Braunschweig: Gilles Dunon gewinnt Großen Preis

Gilles Dunon und Fou de Toi vd Keihoeve

Gilles Dunon und Fou de Toi vd Keihoeve, Sieger im Großen Preis von Braunschweig 2018 (© Große Feldhaus)

Ihn hatte niemand so richtig auf dem Zettel für den Sieg im Großen Preis von Braunschweig: Gilles Dunon. Und er selbst sich wohl auch nicht, so sehr wie ihn sein heutiger Erfolg berührt hat. Ein ganz besonderer sei das, erklärte er anschließend.

13 Paare nahmen am zweiten Umlauf teil. Gilles Dunons 13-jähriger BWP-Hengst Fou de Toi vd Keihoeve ließ nichts anbrennen. Fehlerfrei kam er nach 35,36 Sekunden ins Ziel.

Platz zwei ging an das Paar, das gestern nachmittag bereits das Championat hatte gewinnen können: Robert Vos und Carat. Der Niederländer und sein 18-jähriger schwedischer Cardento-Sohn erreichten das Ziel nach 36,13 Sekunden.

Dritter und damit bester Deutscher war Rolf Moormann im Sattel seiner elfjährigen Hannoveraner Stolzenberg-Stute Samba de Janeiro (0/36,54).

Freudentränen beim Sieger

Allein viermal fiel im Interview nach seinem Sieg das Wort „fantastisch“ in Gilles Dunons Antworten. „Es“ war fantastisch. In Braunschweig reiten zu dürfen und dann auch noch zu gewinnen sei fantastisch. Das Publikum sei fantastisch. Und dass er dann auch noch einen nagelneuen VW Tiguan im Wert von 43.500 Euro mit nach Hause nehmen darf, das sei natürlich auch fantastisch. „Für mich ist das ein sehr emotionaler Sieg“, erklärte der Dunon und berichtete: „Mein Pferd war eineinhalb Jahre verletzt und es hat keiner mehr an ihn geglaubt. Jetzt ist er zwei Monate wieder im Sport – es ist unfassbar. Ich kenne ihn so lange, er ist mein bester Freund!“

HGW-Bundesnachwuchschampionat

Ein weiteres Highlight der Löwen Classics ist alljährlich das HGW-Bundesnachwuchschampionat, benannt nach seinem Erfinder Hans Günter Winkler. Der erfolgreichste Springreiter aller Zeiten, inzwischen 91 Jahre alt, hatte es sich auch in diesem Jahr nicht nehmen lassen, persönlich nach Braunschweig zu kommen, um den vier Finalisten zu gratulieren.

229 U19-Reiter hatten sich in dieser Saison bei sechs Sichtungsturnieren um die 60 Plätze für die beiden Auswahl-Lehrgänge in Warendorf beworben. 25 dieser 60 erhielten einen Startplatz für das Finale bei den LöwenClassics. Diese 25 mussten sich im Stilspringen der Klasse M beweisen, für die besten Vier ging es ins Finale mit Pferdewechsel.

Das war zum einen Natalia Stecher (16) mit ihrem Pferd Coulyn v. Cormint. Auf ihm hatte sie eine 9,1 erhalten. Als Fremdpferd wurde ihr Caboto von Kollegin Britt Roth zugeteilt. Die beiden kamen bestens miteinander klar, wie die Wertnote 9,7 verdeutlicht. Und die lobenden Worte von Richter Joachim Geilfus: „Natalia hat das super gelöst. Sie hat immer im richtigen Moment immer richtig reagiert und das mit ganz viel Gefühl.“ 18,8 Punkte waren ein uneinholbares Ergebnis für die Konkurrenz.

Aber Britt Roth, die Stammreiterin von Caboto, konnte sich über die Worte der Siegerin Natalia Stecher über ihren Zweibrücker Cody I-Sohn freuen, die ebenso an ihn, wie an sie gerichtet waren: „Er war unglaublich gut zu reiten, sehr vorsichtig. Ein riesiges Dankeschön, dass es Reiter gibt, die ihre Pferde so gut ausbilden.“ Britt selbst wurde Dritte mit 17,5 Punkten.

Dazwischen schob sich Jannes Göhlfennen auf dem erst achtjährigen Westfalen Christiano Ronaldo B v. Cristallo mit insgesamt 18,1 Punkten. Der vierte im Bunde der Finalisten war Michael Brosswitz auf Chain v. Chin Champ. Er kam auf 15,9 Zähler.

LöwenClassics-Award erstmals an eine Stiftung

Gefördert wird das HGW-Bundesnachwuchschampionat der Springreiter von der Horst-Gebers-Stiftung. Für ihr großes Engagement insbesondere in der Jugendförderung erhielt die Stiftung dieses Jahr auch selbst einen Preis: Den LöwenClassics-Award. Mit Hilfe der LöwenClassics, vertreten durch den Geschäftsführer Axel Milkau, wurden landes- und bundesweite Förderkonzepte entwickelt, um genau dieses Ziel zu verfolgen. Auch das HGW-Bundesnachwuchschampionat, das alljährlich bei den LöwenClassics ausgetragen wird und eine der traditionsreichsten FN-Ausbildungsserien ist, wird durch die Horst-Gebers-Stiftung finanziert. Die Horst-Gebers-Stiftung wurde 2011 von Renate Gebers zum Andenken an ihren verstorbenen Mann, den gebürtigen Braunschweiger und passionierten Reiter, Horst Gebers, gegründet.

 

 

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