Amsterdam: Niederländischer Doppelsieg im Weltcup, Ehning Fünfter mit Calanda

1 MB Marc Houtzager

Die fliegende Dante sicherte Marc Houtzager den Sieg in der Weltcup-Etappe von Amsterdam 2020. (© FEI/DigiShots)

Ein echtes Superwochenende hatte Marcus Ehning in Amsterdam! Auch wenn Niederländer und Belgier die ersten vier Plätze im Weltcup-Springen unter sich ausgemacht haben.

Hoch spannend war das neunköpfige Stechen um die Weltcup-Etappe von Amsterdam! Die Nase vorn hatten am Ende die Niederländer. Der Sieg ging an Marc Houtzager im Sattel der zwölfjährigen KWPN-Stute Sterrehof’s Dante v. Canturano. Die beiden waren vorletztes Paar und man hatte den Eindruck, Dante seien Flügel gewachsen, als sie über den Stechparcours flog.

Ein überwältigter Marc Houtzager gab später zu: „Noch nie in meinem Leben bin ich so ein schnelles Stechen auf diesem Niveau geritten! Die Stute war heute fantastisch!“

Das Nachsehen hatte Harrie Smolders auf dem Holsteiner Monaco v. Cassini II, der als dritter Starter im Stechen mit 35,03 Sekunden eine Zeit vorgelegt hatte, von der niemand dachte, dass sie zu schlagen sein würde. Aber dann kamen Houtzager und seine Stute und nahmen Smolders noch einmal fast eine ganze Sekunde ab.

Die Plätze drei und vier gingen nach Belgien dank Pieter Clemens auf dem OS-Wallach Quintini (v. Quintender) und Niels Bruynseels mit seiner 14-jährigen Superstute Gancia de Muze v. Malito de Reve.

Dahinter verbuchte Marcus Ehnings zwölfjährige Hannoveraner Stute Calanda einen der größten Erfolge ihrer bisherigen Karriere: Platz fünf mit zwei fehlerfreien Runden. Und das war nicht die einzige Schleife für Deutschland.

Daniel Deußer und Jasmien vd Bisschop lieferten die schnellste Vier-Fehler-Runde im Stechen, Platz acht. Philipp Weishaupt und sein Contagio-Sohn Coby waren zweitschnellstes Vier-Fehler-Paar im Normalparcours und belegten Rang elf.

Marcus Brinkmann und sein nun 13-jähriger Diamant de Semilly-Sohn Dylon, Weltcup-Finalisten 2017, hatten ebenfalls einen Abwurf in Runde eins, waren aber nicht schnell genug für die Platzierung.

Marc Houtzager resümierte später: „Manchmal läuft es wie geplant im Stechen und manchmal nicht, aber heute war mein Tag!“ Dass er das vor allem seiner Stute zu verdanken hat, ist ihm bewusst. Seine Frau, die für Österreich international erfolgreiche Julia Houtzager-Kayser hatte die Stute auf Zwei-Sterne-Niveau vorgestellt, ehe er sie vor einem Jahr übernahm. „Den Schritt auf Fünf-Sterne-Niveau hat sie völlig problemlos gemacht. Wir haben es langsam angehen lassen, aber ich wusste, dass heute der Tag ist, an dem ich etwas mit ihr riskieren kann. Sie ist so schnell, sogar in der Luft. Sie geht immer nach vorne und galoppiert so schnell.“

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Weltcup-Gesamtwertung

Amsterdam war die zwölfte von 14 Weltcup-Etappen der Westeuropa-Liga vor dem Finale in Las Vegas vom 15. bis 19. April. Die besten 18 Reiter der stärksten FEI-Liga qualifizieren sich für die inoffizielle Hallenweltmeisterschaft in der Spieler-Metropole.

Nach Amsterdam hat Marcus Ehning sein Ticket sicher in der Tasche. Er liegt nun auf Rang zwei hinter Steve Guerdat (SUI). Daniel Deußer kann als Zehnter auch schon mal die Koffer packen. Christian Ahlmann ist als 15. nach heutigem Stand auch dabei.

Dem Stall Beerbaum fehlen hingegen noch ein paar Punkte. Philipp Weishaupt ist aktuell 20., Christian Kukuk 22. Sie haben nun noch in Bordeaux und Göteborg die Chance, sich einen Startplatz in Las Vegas zu sichern.

Allerdings hat beispielsweise Harrie Smolders schon gesagt, dass er das Weltcup-Finale dieses Jahr auslassen wird, obwohl er nach seinem heutigen Sieg auf Rang acht liegt. Er will sich mit Dante und Calimero auf die Olympischen Spiele konzentrieren. Ein Startplatz der besten 18 wird also schon mal frei.

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