­Championat von Leipzig 2020 für Ehning und Pret a Tout

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Marcus Ehning und Pret a tout, die Sieger im Championat von Leipzig 2020. (© www.toffi-images.de)

Sonst ist ja immer Christian Ahlmann der große Abräumer in Leipzig. Dieses Jahr übernimmt anscheinend Marcus Ehning, diese Rolle, dem heute gleich zwei Siege glückten.

„Zusammen waren wir wohl die Ältesten“, sagte Marcus Ehning nach seinem Siegesritt im Championat von Leipzig. 45 Jahre der Reiter, 17 Jahre Pret à Tout v. Hiram Chambertin-Stew Boy (SF) – da waren stattliche 62 Jahre im Parcours unterwegs, mit mehr Erfahrung als jedes andere der insgesamt acht Paare, die sich nach dem Umlauf für das Stechen qualifiziert hatten. Als erster Starter hat man nicht die besten Karten und nur die Chance, die anderen so unter Druck zu setzen, dass sie sich Fehler einhandeln oder der eigenen Zeit hinterherreiten. Mit einem eleganten, fließenden Ritt der Marke Lehrvideo gelang Ehning genau das, ohne Abwurf in 34,27 Sekunden.

„Mein Pferd ist zwar nicht mehr der Jüngste aber immer noch sehr grundschnell“, sagte er. „Man kann dann auch mal was riskieren. Von Sprung eins auf zwei hätte ich noch einen Galoppsprung weniger machen können, aber dann musste ich ihn nicht mehr aufnehmen, konnte ihn gehen lassen und immer den Schwung mitnehmen.“

Morgen im Weltcup-Springen setzt Ehning auf Comme il faut. Für das Finale in Las Vegas zieht er drei Pferde in Betracht, zwei weitere sollen bei den verbleibenden Qualifikationen noch Weltcup-Luft schnuppern.

Michael Jung mit Riesenerfolg vor Schweizer Youngster

Zweiter war, wie schon am Vortag, Michael Jung, diesmal auf dem 15-jährigen Württemberger Stolzenberg-Calido-Sohn Sportsmann. Auch sein Stechritt war eine Augenweide, wenn auch ein wenig langsamer als der von Ehning (0/35,16) . „Ich hätte hier und da eine noch bessere Linie finden können“, sagte der dreifache Vielseitigkeits-Olympiasieger selbstkritisch, „aber natürlich bin ich sehr zufrieden.“

Das war auch der 23-jährige Schweizer Bryan Balsiger mit seinem Auftritt bei seiner Leipzig-Premiere: Platz drei im Championat mit dem elfjährigen Belgier Jenkins Ter Doorn v. Numero Uno (0/35,23). Jung an Jahren kann Balsiger doch auf einige Erfahrung verweisen: Siebenmal vertrat er die Schweizer Farben bei Nachwuchs-Europameisterschaften, gewann 2017 Einzelgold. „Jetzt hoffe ich, dass es Step by Step so weiter geht.“ Der Zeitpunkt ist günstig, hinter Martin Fuchs und Steve Guerdat wird er bereits jetzt als dritter Mann für die Olympischen Spiele in Tokio im August gehandelt.

Noch zwei Reiter blieben im Stechen ohne Abwurf, Steve Guerdat auf Tum Play du Jouas, (35,62 Sekunden Vierter) der offenbar aus seinen vier Abwürfen am Vortag die richtigen Schlüsse gezogen hatte, und Maurice Tebbel auf dem WM-Hengst Don Diarado (37,52, Fünfter). Seine Schwester Justine auf Light Star verpasste, wie auch André Thieme auf Chakaria, das Stechen um einen Strafpunkt für Zeitüberschreitung im Umlauf, trotzdem gelang ihr damit eine hervorragende Leistung.

Youngster Tour

Für Marcus Ehning war das Championat von Leipzig nicht der erste Sieg des Tages. Am Vormittag gewann er auf dem Holsteiner Casall-Landos-Sohn Cupfer die zweite Qualifikation der Youngster Tour für siebenjährige Pferde (0/61,94 Sekunden) vor Max Haunhorst auf Conmiro Grande v. Veyron-Baloubet du Rouet (63,06) und Laura Hinkmann auf Candy Crush v. Comme il FautAlvarez (63,14).

„Man kann die beiden Pferde nicht vergleichen“, sagte Marcus Ehning auf seine beiden Tagessieger angesprochen. „Im Youngster Cup gucken die Pferde, man weiß noch nicht genau, wie sie reagieren, von daher ist das eigentlich viel spannender.“

Bei den Achtjährigen hieß der Sieger Hans-Dieter Dreher auf dem Hannoveraner Perideaux v. Perigeux-Balou du Rouet (0/59,26) vor Christan Ahlmann auf Mandato van de Neerheide v. Emerald-Pommes du Heup (BWP) (0/59,52) und Patrick Stühlmeyer auf dem Oldenburger Schimmelhengst Diaron v. Diarado-Come On, mit dem er zweimal das Bundeschampionat in Warendorf gewinnen konnte (60,59).

Morgen treten die besten sieben- und achtjährigen Youngster im Finale an.

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