Piaff-Förderpreis, Louisdor-Preis und Burg-Pokal 2021: die Ergebnisse der Einlaufprüfungen

KRONBERG – Schafhof Edition 2021

Isabel Freese und Total Hope gewannen die Einlaufprüfung für den Louisdor-Preis 2021. (© www.sportfotos-lafrentz.de)

Heute war der Tag der Einlaufprüfungen auf dem Gestüt Schafhof in Kronberg, wo dieses Wochenende die Finals der drei wichtigsten Serien des deutschen Dressursports stattfinden, Piaff-Förderpreis, Louisdor-Preis und Nürnberger Burg-Pokal. Nach dem ersten Tag lassen sich klare Favoriten ausmachen.

Das sind im Piaff-Förderpreis die Kür-Europameister Semmieke Rothenberger und ihre elfjährige KWPN-Stute Flanell. Im Frühjahr 2020 hatte die 22-jährige 16-fache Nachwuchseuropameisterin die Apache-Tochter unter den Sattel bekommen.

Flanell war damals bereits national Grand Prix-erfolgreich, nachdem sie unter ihrer Züchterin Veronique Roerink die Niederlande auch erfolgreich bei den Weltmeisterschaften der jungen Dressurpferde vertreten hatte. Sechsjährig wurde sie Siebte in Ermelo.

Semmieke Rothenberger konnte das Corona-Jahr 2020 nutzen, um mit der Stute zusammenzuwachsen. Dieses Jahr sind sie durchgestartet mit der Europameisterschaft in Hagen als bisherigem Highlight. Heute meldeten sie mit 74,907 Prozent Ansprüche auf den Sieg im Piaff-Förderpreis an. Ein Angaloppieren beim Antraben nach dem ersten Gruß und ein Freudenhüpfer in der Galopptour waren zwei Schrecksekunden. Ansonsten gelang ihnen schon eine recht sichere Vorstellung, wobei die Piaffen noch sehr im Vorwärts angelegt waren, vielleicht weil die Stute dazu neigt, die Hinterhufe dabei voreinander zu setzen, statt nebeneinander zu abzufußen. Da wären morgen im Finale auf jeden Fall noch ein paar Punkte mehr drin.

Auf Rang zwei folgten die Titelverteidiger und Gold-geschmückten EM-Mannschaftskollegen des Siegerpaars, die Deutsche Bank Reitsport-Akademistin Ann-Kathrin Lindner auf ihrem Württemberger Wallach Sunfire. Für den hochbeinigen eleganten San Amour-Sohn wurden es heute 73,419 Prozent.

Die beiden auf Rang eins und zwei waren heute die einzigen Paare, die die 70 Prozent-Marke knacken konnten. Über Rang drei freute sich an ihrem 23. Geburtstag Alina Schrader auf der Oldenburger Lord Loxley-Tochter Paola. Wie für das Siegerpaar ist es auch für Alina und Paola, die schon seit sieben Jahren ein Team sind, das erste Finale im Piaff-Förderpreis. Beim Auswahllehrgang im Februar waren sie das beste Paar. Heute wurden es 69,977 Prozent.

Vierte wurde in ihrem letzten U25-Jahr Anna Magdalena Scheßl auf ihrem erfahrenen Belissimo M-Sohn Biedermeier (68,698). Dahinter reihte sich der Deutsche Bank Reitsport-Akademist Raphael Netz ein, der allerdings nicht seinen EM-Einzelsieger und Kür-Zweiten von Hagen, Elastico, mit nach Kronberg genommen hatte, sondern den Hannoveraner Edward-Sohn Exclusive BB. Der geht seine erste Drei-Sterne-Saison und wurde heute mit 68,558 Prozent bedacht.

Louisdor-Preis

In der Halle, in der einst sein Vater zuhause war, schickt sich Total Hope unter seiner Ausbilderin Isabel Freese an, Deutschlands bestes Nachwuchs-Grand Prix-Pferd zu werden. Alle Richter sahen den Sohn von Totilas und Weihegold, der 2019 schon das Finale des Nürnberger Burg-Pokals gewonnen hatte, an der Spitze des Feldes. Sie bedachten ihn mit 75,419 Prozent, wobei der Rappe besonders in der Galopptour punktete.

