Der Parcours im Mannschaftsfinale Springen der Olympischen Spiele in Tokio

IMG_3889

Parcours Mannschaftsfinale Olympische Spiele Springreiten 2021 (© www.st-georg.de)

Für das Mannschaftsfinale Springen bei den Olympischen Spielen in Tokio warten 14 Hindernisse mit 18 Sprüngen. Gefordert wird alles – schließlich kann nur eine Mannschaft Olympiasieger im Springreiten werden.

18 Sprünge, 14 Hindernisse, darunter zwei Zweifache und eine Dreifache Kombination, außerdem ein offener Graben. Das sind die Zutaten, aus denen der Spanier Santiago Varela den Parcours fürs Mannschaftsfinale Springen der Olympischen Spiele in Tokio gebaut hat. Der Kurs ist 545 Meter lang, die erlaubte Zeit beträgt 82 Sekunden. Zeitfehler sollte man sich diesmal nicht erlauben. Bei Fehlergleichheit gibt es ein Stechen aller drei Reiter. Und zwar sowohl um Gold oder Silber als auch um Bronze (das aber nur, wenn im Kampf um Bronze zwei Teams nicht nur fehlergleich sind, sondern auch noch dieselbe Zeit erzielt haben) so das Ergebnis das notwendig werden lässt.

Bundestrainer Otto Becker findet, dass der Parcours „seriös“ aussehe, „geschenkt wird hier niemand etwas“, so seine Einschätzung. Und auf ein Nuller-Stechen will Becker im Mannschaftsfinale Springen auch nicht tippen.

Die Sprünge im Mannschaftsfinale Springen

www.st-georg.de

Olympia Tokio 21021 Finale Mannschaft, Hindernis 1 (© www.st-georg.de)

Hindernis 1 Steilsprung „Die große Welle“

Ein Kunstwerk, das jeder Japaner kennt, stand Motivpate für den ersten Sprung. Die große Welle, von Katsushika Hokusai, auf einen Holzblock gemalt im 19. Jahrhundert, zeigt die Kraft der Natur. 1,55 Meter hoch ist dieser Steilsprung.

www.st-georg.de

Olympia Tokio 2021 Finale Mannschaft, Hindernis 2 (© www.st-georg.de)

Hindernis 2 Kirschblüte – „Sakura“ – -Oxer

Auf gerade Linie folgt nach 34 Metern der Kirschblüte-Oxer. Braune Stangen, überdimensionale Kirschblüten links und rechts. Ein Hindernis, das auch im Einzelfinale stand. Diesmal ist er 1,53 Meter hoch und 1,60 Meter breit. Anschließend geht es rechtsherum weiter. Es folgt die erste von zwei Zweifachen Kombinationen im Mannschaftsfinale Springen.

www.st-georg.de

Olympia Tokio 2021 Finale Mannschaft, Hindernis 3 a (© www.st-georg.de)

www.st-georg.de

Olympia Tokio 2021 Finale Mannschaft, Hindernis 3 b (© www.st-georg.de)

Hindernis 3 a, b Zweifache Kombination Kokeshi-Puppen

Die zylindrischenKokeshi Holzpuppen mit den runden Köpfen standen schon im Parcours der Vielseitigkeitsreiter. Sie stammen aus dem Norden Japans. Den Auftakt macht ein Oxer, 1,53 Meter und 1,65 Meter breit, nach 11,50 Metern kommt dann ein 1,61 Meter hoher Steilsprung.

www.st-georg.de

Olympia Tokio 2021 Finale Mannschaft, Hindernis 4 (© www.st-georg.de)

Hindernis 4  Olympia-Oxer

Die weißen Stangen mit den dunkelblauen Rauten und den comicartigen Maskottchen an der Seite hängen heute 1,55 Meter hoch. Weite: 1,65 Meter. Von der Zweifachen Kombination sind es 28,30 Meter.

www.st-georg.de

Olympia Tokio 2021 Finale Mannschaft, Hindernis 5 (© www.st-georg.de)

Hindernis 5 Triplebarre bunte Schächtelchen

Das ist bunt – und hoch! Und eine Triplebarre. Ein Sprung, der den deutschen Pferden in den ersten Parcours nicht so gut gefallen hat. Die hintere grün-gelbe Stange hängt auf 1,60 Meter Höhe, die Weite beträgt 1,90 Meter.

www.st-georg.de

Olympia Tokio 2021 Finale Mannschaft, Hindernis 6a (© www.st-georg.de)

www.st-georg.de

Olympia Tokio 2021 Finale Mannschaft, Hindernis 6 b (© www.st-georg.de)

www.st-georg.de

Olympia Tokio 2021 Finale Mannschaft, Hindernis 6 c (© www.st-georg.de)

