Cannabis: drei arabische Top-Springreiter für zwei Jahre gesperrt

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Sheik Ali al Thani und Bassem Mohammed (© Pauline von Hardenberg)

Die Shisha war’s… Drei Springreiter aus Arabien sind wegen Verstoßes gegen die Anti-Dopingregeln vom Weltreiterverband (FEI) für zwei Jahre gesperrt worden. Bei Dopingproben wurde ein Abbauprodukt von Cannabis bei ihnen nachgewiesen. Für einen sind damit die Ergebnisse der Olympischen Spiele von Tokio nichts als Schall und Rauch.

Bewusst hätten sie kein Cannabis zu sich genommen, aber es bestünde die Möglichkeit, dass sie in der Shisha-Bar ihres Hotels mit dem Stoff in Berührung gekommen seien. Mit dieser Argumentation haben die drei Springreiter Sheik Ali al Thani und Bassem Mohammed (QAT) sowie Mohammed Talaat (EGY) sich bei der Anhörung vor dem FEI Tribunal zu verteidigen versucht.

Cannabis – „dachte an eine Lebensmittelvergiftung“

Bei allen Reitern war anlässlich zwei verschiedener Turniere in Rabat in Marokko 2019 in den Dopingproben der Stoff Carboxy-THC – wissenschaftlich 11-Nor-9-carboxy-Δ9-tetrahydrocannabinol – nachgewiesen. Der Metabolit ist das häufigste Abbauprodukt im Körper nach dem Konsum von Cannabis. Damit haben die drei Reiter aus Qatar und Ägypten gegen die Anti-Doping-Regeln für Sportler (ADRHA) verstoßen.

Der Ägypter Mohammed Talaat hatte zu seiner Verteidigung angegeben, dass ihm nach dem Genuss einer Shisha in der Hotelbar die ganze Nacht schlecht gewesen war und dass er eine mögliche Lebensmittelvergiftung für sein Unwohlsein verantwortlich gemacht hatte. Am nächsten Tag habe er das Hotel gewechselt. Er wurde, wie auch die beiden Qataris, rückwirkend ab dem 17. Juni 2021 für zwei Jahre gesperrt. Für ihn bedeutet das, dass sowohl die Ergebnisse der Global Champions Tour Etappe von Paris als auch seine Resultate bei den Olympischen Spielen in Tokio gestrichen werden. Dadurch ist auch das ägyptische Team nun nicht mehr in der Rangierung des Teamwettbewerbs dabei.

Sheik Ali al Thani erhielt dieselbe Strafe. Er ist allerdings seit dem besagten Turnier, das Olympia-Qualifikationsturnier in Rabatt Oktober 2019, nicht mehr international am Start gewesen. Anders sein Landsmann Bassem Mohammed, der seit Juni 2021 in mehr als 50 internationalen Springen am Start war. Schon nach Bekanntwerden des Cannabis-Fundes hatten die Reiter ihre Unschuld beteuert. Sheik al Thanis juristische Vertretung hatte darauf verwiesen, dass der Reiter aus dem Herrscherhaus des Golfemirats ausdrücklich um reinen Tabak in seiner Shisha gebeten hätte. Außerdem wäre es „schlicht und einfach dumm“ gewesen, angesichts der Anforderungen im sportlichen Wettkampf Cannabis zu sich zu nehmen.

Die Ermittlungen hatten sich hingezogen. Unter anderem hatten die Organisatoren der Turniere lange gebraucht, um die A- und B-Proben untersuchen zu lassen. Neben der zweijährigen Turniersperre wurden alle Reiter zu Geldstrafen verurteilt. Sie haben nun drei Wochen nach Bekanntgabe des Urteils des FEI-Tribunals am 17. Dezember 2021 Zeit, gegen ihre Verurteilung bei Weltsportgerichtshof CAS (Cour of Arbitration of Sports) Einspruch einzulegen.