Frederic Wandres hat eine stressige Woche. Mit seinem Kaderpferd Duke of Britain war er gestern am späten Abend noch in der Weltcup-Kür von London am Start gewesen und musste dann schnell nach Kronberg reisen, um hier heute Mittag den Hotline-Sohn Hot Hit vorstellen zu können. Das hat geklappt – und zwar mit Erfolg. In der Weltcup-Kür wurde es Rang drei, heute Platz zwei mit dem zehnjährigen Schimmel, dem die Richter in Summe 73,372 Prozent gaben. Allerdings waren sie sich nicht ganz einig, wo das Paar vom Hof Kasselmann einzusortieren sei. Chefrichterin Katrina Wüst sah sie an siebter Stelle, die beiden Seitenrichter bei E und B, Dr. Dietrich Plewa und Dr. Evi Eisenhardt, an zweiter Stelle und die Kollegen bei H und M, Elke Ebert und Henning Lehrmann jeweils auf Rang drei.

Dafür fanden Wüst, Lehrmann und auch Evi Eisenhardt, die hier zweimal auf dieselbe Punktzahl gekommen war, dass unsere Titelhelden in St.GEORG 1/21, Fabienne Müller-Lütkemeier mit ihrer Vitalis-Tochter Valencia As auf Rang zwei gehörten. Hier hatte Dr. Dietrich Plewa mehr Kritikpunkte – Rang sechs. Elke Ebert hatte die beiden auf dem vierten Platz. Schlussendlich wurden es 73,279 Prozent und damit der dritte Rang.

Direkt dahinter reihte sich Valencias Halbbruder und Boxennachbar ein, der ebenfalls zehnjährige und von Fabienne Müller-Lütkemeier selbst ausgebildete Valesco, der dieses Jahr ja ein fantastisches Debüt in Aachen hatte, wo er in der I-Tour Grand Prix und Special gewann. Heute wurde es der vierte Rang mit 72,744 Prozent.

Platz fünf holten die Zweitplatzierten von Hagen, Anabel Balkenhol und ihr Hohenstein-Sohn High Five mit 72,233 Prozent vor der Nachrückerin Feldrose unter Emma Kanerva (71,721) und Sisters Act mit Dorothee Schneider (71,279).

Nürnberger Burg-Pokal

Ebenso deutlich war der Sieg der dänischen Warmblutstute Straight Horse Ascenzione mit Helen Langehanenberg in der Einlaufprüfung für den Nürnberger Burg-Pokal. Die Zack-Don Schufro-Tochter ist ja eine Vollschwester zum dreifachen Dressurpferdeweltmeister Sezuan und hat wie dieser einen äußerst energischen und akzentuierten Bewegungsablauf. Allerdings ist sie ein echtes Püppchen und passt in dieser Hinsicht super zu ihrer zierlichen Reiterin. Das Paar erhielt 76,976 Prozent.

Frederic Wandres hatte heute ein Abo auf Rang zwei. Im Finale des Nürnberger Burg-Pokals stellt er den ehemaligen Hannoveraner Reitpferde-Bundeschampion Quizmaster vor, der heute mit 75,488 Prozent bedacht wurde. In Punkten waren das 1547,5 Zähler und damit genau zwei mehr als Helen Langehanenberg auf ihrer Stute Nummer zwei, der Hannoveraner Scolari-Tochter Schöne Scarlett, die mit ihren 75,390 Prozent das Feld lange angeführt hatte.

Ebenfalls mehr als 75 Prozent (75,024) gab es für Charlott-Maria Schürmann auf dem dänischen Attention-Sohn Absinth, Rang vier. Die restlichen Schleifen gingen in dieser Reihenfolge an Niklaas Feilzer auf Leo Löwenherz (73,122), Matthias Alexander Rath mit Thiago GS (72,854), Daniel Bachmann Andersen im Sattel des Holsteiner Hengstes Caracciola (72,195) und Bernadette Brune auf Feel Free (71,585).

Alle Ergebnisse finden Sie hier.