Zwei weitere Fälle von Infektiöser Anämie

Featurebild stall box quarantäne

Der Täter drang in der Nacht in einen Stall in Stadecken-Elsheim ein. (© www.toffi-images.de)

In den vergangenen Tagen wurde bei zwei weiteren Pferden in Deutschland die Ansteckende Blutarmut der Einhufer (Equine Infektiöse Anämie, EIA) diagnostiziert. Es handelt sich um ein Pferd in der Grafschaft Bentheim und jüngst eines aus einem Stall im Westen Hamburgs.

Das Veterinäramt des Landkreises Grafschaft Bentheim berichtet, dass es nach der offiziellen Meldung des EIA-Falles im Landkreis Verden Ermittlungen angestellt hat und dabei festgestellt hat, dass das betroffene Pferd zuvor auf einem Polo-Turnier in der Grafschaft Bentheim im Einsatz gewesen war. Daraufhin wurde der Kontaktbetrieb gesperrt und beprobt. Es stellte sich heraus, dass sich auch hier ein Pferd mit dem Virus angesteckt hatte. Mit Bestätigungsbefund vom 22. Juni wurde der Ausbruch der Equiner Infektiöser Anämie (EIA) amtlich festgestellt und nun amtlicherseits ein Sperrbezirk errichtet.

Weitere Betriebe, in denen Pferde stehen, die an besagtem Poloturnier teilgenommen haben, seien ebenfalls beprobt worden, heißt es weiter vom Veterinäramt.

Fall zwei in Hamburg

Auch bei dem nun vierten Fall innerhalb eines Monats geht es um ein Polopferd. Es stammt aus einem Stall im Westen Hamburgs. Am Sonntag, den 25. Juni wurde amtlicherseits ein Sperrbezirk rund um den Hof errichtet. Davon betroffen sind ca. 150 Pferde.

Von der zuständigen Hamburger Behörde heißt es:

„Von einem Ausbruch zu reden, dazu ist es noch zu früh. Es gibt in einem Polostall in Hamburg-Osdorf einen Ansteckungsverdacht. Unser Veterinär ist zurzeit vor Ort, um die Pferde dieser Stallung zu beproben. Diese Proben gehen dann an das Löffler-Institut (Friedrich-Löffler-Institut, FLI, Anm. d. Red.), auf der Insel Riems, zur Untersuchung. Mit einem Ergebnis wird zum Ende der Woche gerechnet.

Vorsorglich wurde für den betroffenen Betrieb, sowie für zwei weitere in unmittelbarer Umgebung, angeordnet, dass die Tiere im Stall zu verbleiben haben, aber zugleich auch eine Ausnahmegenehmigung, aus Gründen der tierschutzgerechten Haltung, erteilt, dass die Pferde, bei denen noch kein Ansteckungsverdacht besteht, auf die Weide dürfen.

Das betroffene Pferd nahm nicht am Berenberg Polo-Derby am vergangenen Wochenende teil; inwieweit andere Pferde aus dem betroffenen Betrieb dabei waren, wird ermittelt.“

Das angesprochene Berenberg Polo-Derby ist ein großes Polo-Turnier, das am vergangenen Wochenende in Hamburg stattfand.

Noch ein Polopferd?

Das mittlerweile eingeschläferte infizierte Pferd in Düsseldorf-Kalkum soll ebenfalls zu einem Poloclub gehört haben. In beiden Fällen ist das offiziell jedoch noch nicht bestätigt. Wir haben eine Anfrage an das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) gestellt, ob es Zusammenhänge zwischen den Fällen gibt, aber noch keine Rückmeldung erhalten. Wir aktualisieren diese Meldung, sobald es neue Erkenntnisse gibt.

Weitere Informationen zu der Ansteckenden Blutarmut der Einhufer finden Sie z.B. bei der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) oder dem Friedrich-Löffler-Institut.

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