Hindernis 6 a, b, c Japans Fauna

Die Dreifache Kombination folgt nach 27,20 Metern. Sie ist eine wahrhaft tierische Aufgabe. Der Steilsprung (1,58 Meter) hat heilige Hirsche zur Linken, die Ständer sind Baumstämmen nachempfunden. Nach 8,20 Metern kommt ein überbauter Wassergraben. Hier warten die Affen, die in den heißen Quellen von  Nagano baden. Schneebedeckte Berggipfel als Fangständer. Höhe: 1,53 Meter, Breite: 1,60 Meter. Und zum Aussprung dürfen nach einer Distanz von 8,20 Metern die Mandschurenkraniche nicht fehlen, sie krümmen ihre langen Hälse an grünem Bambus. Der Steilsprung ist 1,60 (!) Meter hoch.

Danach geht es rechts herum, vom Eingang weg zum nächsten Steilsprung. Ein Hingucker, schon im Qualifikationsspringen für die Einzelwertung.

www.st-georg.de

Olympia Tokio 2021 Finale Mannschaft, Hindernis 7 (© www.st-georg.de)

Hindernis 7 Steilsprung Mauer

„Otto nimmt Pferde, die Mauern springen können“, hatte Daniel Deußer gesagt. Hoffen wir, dass dies auch in diesem Mannschaftsfinale gilt. Die in rot grün gehaltene Mauer mit einer Chrysamthemenblüte verziert ist 1,61 Meter hoch. Auf gerader Linie kommt schnell der nächste Sprung.

www.st-georg.de

Olympia Tokio 2021 Finale Mannschaft, Hindernis 8 (© www.st-georg.de)

Hindernis 8 Kimono Oxer

Das traditionelle Gewand der japanischen Frau, der Kimono, bildet hier den Rahmen für den Oxer (1,53 x 1,60 Meter), der nach 19,30 Metern auf die Mauer folgt. Luftig gebaut, wie eigentlich alle Sprünge im Kurs. In einer Linkskurve muss man jetzt Geschwindigkeit aufnehmen – es folgt der offene Wassergraben.

www.st-georg.de

Olympia Tokio 2021 Finale Mannschaft, Hindernis 9 (© www.st-georg.de)

Hindernis 9 Wassergraben

Ein Klassiker, nicht von allen zwei- und vierbeinigen Athleten im Pferdesport gemocht. Die Pferde müssen 4,00 Meter weit springen, wollen sie fehlerfrei bleiben. Und dann: Kontrolle, Sprung 10 folgt nach 22,70 Metern.

www.st-georg.de

Olympia Tokio 2021 Finale Mannschaft, Hindernis 10 (© www.st-georg.de)

Hindernis 10 Steilsprung Shinkyo Brücke

Eine schmale Planke im für Japan typischen rostrot schwebt über einem Gatter. Das Motiv ist an die Shinkyo Brücke aus dem 17. Jahrhundert angelehnt. Ein bisschen Gold sorgt für farbliche Abwechslung. Die Planke ist 1,63 Meter hoch. Rechtsherum dann zum nächsten Oxer auf einer 360-Wendung. Hier muss man fleißig galoppieren, denn die Zeit ist sicherlich nicht zu großzügig bemessen.

www.st-georg.de

Olympia Tokio 2021 Finale Mannschaft, Hindernis 11 (© www.st-georg.de)

Hindernis 11 Hachiko-Oxer

Ein mächtiger Oxer, 1,55 Meter hoch, 1,60 Meter weit. An der Seite sitzt der treue Hund Hachiko, der am Bahnhof Shibuya Tag für Tag hoffte, sein Herrchen – das bei der Arbeit an einem Herzschlag gestorben war – würde doch wieder nach Hause kommen.

www.st-georg.de

Olympia Tokio 2021 Finale Mannschaft, Hindernis 12 a (© www.st-georg.de)

www.st-georg.de

Olympia Tokio 2021 Finale Mannschaft, Hindernis 12 b (© www.st-georg.de)

Hindernis 12 a, b Zweifache Kombination Fächer

Wem mittlerweile heiß geworden ist: Hier ist die Lösung auf nicht ganz gerader Linie nach 24,30 Metern – Fächer, 1,58 Meter hoch. Der gelbe Steilsprung, zwei Stangen, darunter ein bisschen Fächer, misst 1,58 Meter. Der Oxer mit grauen Fächern und roter Blütenornamentik steht nach 8,10 Metern vor der Pferden. Er ist 1,54 Meter hoch und 1,65 Meter weit. Danach geht es Richtung Ziel, noch zwei Hindernisse auf der letzten Linie …

www.st-georg.de

Olympia Tokio 2021 Finale Mannschaft, Hindernis 13 (© www.st-georg.de)

