„Against all Odds“-Geschichten zum Weltcup-Finale: Vom Traber zum Weltpferd und die Odyssee aus Südafrika

HirotaLife is Beautiful

Shino Hirota mit Life is Beautiful (© FEI)

Spätestens seit Halla wissen wir ja, dass Traber als Springpferde Weltklasse sein können. Ein weiteres Beispiel dafür ist der Schecke Life is Beautiful. Er wird beim Weltcup-Finale in Göteborg springen – ein Heimspiel für ihn.

Als vor 16 Jahren ein kleiner Braunschecke im schwedischen Göteborg das Licht der Welt erblickte, ahnte niemand, dass in diesem kleinen Hengstfohlen ein Weltklassepferd schlummert. Mehrere Jahre war er in Trabrennen teil. Nach seiner Sulky-Karriere wurde er nach Japan verkauft.

Hier entdeckte ihn der neuseeländische Springreiter Bruce Goodin, vierfacher Teilnehmer bei Olympischen Spielen. Er ahnte, dass da ein großes Talent wartet, seine zweite Karriere in Angriff zu nehmen und sagte seinem Geschäftspartner Ryomi Hirota, er möge den Schecken erwerben.

Der war zunächst wenig angetan. Er war selbst unter anderem bei den Olympischen Spielen in Sydney sowie bei drei Weltcup-Finals für Japan im Parcours unterwegs gewesen und probierte Life is Beautiful aus. Der tat nichts, um seinen potenziellen neuen Besitzer zu beeindrucken, sprang über die kleinsten Hindernisse mit Minimalaufwand. Aber: Je höher die Hindernisse, desto höher sprang Life is Beautiful auch. Ryomi Hirotas Frau Shino probierte ihn aus – eine Passerpaarung!

Zusammen waren sie bei fünf der sechs Weltcup-Qualifikationen für die Japan-Liga der FEI am Start, gewannen dreimal und waren zweimal Zweite. Sie führen das Ranking mit Weile an, und bereiten sich nun auf die Reise nach Göteborg vor. Und dann sind da ja noch die Olympischen Spiele 2020 in Tokio … Life is Beautiful – unter anderem, weil es so viele Überraschungen bereit hält, von denen man manchmal nicht zu träumen wagt. Dieses Pferd wird seinem Namen wohl in jeder Hinsicht gerecht!

Südafrikanische Odyssee

Toffi

Lisa Williams und Campbell

Odysseus‘ Heimreise nach Ithaka war wohl ähnlich aufregend wie die viermonatige Tortur, die Springreiterin Lisa Williams und ihr Pferd Campbell auf sich genommen haben, um bei den großen Turnieren der Welt dabei sein zu können. Nachdem sie 2017/2018 zum dritten Mal hintereinander bestes Paar der Weltcup Südafrika-Liga waren, beschloss Williams, ihr Pferd nach Europa zu bringen.

Aber wegen der afrikanischen Pferdepest sind die Einreisebestimmungen für Pferde aus Afrika besonders streng. Campbell musste zunächst in Kapstadt für 21 Tage in Quarantäne, dann noch mal für 90 Tage auf Mauritius. Hier wurde „Dennis“ schwer krank. Das heiß-feuchte Klima setzte ihm zu. Aber schließlich kamen er und seine Reiterin im März 2018 in Belgien an. Seitdem sind sie regelmäßige Gäste bei den Turnieren Europas, waren bei den Weltreiterspielen 2018 in Tryon am Start und sehen nun ihrem ersten Weltcup-Finale entgegen.

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