagte: „Wir sind geschockt und in tiefer Trauer um diesen besonderen Hengst. Unser Quaterback war nicht nur ein einmaliger Sportler und Vererber, sondern begeisterte unser ganzes Team jeden Tag mit seinem besonderen Charakter. Mit seiner einzigartigen Ausstrahlung zog er jeden in seinen Bann – egal ob bei großen Auftritten oder bei einem Besuch in seinem Stall.“

Juli/August/September

Ein einziges Highlight in diesen drei Monaten 2021 herauszupicken, ist unmöglich. Eines reihte sich an das nächste, die meisten davon sportlich. Schließlich war 2021 das Super-Sportjahr mit den nachgeholten Olympischen Spielen und drei Europameisterschaften. Es wurde Geschichte geschrieben.

Das gilt allerdings auch für Momente jenseits des Sports. Im Juli wurde der Westen Deutschlands von einem Hochwasser historischer Ausmaße heimgesucht. Auch viele Pferdebetriebe waren betroffen, zum Beispiel der der Familie Spoo-Symalla in Erftstadt/Blessem, wo sich gewissermaßen der Erdboden aufgetan und einen Teil des Stalls mit sich gerissen hat. Was sich in den Tagen Mitte Juli alles ereignet hat, haben wir in St.GEORG 9/2021 berichtet (was übrigens auch das „Olympia-Heft“ ist). Zum Teil sind die Menschen der betroffenen Regionen noch immer dabei, die Normalität wieder in ihr Leben zu holen.

Goldfieber auf dem Viereck in Tokio

FEI/Shannon Brinkman

Jessica von Bredow-Werndl und Dalera BB bei den Olympischen Spielen in Tokio. (© FEI/Shannon Brinkman)

Es hatte sich schon in den Vormonaten angedeutet, vor allem bei der Deutschen Meisterschaft in Balve: Das Paar, das anpeilt, auf dem obersten Treppchen der olympischen Dressur in Tokio zu stehen, sind Jessica von Bredow-Werndl und Dalera BB. Sie treten als Favoriten an und reisen mit zwei Goldmedaillen wieder ab. Erstaunlich? Nein! Das Ergebnis einer besonderen Partnerschaft. Wie besonders, haben wir hier zusammengetragen.

Zu den Ereignissen in Tokio:

Hier finden Sie die Meldung zur Mannschaftsentscheidung.

Und hier die zur Einzelentscheidung.

Ciao, Bella!

Tokio war außerdem der letzte Championatsauftritt von Isabell Werths Herzenspferd Bella Rose. Die beiden gewannen Silber in der Kür. Eigentlich sollte Bella dann beim CHIO Aachen feierlich in den Ruhestand verabschiedet werden. Doch eine schwere Kolik machte den Plan zunichte. Nun wird die schöne Belissimo M-Tochter im kommenden Jahr mit einer eigenen Gala in Aachen geehrt. Was sie so besonders macht, haben wir hier zusammengetragen.

Gold-Julia

FEI

Julia Krajewski und Amande de B’Néville im Cross von Tokio (© FEI)

Dass Julia nicht nur eine der besten Vielseitigkeitsreiterinnen Deutschlands ist, sondern der Welt, war vielen auch schon vor den Olympischen Spielen in Tokio klar. Doch hier hat die Wahl-Warendorferin es endlich allen beweisen können. Viele Nackenschläge musste sie bei Championaten einstecken. Und im März schien der Traum von Olympia ausgeträumt, als ihrem bislang besten Pferd, Samourai du Thot, ein Auge entfernt werden musste. Das Aus seiner sportlichen Karriere. Aber da war ja noch seine Boxennachbarin Amande de B’Néville. Die hatte noch keine Olympia-Qualifikation. Krajewski fuhr mit ihr nach Saumur zum CCI4*-L. Die Stute übertraf alle Erwartungen. Sie gewann das Event mit ihrem Dressurergebnis und war eines der wenigen Pferde innerhalb der erlaubten Zeit. Dann die Deutschen Meisterschaften in Luhmühlen – Bronze. Und dann die Nominierung für Tokio.