Hindernis 13 Kaligraphie Oxer

Shodo, die kunstvolle Art der Japaner, Tinte auf Papier zu bringen, ist hier das Thema. Bambus-Stangen ergänzen das große Schriftzeichen. Der Oxer misst 1,55 X 1,55 Und ist 1,70 Meter breit. Danach steht noch ein Sprung, und der weist in die Zukunft.

www.st-georg.de

Olympia Tokio 2021 Finale Mannschaft, Hindernis 14 (© www.st-georg.de)

Hindernis 14 Steilsprung, Paris 2024

Die Stangen in den französischen Nationalfarben, blau, weiß, rot, 1,65 Meter hoch – Maximalabmessung. Der Schriftzug drauf: Paris 2024, Austragungsort der nächsten Olympischen Spiele. Ein Steilsprung, der es noch mal in – bzw. hinter – sich hat: Ein Wassergraben. Vermutlich die Seine. Konzentration ist also bis zum letzten Sprung gefordert.

Im Stechen des Mannschaftsfinale Springen geht es, so es eines gibt, über die Sprünge 1, 4, 16 (die Triplebarre, Sprung 5 aus dem Parcours, nun als Steilsprung), 6b und c, 7, 17 (3b aus dem Parcours, diesmal als Oxer) und schließlich über die Kirschblüte, Sprung 2, ins Ziel. Und: Alle drei Teamreiter müssen im Stechen reiten.

Das sagt der Bundestrainer über den Parcours

Bundestrainer Otto Becker hat für die Medien den Parcours der Mannschaftsentscheidung noch einmal aus seiner Sicht beschrieben:

„Das Muster wiederholt sich ein bisschen: wieder ein mit viel Liebe wunderschön gemachter Parcours, wunderschöne Sprünge mit klaren Linien.

Auch gerade am Anfang wieder 1, 2, Steil und Oxer, lange Seite, acht Galoppsprünge, dann Rechtsbogen, die zweite Linie Spring 3 a,b und 4 Oxer, Steil– mit Planke drüber – als Kombination, zwei Galoppsprünge, dann flüssige sechs Galoppsprünge zu Sprung 4, ein Oxer.

Im Linksbogen weiter von der kurzen Seite auf eine RICHTIGE Tripplebarre schon mit Höchstabmessungen, dann sechs Galoppsprüunge, kann auch sein, dass der eine oder andere sieben macht, in die dreifache Kombination mit Steil, Oxer mit Wasser drunter, Steil Aussprung – auch schon wie der ganze Parcours von den Abmessungen sehr ordentlich alles. Das gilt für den ganzen Parcours. Jeweils ein Galoppsprung.

Und dann im Rechtsbogen, ähnlich wie es gestern war, als wir Ausgang weg links die Mauer hatten, und dann vier Galoppsprünge zu einem Oxer. Wenn man die Mauer gut erwischt, normale vier. Wenn man die Mauer nicht gut erwischt, können die vier Galoppsprünge lang werden.

Dann geht es links zum Wassergraben, sieben oder acht Galoppsprünge. Wenn man es richtig gut erwischt, gehen auch gut sieben. Aber der eine oder andere wird da erst mal ein bisschen geradeaus gehen und acht Galoppsprünge machen. Dann sind es wahrscheinlich ruhige fünf zu einem Steilsprung, und dann geht es auch schon rechts in die Ecke rein.

Dann wird die Schlusslinie eingeläutet, die es, wie ich meine, nochmal RICHTIG in sich hat. Das ist nochmal ein richtiger Test zum Abschluss, angefangen mit einem Oxer, leichter Bogen, flüssig fünf Galoppsprünge in die Steil-Oxer-Kombination, die innen eng ist. Da werden wir, so glaube ich, oft fünf Galoppsprünge sehen, wenn jemand einen richtig großen Galopp hat. Aber ich denke auch viele mit sechs, weil die Kombination wie gesagt eng ist. Aber wenn man einen mehr macht und hat nicht so viel Schwung, muss man die natürlich immer noch springen.

Dann geht es nach links weg, lange Seite, auch hier nochmal ein RICHTIGER Oxer und zum Schluss noch mal ein Steil mit Paris 2024, richtig hoch, ich glaube der höchste Sprung vom ganzen Turnier.

Alles in allem nochmal eine richtig anspruchsvolle Nummer, guter Parcours. Schwer, aber fair gebaut. Da ist nichts, wo man sagt, das ist nicht möglich.“