Belgischer Verband regelt Nachfolge für Philippe Le Jeune

Symbolbild (© Toffi)

Vor kurzem gab der belgische Ex-Weltmeister Philippe Le Jeune bekannt, dass er seinen Trainerposten beim belgischen Verband niederlegt, um künftig ausschließlich für das marokkanische Königshaus und den Springreiter Abdelkebir Ouaddar tätig zu werden. Nun steht seine Nachfolgerin fest.

Philippe Le Jeune war als Equipechef der belgischen Springreiter an der Seite von Nationaltrainer Peter Weinberg tätig und für den Drei-Sterne-Bereich zuständig, bis er den Posten in Marokko angeboten bekam. In seine Fußstapfen tritt nun Fabienne Daigneux-Lange (56). Sie gilt als Spezialistin als Ausbilderin junger Pferde und hat unter anderem die heute 15-jährige Venue D’Fee des Hazalles ausgebildet, die mit Eve Jobs erfolgreich auf Fünf-Sterne-Niveau im Einsatz ist.

Stud for Life zitiert Fabienne Daigneux-Lange: „Als Philippe sich entschieden hat aufzuhören, hatte man sofort Kontakt zu mir aufgenommen, aber ich war in Oliva auf dem Turnier. Wir haben uns schließlich per Videokonferenz getroffen. Es wurden einige Kandidaten interviewt, aber am Ende haben sie mich ausgesucht.“

Sie habe sich nur gewünscht, mit der Unterstützung von Peter Weinberg zu arbeiten. Der Verband habe aber sowieso niemanden haben wollen, der nicht mit ihm zusammen hätte arbeiten wollen. „Ich war sehr glücklich, dass Peter Weinberg selbst schon sehr früh an mich gedacht hatte.“

Sie selbst habe immer davon geträumt, eines Tages Equipechefin zu werden. „Aber ich dachte eigentlich eher an eine junge Mannschaft, vielleicht in einigen Jahren.“ Das sei der einzige Grund gewesen, weshalb sie gezögert habe. „Aber man muss Gelegenheiten beim Schopf packen.“

„Seit dem Verkauf von Venue d’Fee des Hazalles habe ich mich voll auf die Ausbildung junger Pferde konzentriert. Das war immer mein Job. Ich ich weiß, den mache ich gut. Aber jetzt als Trainerin wird das eine völlig neue Herausforderung, die mich sehr motiviert.“

Sie wird ihren Dienst antreten, sobald die Corona-bedingte Turnierpause beendet ist. Dafür wolle sie bereit sein. „Ich habe schon 61 Reiter angerufen und sie gebeten, mir ihre letzten drei bis vier Videos mit zwei, drei ihrer besten Pferde zu schicken. Ich glaube, ich habe mir heute 50 Videos angeschaut. Mein Problem wird es ganz sicher nicht sein, gute Reiter zu finden. Wir haben eine Reihe außergewöhnlicher Nachwuchsreiter, die auf dem Weg nach oben sind. Mein Ziel ist es, guten Reitern zu ermöglichen, eines Tages den Platz der A-Kaderreiter auf Fünf-Sterne-Niveau einzunehmen.“


Wer mehr über Philippe Le Jeune erfahren will, der nun als Trainer für Marokko im Einsatz ist – in St.GEORG 4/2019 (Die Ausgabe kann hier bestellt werden) haben wir diesen ganz außergewöhnlichen Pferdemann zuhause besucht und erlebt: Spitzensport und Horsemanship sind Dinge, die hier Hand in Hand gehen.