Hier klappte dann alles, wie am Schnürchen für das Paar. Die französische Stute mag kein geborenes Dressurpferd sein, aber sie ging gut. Und im Gelände spielte sie nur so mit dem Kurs in Sea Forest. Springen kann die Oscar des Fontaines-Tochter ohnehin. Und so kletterte Julia Krajewski am Ende aufs oberste olympische Treppchen – als erste Frau der Geschichte des Vielseitigkeitssports.

Hier finden Sie Bilder & Co. zu Julia Krajewskis Sieg bei den Olympischen Spielen in Tokio.

Und um ihr Jahr perfekt zu machen, bescherten ihre Schüler der Bundestrainerin der Junioren dann auch noch einen wahren Medaillenregen bei der EM im schwedischen Segersjö.

Pech für Jung

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Michael Jung (GER) und Chipmunk im olympischen Parcours von Tokio. (© www.sportfotos-lafrentz.de)

Für Julia Krajewski waren diese Olympischen Spiele schon deshalb besonders, weil sie zwei drittel der deutschen Mannschaftspferde ausgebildet hat – neben ihrer Mandy auch Michael Jungs Chipmunk. Für Michael Jung, den Deutschen Meister, hätte es das dritte Einzelgold in Folge werden können und wäre es wohl auch geworden, hätte Chipmunk unterwegs nicht an einem Tisch angeschlagen, der mit einem MIM-System ausgerüstet war. Der Wallach hatte das Hindernis sicher überwunden und war schon einen Galoppsprung weiter, als die Konstruktion zusammenkrachte. Das bedeutete elf Minuspunkte und das Aus für den Traum vom dritten Olympiatitel.

Man muss allerdings auch sagen, dass das MIM-System an genau diesem Hindernis bei anderen Paaren einen Sturz verhindert hat.

Eine Explosion im Parcours, Brillante Schweden, Diskussionen ums System

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Sie gehören definitiv zu den Favoriten im Rennen um die Medaillen und man hat das Gefühl, als könnten sie gar keinen Fehler machen. Ben Maher (GBR) und der großartige Explosion W überzeugten mit einer mühelos aussehenden Runde im Qualifikationsspringen und wurden schließlich Olympiasieger. (© www.sportfotos-lafrentz.de)

Die Springreiter waren die letzten Pferdesportler, die in Tokio um olympisches Edelmetall kämpften. Aufgrund des neuen Modus ging es zunächst um die Einzelmedaillen. Jeder Parcours war die Qualifikation für den nächsten – und doch zählten die erbrachten Leistungen dann in der nächsten Runde nicht mehr. Es ging jedes Mal von vorne los. Das, und vor allem die Tatsache, dass es nur noch drei Reiter pro Mannschaft waren und es somit kein Streichergebnis mehr gab, rief heftigen Protest vor allem bei den Reitern gegen den vom Weltreiterverband FEI gewünschten Modus hervor. Ein Thema, das zu Jahresende noch einmal hitzig diskutiert wurde, als es bei der FEI-Generalversammlung um das System der kommenden Olympischen Spiele ging. Doch dazu später.

In Tokio musste man sich mit dem neuen Modus arrangieren. Auf jeden Fall lässt sich sagen: Am Ende standen die richtigen vorn. Ben Mahers Explosion hat seine Ausnahmequalität schon so häufig demonstriert. Doch in Tokio übertraf der Chacco-Blue-Sohn sich selbst und ließ die schwierigen, sehr schwierigen Kurse von Parcourschef Santiago Varela quasi zusammenschrumpfen – Gold für Großbritannien.

Peder Fredricsons All In dürfte der einzige Pferd mit olympischen Medaillen sein, das in einem Offenstall lebt – einem mit olympischen Ringen am Bretterverschlag. Und nun ist er auch das einzige Pferd, das zweimal hintereinander eine olympische Einzelmedaille gewann. Nach Silber in Rio folgte auch Silber in Tokio. Und im Mannschaftsspringen wurde All In zum Held dieser Spiele.

Der Held der Niederländer heißt Maikel van der Vleuten. Er holte im Sattel von Beauville Z Einzelbronze und damit die einzige Medaille bei diesen Spielen für die Pferdenation Niederlande.

