Corona: Spanische Bürgermeister fordern, die Sunshine Tour auszusetzen

Sunshine Tour 2020

Penelope Leprevost und Vancouver de Lanlore bei der Sunshine Tour 2020. (© Manuel Queimadelos/Oxer Sport)

In Vejer de la Frontera, Spanien, hat die Sunshine Tour begonnen, für die internationalen Springreiter eine gute Gelegenheit, sich auf die grüne Saison vorzubereiten und für manche auch wichtige Qualifikationsmöglichkeit. Nun fordern die Bürgermeister der Gemeinden Conil und Vejer die Verschiebung der Tour.

Die Diskussionen um die Sunshine Tour in Zeiten von Corona laufen schon länger. Vor wenigen Tagen hatte der Turnierveranstalter eine Pressemitteilung herausgegeben, nach der das Turnier, bei dem 2000 Pferde und 400 Reiter aus 40 verschiedenen Ländern erwartet werden (darunter auch einige deutsche Reiter), unter Ausschluss der Öffentlichkeit und einem strengen Hygieneprotokoll durchgeführt werden soll. Dieses Hygienekonzept wurde vom Spanischen Sportverband (Consejo Superior de Deportes) sowie dem spanischen Pferdesportverband (Real Federación Hípica Española) ausgearbeitet und vorgeschrieben – den „einzigen zuständigen Stellen, die autorisiert sind, die Fortsetzung des Turniers zu genehmigen“, wie der Veranstalter sagt.

Die Pressemitteilung nennt verschiedene Argumente, die Tour durchzuführen: Die Hygienemaßnahmen seien vom Gesundheitsamt für Sportveranstaltungen erarbeitet worden. Die Tour sei vom Weltreiterverband FEI genehmigt worden, Teil des Kalenders und auch mehrere Qualifikationsmöglichkeit für Europa- und Weltmeisterschaften sowie Olympische Spiele. Die Schirmherrschaft für die Veranstaltung liege beim regionalen Tourismusverband und eine eine große Gruppe namhafter Firmen sponsere das Turnier. Zudem habe die Universität Cadiz herausgefunden, dass das Turnier einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor für die Region darstelle mit 1200 Arbeitsplätzen und 40 Millionen Euro für die Gegend.

Bürgermeister fordern Verschiebung der Tour

Doch nun melden örtliche Medien, dass die Bürgermeister von Conil und Vejer eine Verschiebung des Turniers fordern. Manuel Flor ist der Bürgermeister von Vejer, wo das Turnier ja stattfindet. Die Website „Andaluciá Información“ zitiert ihn sinngemäß, dass er nicht einverstanden sei mit der Durchführung einer Veranstaltung mit diesen Eckdaten, deren Teilnehmer frei zwischen den umliegenden Städten umherreisen können, während der freie Verkehr für alle anderen nicht gestattet sei.

Die Organisatoren sich weigern, das Turnier abzubrechen, habe er sich ans Gesundheitsministerium gewandt. Eine solche Veranstaltung, die eine große Anzahl Teilnehmer aus mehr als 40 Nationalitäten anzieht, abzuhalten sei „nicht ratsam“ angesichts dessen dass die EU rät, die Mobilität insgesamt und nach Spanien einzugrenzen.

Rückendeckung erhält Flor von seinem Amtskollegen Juan Bermúdez, dem Bürgermeister der Nachbargemeinde Conil. Der habe beschlossen, den Antrag von Manuel Flor zu unterstützen, und das Gesundheitsministerium um Einfreifen zu bitten, mit dem Ziel, das Turnier zu verschieben.

Eine Reaktion des Gesundheitsministeriums steht noch aus. Das Tourismusministerium scheint sich indessen bereits positioniert zu haben. Wie Andalucía Información weiter berichtet, hat es gestern am selben Tag eine Erklärung abgegeben, dass es das Turnier durch das Programm „Andalusien hinterlässt Spuren“ fördert.