David Will führt zum Auftakt Springreiter EM, deutsches Team Platz zwei

David Will-1. Qualifikation 1.09.21

David Will und C Vier, Sieg in der ersten Wertung der Europameisterschaft in Riesenbeck (© von Korff)

Die letzten werden die Ersten sein. Den Beweis lieferte David Will mit C Vier zum Auftakt der Springreiter Europameisterschaft in Riesenbeck. Er gewann beim Championatsdebüt die erste Wertung, das Zeitspringen. Die deutsche Equipe rangiert auf Platz zwei.

Das Zeitspringen ist die erste Prüfung für Team- sowie Einzelwertung bei den Europameisterschaften der Springreiter in Riesenbeck. Das Treffen von Europas besten Springreitern brachte auf der Grasarena in Riesenbeck insgesamt 25 Nullfehlerritte von 65 Startern, wobei im Zeitspringen Abwürfe mit vier Strafsekunden geahndet werden. Ein schneller Vier-Fehlerritt konnte also auch noch für eine gute Ausgangsposition für die kommenden Tage sorgen. Den absolut schnellsten Ritt lieferte David Will mit C Vier v. Cardento. Er war beinahe eine Sekunde schneller als Mannschafts-Olympiasieger Peder Fredricson mit Catch me not. Letzterer übrigens ein väterlicher Halbbruder zu C Vier.

Will liegt nach Umrechnung der Ergebnisse nun mit null Fehlerpunkten vorne. Ihm folgen Peder Fredricson (0,46) und dessen Teamkollege Douglas Lindelöw mit Casquo Blue v. Chacco Blue (1,17). Die Schweden liegen entsprechend in Führung. Drittbester aus dem skandinavischen Quartett ist Rolf Görna Bengtsson mit Ermindo (1,96(/Platz 11). Das Streichergebnis, das es hier, anders als bei den Olympischen Spielen wieder gibt, lieferte Angelica Augustsson Zanotelli mit Kalinka van de Nachtegaele, einer Tochter von Christian Ahlmanns E-Pleaser (4,63/32.).

David Will: Sieg war nicht geplant

„Es war heute nicht unbedingt mein Plan, Peder zu schlagen oder sogar zu gewinnen. Ich wollte einfach nur eine gute Prüfung reiten. Dass es jetzt so gelaufen ist und wir auch mit der Mannschaft einen guten Start hatten, das ist schon etwas Besonderes und das macht mich natürlich sehr glücklich. Ich könnte auch über mein Pferd nicht glücklicher sein. Er ist einfach super gesprungen, hat nicht eine Stange berührt und alle Sprünge haben sich mit ihm sehr einfach angefühlt. Also mein Dank gebührt meinem Pferd.“ So die Bilanz von David Will.

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Zufrieden war, nicht nur wegen Wills Sieg mit C Vier auch Bundestrainer Otto Becker: „Das Pferd hat alle Möglichkeiten, aber es ist auch ein spezielles Pferd, das Ruhe haben muss. David sagte auch, ihm hilft es, wenn er weiter hinten startet. Dann weiß er genau, wie der Parcours zu reiten ist. Deswegen haben wir uns so entschieden. Und das hat er mehr als souverän gelöst.“

Team Deutschland auf Platz zwei

Hinter Schweden liegt die deutsche Equipe auf Rang zwei. Erster deutscher Teamreiter war André Thieme mit seinem Olympiapferd, der 11-jährigen Stute Chakaria: 73,33 Sekunden war das Paar schnell, das hätte einen der vorderen Plätze bedeutet. Doch ein Abwurf am Aussprung der letzten Zweifachen Kombination bedeutete vier Strafsekunden. Nach der Umrechnung ist Thieme damit nun 17. (2,84). Woraus der Fehler resultierte, konnte sich Thieme zunächst nicht erklären, „wir analysieren noch“.

Platz zehn und damit zweitbester Deutscher hinter David Will ist bislang Christian Kukuk im Sattel des neunjährigen Mumbai. Mit einer fehlerfreien Runde in 75,52 Sekunden sind es 1,93 Strafpunkte auf seinem Konto.

Marcus Ehning, der erst gestern für seinen Teamkollegen Maurice Tebbel nachgerückt war, kam heute mit zwei Abwürfen aus dem Springen. Sein Oldenburger Stakkato Gold-Sohn Stargold nahm die hintere Oxerstange an der Dreifachen Kombination und, ganz ärgerlich, auch noch den letzten Sprung mit. Am Ende bedeutete das Platz 30. Letztendlich sind es aber nur 4,33 Strafpunkte, die der noch recht jungen Stargold bei seinem Championatsdebüt bislang gesammelt hat. Abgerechnet wird später!

Dennoch war Marcus Ehning nicht danach, die Leistung schönzureden: „Ich habe Maurice heute nicht würdig vertreten. Nach den ersten beiden Runden musste schon einiges riskieren und war auch auf gutem Wege. Den ersten Fehler kann ich mir nicht erklären. Am letzten Oxer war ich zu dicht, das geht auf meine Kappe. Die Zeit wäre gut gewesen, aber leider waren es zwei Fehler zu viel.“

Hinter den Schweden (3,59) und Deutschland (4,77) liegen die Schweizer auf Rang drei (5,47). Es folgen die Niederländer und die Franzosen. Deren bester Reiter, Olivier Robert ist mit Vivaldi des Meneaux Vierter nach dem ersten Wettkampf (1,2). Er war noch schneller als Martin Fuchs mit Leone jei v. Baltic (1,31). Der Schweizer Titelverteidiger zeigte übrigens auf dem Platz ein Video, das seinen Clooney zeigt, wie er erstmals nach dem Oberarmbruch die Box im Tierspital Zürich für erste Schritte verlassen durfte.

Morgen steht die erste Runde des Nationenpreises auf dem Programm. Der erste Starter wird um 13 Uhr im Stadion erwartet.

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