Mannschaftsentscheidung

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Ein Paar, das seine Routine voll ausspielen konnte und wohl gute Aussichten auf eine Medaille hat: der Schwede Peder Fredricson und sein 15-jähriger Wallach All In. (© www.sportfotos-lafrentz.de)

Während für die Deutschen das olympische Springturnier eher suboptimal lief, zeigten die Schweden von Runde eins an, wen es in diesem Jahr zu schlagen gilt. Die beiden Routiniers Peder Fredricson und All In ritten Seite an Seite mit Malin Baryard-Johnsson, deren Indiana auf den Punkt fit war, und Henrik von Eckermann, dessen Shooting Star King Edward alle verblüffte, als er Runde um Runde fehlerfrei sprang und sich nicht einen einzigen Abwurf während des gesamten Turniers leistete.

Doch das absolut überragende Pferd – zumindest im übertragenen Sinne, denn an Zentimeter gehört er eher zu den kleineren – war Peder Fredricsons All In. Die Entscheidung im olympischen Mannschaftsspringen fiel im Stechen gegen die USA. Deren Schlussreiter McLain Ward und sein DSP-Wallach Contagious hatten eine fehlerfreie Zeit hingelegt, die schwer zu schlagen war. Gold oder Silber, Sekt oder Selters, das hing nun einzig an Peder Fredricson und All In. Der kleine Braune kam mit seinem Ponytrab hereingetrippelt und dann ging es los. Es wurde ein Stechen für die Geschichtsbücher. Auf den letzten Oxer hätte All In auch noch einen Galoppsprung mehr machen können, er wäre wahrscheinlich immer noch passend abgesprungen. Aber den letzten sparte das Paar sich. Aus Jagdgalopp-ähnlichem Speed drückte All In ab und segelte fast eine Sekunde vor der Zeit der USA ins Ziel und direkt zu Gold. Was für ein Auftritt! Und wie tragisch, dass die beiden nicht von einem Publikum gefeiert werden konnten, das diese absolut außergewöhnliche Leistung zu würdigen wusste.

Schatten von Olympia

Der Sport in Tokio war großartig. Aber es gab auch andere Bilder. Etwa das verunglückte Vielseitigkeitspferd Jet Set von Robin Godel, Schweiz. Der Wallach landete im Wasser und kam stocklahm wieder heraus. Er hatte sich einen Bänderriss zugezogen, der nicht mehr reparabel war. Jet Set musste eingeschläfert werden. Ein absolut tragisches Unglück!

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Cian O’Connors Kilkenny blutete deutlich sichtbar aus der Nase. Er wurde nicht abgeklingelt. (© www.sportfotos-lafrentz.de)

Um die Welt gingen aber vor allem die Bilder aus dem olympischen Springparcours des Iren Cian O’Connor auf seinem Schimmel Kilkenny. Der brave Kerl sprang sich im Einzelfinale buchstäblich die Seele aus dem Leib und kam ohne Abwurf ins Ziel. Dafür aber mit blutverschmierter Brust und roten Nüstern. Unterwegs hatte er angefangen, aus der Nase zu bluten. Es gibt kein FEI-Reglement, das besagt, dass ein Pferd bei Nasenbluten abgeklingelt werden muss. Da dachte man noch, bei dem Thema würde im Rahmen der FEI-Generalversammlung am Jahresende nachgebessert – Fehlanzeige.

Und schließlich gab es noch die Causa Pentathlon, Moderner Fünfkampf. Diese urolympische Sportart ist Reitern schon lange ein Dorn im Auge, denn die einzigartige Partnerschaft, die es in den eigentlichen Pferdesportdisziplinen ermöglicht, dass Mensch und Tier Medaillen zusammen gewinnen, gibt es hier nicht. Hier werden recht ungeübte Reiter auf ihnen fremde Pferde gesetzt und sollen einen Parcours überwinden, der immerhin L-Niveau hat. Das Pferd ist hier ein Sportgerät, ähnlich wie die Laserpistole beim Laufen. Das widerspricht jeglichem Verständnis von Horsemanship, und was dabei herauskommt, konnte man in Tokio sehen: Eine überforderte, weinende deutsche Fünfkämpferin Annika Schleu auf einem verängstigten, verwirrten Pferd und eine Trainerin am Rande, die schrie: „Hau drauf!“ Schleu verlor Gold, ihre Trainerin ihren Job. Aber etwas Gutes hatte die Sache: Der Weltverband der Modernen Fünfkämpfer sucht nun einen Ersatz fürs Springreiten als fünfte Disziplin, der 2028 in Los Angeles zum Einsatz kommen soll. Obwohl es für diese Entscheidung harsche Kritik aus den eigenen Reihen gab, die die ursprüngliche Idee von Baron de Coubertin durch die Abschaffung der Pferde im Modernen Fünfkampf gefährdet sehen.

