Belgien siegt im Nationenpreisfinale von Barcelona, Deutschland gewinnt Trostrunde

Longines FEI Jumping Nations Cup Final equestrain event in Barcelona

Team Belgien mit Chef d'Equipe Peter Weinberg (© FEI/Jim Hollander)

Das Nationenpreisfinale 2018 geht an die Mannschaft aus Belgien. Die deutschen Springreiter hatten sich nicht für die Entscheidungsrunde qualifiziert. Dafür trösteten sich sich im „Kleinen Finale“.

Belgien hat zum zweiten Mal nach 2015 das FEI-Nationenpreisfinale in Barcelona gewonnen. Acht Teams hatten sich für die entscheidende Runde qualifiziert. Deutschland zählte nicht dazu. Haarscharf war es der Equipe um Marcus Ehning nicht gelungen, um das Finale antreten zu können. Im vom Spanier Santiago Varela gebauten Parcours ging es für alle Teams wieder bei null los. Bis zum Ende blieb es spannend. Das lag auch an der siegreichen Mannschaft aus Belgien. Die von Peter Weinberg betreute Equipe begann mit einer Nullrunde von Niels Bruynseels und Gancia de Muze. Doch dann kamen Pieter Devos  mit Claire Z und Jos Verlooy mit Caracas, die beide gleich drei Abwürfe kassierten. Schlussreiter Nicola Philippaerts blieb cool und steuerte Harley fehlerfrei über den Kurs.

Wir nennen uns selbst das „Gib-niemals-auf-Team“, weil wir in der Mitte die beiden 12-Fehlerritte hatten und bis zum letzten Reiter gekämpft haben.

Peter Weinberg (Chef d’Equipe, Team Belgium)

Lange sahen die Italiener wie die Sieger aus. Ihr letzter Starter, Lorenzo de Luca hätte mit Ensor de Litrange ohne Fehler bleiben müssen, dann wäre das Team mit acht Fehlern als Sieger gefeiert worden. Doch auf der letzten Linie erwischte es den WM-Finalisten gleich zweimal. 16 Fehler in der Endabrechnung, fehlergleich mit den Iren und den Franzosen. Weil die Italiener in der Addition der Zeit aber langsamer als diese beiden Teams waren, hieß es dann „nur“ Platz vier. Fünfte wurden die NIederländer, ebenfalls mit 16 Strafpunkten, aber noch langsamer. Schweden und Österreich blieben mit fünf Abwürfen die Plätze sechs und sieben. 32 Strafpunkte bedeuteten für die Schweiz Platz acht.

Parcourschef Varela wird auch die olympischen Kurse in Tokio 2020 bauen. Einen Vorgeschmack auf das, was kommen könnte, hat der Spanier an diesem Wochenende bereits gezeigt. Zum Schluss des Parcours hatte er eine Halbdistanz eingebaut. Die Reiter mussten sich für fünf große oder sechs kurze Galoppsprünge entscheiden. Nicola Philippaerts sagte, seinen Teamkameraden hätten ihm mit auf den Weg gegeben, dass noch alles drin sei. ”Ich habe dann einfach versucht, für mich eine gute Runde zu reiten. Heute ist mir das gelungen, morgen gelingt das einem anderen.“ Versüßt wurde die Runde durch den Bonus von 100.000 Euro, der für alle Reiter ausgelobt war, die zwei Nullfehlerrunden reiten konnten. So kamen neben Philippaerts noch Niels Bruynseels, der Schwede Peder Fredricson und der aufstrebende Iatliener Riccardo Pisani in den Genuss von 25.000 Euro Extra-Spritgeld.

Deutscher Sieg in Trostrunde bei Nationenpreisfinale

Als Nachrücker waren die deutschen Springreiter nach Barcelona gereist, Bruchteile von Sekunden hatten den Start im großen Finale vereitelt. Aber der Abschluss war versöhnlich. Die deutsche Springreiter-Equipe hat den sogenannten Challenge Cup für sich entschieden. Damit waren die vier Reiter, Marcus Ehning, Hans-Dieter Dreher, Maurice Tebbel und Philipp Weishaupt der Devise des Bundestrainers gefolgt: „Das Beste draus machen“ –  hatte Otto Becker am Freitagabend gefordert. Entsprechend zufrieden war Becker nach dem Erfolg seines Team am Samstagabend in der katalonischen Metropole. „Das war ein versöhnlicher Abschluss. Wir haben gestern schon vier gute Runden gesehen und waren am Ende unglücklich nicht unter den besten acht Teams. Heute haben alle noch einmal gekämpft. Das ist ein schöner Abschluss der Nationenpreis-Saison.“

Philipp Weishaupt hatte mit Asathir gut vorgelegt. Auf seine fehlerfreie Runde folgte das Streichergebnis, Hans-Dieter Dreher und Berlinda, in der ersten Runde des „großen“ Finales noch ohne Fehler, hatten zwei Abwürfe und Zeitstrafpunkt. Nach einem Fehler an der Mauer und ebenfalls zu langsamer Runde von Maurice Tebbel und Chaccos‘ Son lag Deutschland noch in Führung. Die Teams aus Spanien und den USA lagen aber in Reichweite. Spaniens Schlussreiter Manuel Fernando Saro zog nach mehreren Fehlern den Hut. Spanien wurde Vierter. Marcus Ehning lieferte noch vor dem letzten US-amerikanischen Paar eine Nullfehlerrunde. Der deutsche Sieg war perfekt! Mit Comme il faut hatte er die Joker-Situation genutzt. Die USA wurden Zweite vor den Brasilianern.

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