Wieder mehr Mitglieder in deutschen Reitvereinen

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(© Slawik)

Die deutschen Pferdesportvereine haben aufgrund der Corona-Pandemie in den vergangenen zwei Jahren Mitglieder eingebüßt. Nun steigen die Zahlen wieder, wie der Deutsche Olympische Sportbund meldet.

400 neue Vereinsmitglieder gehören nun der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) an. Insgesamt zählt die FN 664.920 Mitglieder. Damit gehört der Dachverband des organisierten Pferdesports hierzulande weiterhin zu den zehn mitgliederstärksten Verbänden des Deutschen Olympischen Sportbundes DOSB.

Als eine „positive Botschaft in schwierigen Zeiten“ bezeichnet FN-Generalsekretär Soenke Lauterbach die Erhebung der Mitgliederzahlen. „Die Corona-Pandemie hat starke Einschnitte für den Pferdesport bedeutet. Einen Mitgliederrückgang von mehr als 1,5 Prozent wie in 2020 haben wir zuletzt 2014 verzeichnet. Die Pandemie hat vor allem die Vereine hart getroffen. Umso schöner ist, dass der Negativ-Trend zunächst gestoppt zu sein scheint.“

Die meisten neuen Mitgliedern werden gezählt in den Reitvereinen Mecklenburg-Vorpommerns (+ 2,99%) und Thüringens (+ 2,92%).

Die meisten Vereinsmitglieder zählen nach wie vor die Pferdesportverbände Baden-Württemberg mit 97.094, Westfalen mit 95.890, Hannover mit 78.944 und das Rheinland mit 57.199 Reitern.

Energiekrise gefährdet Sportvereine

Michaela Röhrbein aus dem DOSB-Vorstand für den Bereich Sportentwicklung sagt, die aktuellen Zahlen „machen Mut“. Sie spricht dabei für alle Sportarten und findet es vor allem „enorm wertvoll“, dass die Zahlen vor allem bei den Jüngsten, den Kindern bis 6 Jahren, wieder steigen.

Gleichzeitig müssten die Sportvereine aber weiter gestärkt werden, damit der Trend anhält und „bestenfalls zunimmt“. Ein wichtiger Schritt sei da das vom Bundesministerium für Inneres (BMI) geförderte ReStart-Programm.

Das beste Programm helfe allerdings nicht, wenn die Menschen durch die Energiekrise im Winter vor verschlossenen Sportstätten und Schwimmbädern stünden. Dann werde der Trend sich schnell wieder umkehren. Ihr Fazit: „Der Sport und die Politik müssen deshalb alles dafür tun, die zusätzliche Belastung vor Ort an der Basis abzufangen und den Sport gut durch den Winter zu bringen.“

Liz Allmendinger