August 2021 – S wie Sandro Hit, S wie Stempelhengst

Caremans

Sandro Hit v. Sandro Song auf dem Weg zum Weltmeister-Titel der jungen Dressurpferde mit Ulf Möller 1999 in Arnheim. (© Caremans)

Während die Nachkommen in Tokio im Medaillen kämpften, ging in Mühlen das Leben eines großen Hengstes zu Ende. Mitte August starb im gesegneten Alter von 28 Jahren Stempelhengst Sandro Hit. Aufgrund einer Infektion musste er eingeschläfert werden. Die Tierärzte konnten nichts mehr für ihn tun.

Paul Schockemöhle mag tausende Pferde im Stall haben, aber eben nur einen Sandro Hit: „Sandro Hit lag mir besonders am Herzen. Er war etwas ganz Besonderes und der eigentliche Begründer meiner inzwischen so großen Hengststation.“

Siegerhengste, Bundeschampions, Olympiapferde – und das nicht nur in der Dressur. Sandro Hit hat auf seine eigene Art dafür gesorgt, dass er unsterblich bleibt. Ganze 191 gekörte Söhne verzeichnet die FN, und bei den diesjährigen Olympischen Spielen war Sandro Hit Hauptlieferant auf dem Viereck. Die Weltzuchtverbandsvereinigung WBFSH führt ihn als besten Dressurvererber der Welt in den Sire Rankings.

Aber Sandro Hit konnte eben nicht nur Dressur …

Pauline von Hardenberg

Sandro Hit-Brentano II, aus dieser Mischung (die „Poetin-Kombi“) macht ganz Deutschland ein Dressurpferd. Chris Burton, in Südengland ansässiger Australier, ist da weniger vorurteilsbehaftet. Er machte aus dem neunjährigen Hannoveraner Santano II ein Buschpferd und ritt ihn fehlerfrei durch das olympische Gelände von Rio de Janeiro 2016.  (© Pauline von Hardenberg)

EM der Springreiter mit Thiemes Heldenstück

Pauline von Hardenberg

Europameisterschaften Riesenbeck 2021: André Thieme, DSP Chakaria (© Pauline von Hardenberg)

Am ersten September-Wochenende trafen sich Europas beste Springreiter bei dem Kollegen, der von ihnen allen „am meisten bewundert wird“ (O-Ton Martin Fuchs), bei Ludger Beerbaum in Riesenbeck. Innerhalb weniger Monate haben Beerbaum und sein Team nicht nur den Turnierplatz top in Schuss gebracht, sondern den angrenzenden Bach umgeleitet, um dort eine Stallanlage mit knapp 300 festen Boxen zu errichten, die Pferden, Pflegern und Reitern allerbeste Bedingungen bot. Das allein sorgte schon für gute Stimmung. Hinzu kam perfektes Wetter und wunderbarer Sport – eine bessere Championatspremiere hätte das Team von Riesenbeck International sich nicht wünschen können.

Zumal es für Deutschland als Gastgebernation auch sportlich perfekt lief. Nach Silber mit der Mannschaft hinter den Schweizern und vor den Belgiern folgte die Sensation in der Einzelwertung: André Thieme und Chakaria sprangen zu Gold. Woraufhin Thieme feststellte, er liebe seine Stute genauso wie seine Frau. Die trug es mit Fassung.

