Redefin: Sandra Nuxoll reitet 80 Prozent im Grand Prix und demnächst für Deutschland

KRONBERG _ Int. Festhallen Reitturnier Schafhof Edition 2020

75,837 Prozent erzielten Bonheur de La Vie und Sandra Nuxoll in der Einlaufprüfung zum Louisdor-Preis-Finale 2020. (© ww.sportfotos-lafrentz.de)

Auf dem Dressurviereck in Redefin war heute kein Vorbeikommen an Sandra Nuxoll. Für ihren Heimatverband in Österreich dürfte Nuxolls Erfolg heute im Mecklenburger Landgestüt ein ziemlicher Schlag sein.

Spannend war aber vor allem auch das Geschehen auf dem Dressurviereck heute in Redefin. Erstmals seit ihrem Sieg im Finale des Louisdor-Preises waren Sandra Nuxoll und Bonheur de la Vie wieder auf einem Turnier im Einsatz. Und wie!

Als letztes Paar im Grand Prix, dem zweiten langen Grand Prix überhaupt für sie beide und dem dritten für die Reiterin, erzielten sie satte 80,1 Prozent bei den drei Richtern Bianca Simon-Schön, Cornelia Albrecht und Wolfgang Schierloh.

Sie punkteten nicht nur in den typischen Grand Prix-Lektionen, sondern vor allem auch dort, wo die Basis abgefragt wird, wie etwa das Rückwärtsrichten, wo sie von Bianca Simon-Schön mit einer 9 bedacht wurden. Doch auch in den doppelt zählenden Lektionen (Traversalen, Piaffen, starker und versammelter Schritt, Einerwechsel, Pirouetten) gab es mehrfach die 8 und für die letzte Piaffe sogar eine 9.

In den Fußnoten, die ja in einem nationalen Grand Prix wie in Redefin noch existieren, wurden Reinheit der Gänge, Schwung und frische mit Noten von 8 bis 9 bewertet. Ebenso sah es aus bei dem doppelt zählenden Bereich Harmonie, und Sitz und Einwirkung der Reiterin waren allen Juroren eine 9 wert.

Nuxoll nun für Deutschland

Das ist ein Ergebnis, mit dem die beiden sich auch international mehr als sehen lassen können. Bislang ritt Nuxoll noch für ihre Heimat Österreich. Sie lebt allerdings schon seit vielen Jahren in Deutschland und ist verheiratet mit Norbert Nuxoll, der als Springausbilder im Stall Schockemöhle tätig ist.

Nachdem der österreichische Verband für einen Start auf internationaler Ebene ein Grand Prix-Ergebnis von mindestens 66 Prozent bei einer Sichtung in Österreich als Voraussetzung für die internationale Startgenehmigung festgesetzt hat und sich weigerte, Nuxolls 70 Prozent-Plus-Ergebnisse aus Deutschland anzuerkennen, hat sie beschlossen, künftig für Deutschland in den Sattel zu steigen. Das berichtet Eurodressage.

Nuxoll hatte dieses Jahr die ersten internationalen Einsätze mit dem neunjährigen Bordeaux-Sohn Bonheur de La Vie und der zehnjährigen Hannoveraner Stute Hanami geplant. Aber ohne das Einverständnis ihres nationalen Verbandes ging das nicht.

So hat sie nun die Konsequenzen gezogen. Spätestens nach dem heutigen Tag muss man wohl sagen: ein Eigentor der Österreicher! Denn Sandra Nuxoll saß nicht nur im Sattel des Siegers, sondern stellte mit Hanami auch die Zweitplatzierte.

Mit 73,10 Prozent setzte die Dante Weltino-Tochter sich klar gegen Lena Waldmann und den Burg-Pokal-Dritten von 2019 durch, Cadeau Noir v. Christ (71,833).

Burg-Pokal-Auftakt an Quizmaster

Apropos Burg-Pokal – Redefin ist ja alljährlich auch Austragungsort einer Etappe der Nachwuchspferde-Serie. Den Auftakt, sozusagen die Qualifikation für die Qualifikation, sicherte sich Frederic Wandres im Sattel des einstigen Reitpferde-Bundeschampions Quizmaster v. Quasar de Charry. Der neunjährige Wallach hat ja bereits reichlich Erfahrung in der kleinen Tour, war im Frühjahr unter anderem in Wellington mehrfach erfolgreich. Heute gab es 74,244 Prozent und Rang eins von allen Richtern.

Zweiter wurde Holga Finken im Sattel des Oldenburger Hengstes Foreman MJ v. Foundation mit 71,488 Prozent. Dahinter landete Ronald Lüders auf Royal Rubiniro mit 70,659 Prozent vor Lukas Fischer auf der rheinischen Quotenkönig-Tochter Querida Mia (70,220) und Lena Waldmann mit dem einstigen Siegerhengst in Westfalen, D’Egalité v. Don Juan de Hus (69,634).

Bundeschampionatsquali

Den Auftakt heute morgen auf dem Redefiner Dressurviereck hatten die fünfjährigen Dressurpferde gemacht, für die es um eine Fahrkarte zum Bundeschampionat ging. In Warendorf wiedersehen kann man nun zum einen den Fürstenball-Sohn Fürst von Bayer, der in der Nähe von Redefin zur Welt kam, nämlich im Gestüt Lewitz. Frederic Wandres stellte den Oldenburger für eine 9,1 vor mit den Teilnoten: Trab und Schritt 9, Galopp 10, Durchlässigkeit 8,5, Gesamteindruck 9,0.

Die Pferde auf den Plätzen zwei und drei wurden beide von Lena Waldmann für das Gestüt Bonhomme vorgestellt, die sich in beiden Fällen über eine Ausbildungsnote 9 freuen kann. Eine 8,7 wurde es unter dem Strich für den Oldenburger Hengst Fidelity v. Fiderdance-Sandro Hit (Trab 9,5, Schritt 7,5, Galopp 8,5, Gesamteindruck 9). Der Wallach Daim v. DeLorean wurde mit einer 8,4 bedacht (Trab und Schritt 8,5, Galopp 7,5, Gesamteindruck 8,5).

Noch drei weitere Pferde erzielten die erforderliche Gesamtnote von 8,0, bzw. im Fall des Viertplatzierten war es eine 8,2. Die gab es für Tessa Frank und ihre große Nachwuchshoffnung aus dem Stall Helgstrand, den Bon Coeur-Sohn Barcelo, der seine Karriere mit dem Vornamen „Atterupgaards“ begann und nach seinem neuen Besitzer „Maxi Kraft’s Barcelo“ heißt. Seine Einzelnoten: Trab 9, Schritt 7,5, Galopp 8,5, Durchlässigkeit 7,5, Gesamteindruck 8,5.

Die beiden 8,0-Kandidaten sind Vitosko v. Vivaldi unter Dries van Dyck und die einstige Siegerstute von Brandenburg-Anhalt, Frl. Susi unter Züchter-Tochter Pia-Katharina Voigtländer.