Goldrausch in Hagen

Pauline von Hardenberg

Europameisterschaft Dressur Hagen 2021: Jessica von Bredow-Werndl und Dalera BB (© Pauline von Hardenberg)

Kurz vor den Europameisterschaften der Dressurreiter in Hagen schockierte eine Nachricht aus dem Stall Werth: Bella Rose musste wegen einer schweren Kolik operiert werden. Eigentlich hätte sie in Aachen feierlich aus dem Sport verabschiedet werden sollen, doch nun bangten Werth und Team um das Leben der Stute. Doch einmal Kämpferin, immer Kämpferin. Bella Rose überstand alles und Werth konnte sich wieder auf die EM mit Weihegold konzentrieren.

Neben diesen beiden ritten die Olympiasiegerinnen Jessica von Bredow-Werndl und Dalera, Dorothee Schneider mit Faustus statt Olympiapferd Showtime und Helen Langehanenberg auf Annabelle im Team. Sowohl für Faustus als auch für Annabelle war es der erste Championatseinsatz für Deutschland. Ein Ritterschlag. Das Team holte überlegen Gold. Jessica von Bredow-Werndl und Dalera krönten ihr Superjahr mit zwei weiteren Einzel-Titeln.

Abräumer in der U25-Tour

von Korff

Raphael Netz und Elastico bei der U25 EM in Hagen (© von Korff)

Nicht nur die Senioren, auch die U25-Reiter hatten in Hagen ihren großen Auftritt. Für sie ist die EM jedes Jahr das wichtigste Turnier. Und vielleicht noch nie hatte Deutschland ein so starkes Team wie dieses Jahr. EM-Titelverteidigerin Ann-Kathrin Lindner auf Sunfire war dabei, Raphael Netz und Elastico, die Deutschen Meister in der Kür, Ellen Richter und Vinay, sowie die Shooting Stars der Saison, Semmieke Rothenberger und Flanell. Nachdem die Niederländer zweimal an den Deutschen vorbeiziehen konnten, mussten sie sich diesmal mit Silber begnügen. Schlussreiterin Ann-Kathrin Lindner hätte theoretisch gar nicht mehr einreiten müssen, ihre drei Kollegen hatten das Gold bereits perfekt gemacht.

Hatte in der Mannschaftsaufgabe, der Intermédiaire II, noch Semmieke Rothenberger mit Flanell in der Einzelwertung die Nase vorn gehabt, zogen die da Zweitplatzierten, Raphael Netz und Elastico, im Rennen um die ersten Einzelmedaillen an ihnen vorbei. Im Kurz-Grand Prix tanzte der schöne KWPN-Hengst mit seinem Reiter von der Deutsche Bank Reitsport-Akademie zum Titel. In der Kür hatte dann wieder Rothenberger die Nase vorn und Netz gewann Silber. Alles in allem eine stattliche Ausbeute!

Britische Hegemonie in Avenches

www.sportfotos-lafrentz.de/Stefan Lafrentz

Nicola Wilson und Dublin JL im Cross von Avenches (© www.sportfotos-lafrentz.de/Stefan Lafrentz)

Das letzte Championat 2021 waren die Europameisterschaften der Vielseitigkeitsreiter in Avenches in der Schweiz. Ingrid Klimke hat die Chance, etwas Einmaliges zu schaffen: dreimal hintereinander Europameisterin zu werden und das auch noch mit ein- und demselben Pferd, ihrem Bobby bzw. Hale Bob, der sie 2017 in Strzegom und 2019 in Luhmühlen zum Titel getragen hatte. Doch diesmal sollte es nicht sein. An den Briten war kein Vorbeikommen. Sie gewannen Gold mit der Mannschaft und alle drei Medaillen in der Einzelwertung. Europameisterin wurde Nicola Wilson auf Dublin vor Piggy March mit Brookfield Innocent und Sarah Bullimore im Sattel von Corouet.

Für die deutsche Mannschaft, in der neben Ingrid Klimke und Hale Bob auch Michael Jung mit Nachwuchsstar Wild Wave, Andreas Dibowski auf Corrida und Anna Siemer im Sattel von Butts Avondale ritten, gab es Silber. Die Bronzemedaillen verloren die Franzosen im Abschlussspringen noch an Schweden.

Drama um Clooney

https://www.facebook.com/martin.fuchs92

Am 17. August in der Tierklinik Zürich: Clooney und Martin Fuchs (© https://www.facebook.com/martin.fuchs92)

Jenseits der sportlichen Ereignisse in den Sommermonaten des Jahres 2021 erschütterte eine Nachricht die Pferdewelt: Martin Fuchs‘ genialer Schimmel Clooney war in seinem Urlaub nach den Olympischen Spielen auf der Weide ausgerutscht und hatte sich bei der Aktion die Schulter gebrochen. Sein Leben hing am seidenen Faden. Aber es waren nicht zuletzt jene Eigenschaften, die Clooney schon im Sport zu einem Ausnahmepferd gemacht haben, die ihm schlussendlich das Leben gerettet haben: seine Intelligenz, sein Kampfgeist und seine Zähigkeit. Martin Fuchs und sein Team haben Clooney täglich in der Klinik besucht, wo das Ärzteteam einen fantastischen Job gemacht hat. Als Clooney entlassen werden konnte, war es wie ein kleines Wunder. Nun sieht der Schimmel, der seinem Reiter alle Träume erfüllt hat, selbst einem erfüllten Leben als Rentner entgegen. Happy End!

Oktober

Pauline von Hardenberg

Kunst-Schaum an der Oberlippe: Dressurpferd im WM-Viereck. (© Pauline von Hardenberg)

Das meiste Aufsehen im Oktober erregte die Meldung, dass die FEI nun eine Regel einführen will, die den Stewards die Möglichkeit gibt, gegen Dressurreiter vorzugehen, die mittels „Fake-Schaum“ versuchen, Anlehnungsprobleme zu kaschieren. Klingt merkwürdig? Ist es auch. Da wird eine zuckerige „Marshmellow-Paste“ ums Maul gestrichen, die fürs Pferd nicht nur angenehm süß ist, sondern den Richtern auch den Eindruck einer regen Maultätigkeit vermitteln soll. Doof war nur, dass der viele Schaum sich während des Reitens verabschiedet und lediglich klebrige Reste an der Lippe von seiner Existenz zeugen. Das Thema gibt es schon lange, erstmals von Eurodressage aufgegriffen. Doch bislang gab es für die Stewards keine Handhabe, wenn sie des Betrugs gewahr wurden. Nun sollen sie gelbe Karten verteilen können. Im Oktober war das Ganze allerdings erst ein Vorschlag, der dann aber bei der FEI-Generalversammlung auch abgesegnet wurde und seit 1. Januar 2022 gilt (siehe FEI-Reglement).

Olympiapferd im Juniorenlager

Einen Stall voll Superpferde hat die britische Juniorin Annabella Pidgley. Bei den U18-Europameisterschaften holte sie zweimal Silber im Sattel des Hannoveraners Sultan des Paluds, den sie übernommen hatte, als er mit der Niederländerin Kirsten Brouwer bereits Silber bei den Weltmeisterschaften der jungen Dressurpferde gewonnen hatte. Außerdem gehören ihr zwei Spitzenpferde, die in Ausbildung bei Cathrine Dufour sind: die Inter I-siegreiche Espe und der mittlerweile Grand Prix-erfolgreiche Vamos Amigos. Prominentester Neuzugang bei Pidgley, die übrigens mit Alexander Yde Helgstrand, dem Sohn von Andreas Helgstrand, liiert ist: Charlotte Dujardins Olympia- und EM-Medaillengewinner Gio.

Nie um eine Ausrede verlegen

Aufreger des Monats im Oktober war Springreiter André Schröder, der ja für die Ukraine im Sattel sitzt. Bei einem CSI1* in Samorin im Mai war bei der Gamaschenkontrolle durch den Steward aufgefallen, dass die Hinterhandgamaschen seines Pferdes Allegro mit spitzen Gegenständen versehen gewesen waren. Schröder hatte diverse Erklärungen dafür parat, unter anderem, dass er die Gamaschen auf dem Weg zum Abreiteplatz gefunden und deshalb verwendet hatte. Die FEI glaubte keiner der Erklärungen und verhängte eine einjährige Sperre gegen Schröder sowie 5000 Schweizer Franken Geldstrafe. Zusätzlich muss er die Prozesskosten in Höhe von 2000 Schweizer Franken tragen.

November

Hannoveraner Verband

Hannoveraner Körung 2021: 700.000 Euro für Prämienhengst v. Escamillo (© Hannoveraner Verband)

Die Körungen in Hannover, Oldenburg und Westfalen wurden von einem Buchstaben dominiert: E wie Escolar bzw. E wie dessen Sohn Escamillo. Auf allen großen Körplätzen und später auch in Mecklenburg sorgten die E-Junghengste für Aufsehen. Quasi im Alleingang hat Escolar dem einst so beliebten, aber dann irgendwie in Vergessenheit geratenen Blut des Ehrentusch zu einem Comeback verholfen.

Außerdem dominierten diese Themen im November: mal wieder ein Skandal an der Spanischen Hofreitschule, der dann doch keiner gewesen sein soll, und die Diskussion um den olympischen Modus im Springreiten.

Dezember

hippofoto.be/Leanjo de Koster

Levisto Z v. Leandro, Lanaken 2009, und Judy Ann Melchior (© hippofoto.be/Leanjo de Koster)

Ein in vielerlei Hinsicht besonderes Pferd ist im Dezember 2021 gestorben: Judy-Ann Melchiors Levisto Z. Würde man sich ein Traumpferd basteln können, wohl für sehr viele Menschen wäre Levisto Z die Schablone. Aber der Holsteiner Schimmel, der seine Karriere einst im Haupt- und Landgestüt Neustadt/Dosse begann, war viel mehr als nur hübsch, er war ein Sportler und als Zuchthengst erfolgreich. Sein Verlust wiegt schwer für das Gestüt Zangersheide!

Tebbel ohne Doni und Chacco’s Son

Pauline von Hardenberg

Chacco’s Son und Maurice Tebbel im Nationenpreis des CHIO Aachen 2017. (© Pauline von Hardenberg)

Kurz vor Weihnachten gab die Familie Tebbel bekannt, dass Sohn Maurice künftig ohne seine beiden besten Pferde auskommen muss. Der nun 15-jährige Westfalen-Hengst Chacco’s Son soll sich künftig auf die Zucht konzentrieren, Olympiapferd Don Diarado hat einen neuen Reiter. Der Rheinländer Hengst gehört ja der Familie Müter vom Elmgestüt Drei Eichen. Der dortige Bereiter Harm Lahde übernimmt nun die Zügel des Hengstes.

Rechtsentscheidungen

Darüber hinaus sorgten zwei Rechtsstreits für Aufsehen. Der eine wurde vor dem Landgericht Aachen geführt. Die Organisation PETA, People for the Ethical Treatment of Animals, hatte Edward Gal nach den Europameisterschaften 2015 in Aachen angezeigt, weil sein damaliges Championatspferd Undercover im Grand Prix Special im Maul geblutet hatte. Zudem hatten damals Fotos vom Abreiteplatz für Aufsehen gesorgt, auf denen Edward Gal Undercover in extrem enger Kopf-Hals-Einstellung arbeitet. Das Landgericht Aachen sprach Edward Gal von den Vorwürfen seitens PETA frei. Gal erwägt nun seinerseits, PETA zu verklagen.

Am vorletzten Tag des Jahres traf das Oberlandesgericht Schleswig-Holstein eine Entscheidung zu Ungunsten des Klosterhofs Medingen. Die Familie Wahler hatte ja 2017 den Siegerhengst der Trakehner Körung, Kaiser Milton, ersteigert, wollte ihn dann aber reklamieren, weil der Millennium-Sohn schon lahm bei ihnen ankam und zudem einen Herzfehler hatte. Tatsächlich starb Kaiser Milton im Juli dieses Jahres mit nur sechs Jahren. Doch obwohl der Hengst nicht gesund war, müssen die Wahlers den vollen Kaufpreis plus Auktionsgebühren etc. zahlen, rund 380.000 Euro. Laut dem OLG scheitert Wahlers Rücktritt vom Kauf daran, „dass der Beklagte keinen Mangel nachweisen konnte, der ihn zum Rücktritt berechtigt hätte. Im Zeitpunkt der Übergabe lahmte das Pferd nicht“. Hier finden Sie die vollständige Stellungnahme des Gerichts.