DM Balve: Mario Stevens Deutscher Meister vor Rüping

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Mario Stevens Starissa, Deutscher Meister, Balve 2022 (© von Korff)

Gold auf einem Stakkato Gold-Sohn: Mario Stevens und Starissa verweisen Philip Rüping und Marcus Ehning auf die Plätze bei der Deutschen Meisterschaft der Springreiter.

Mario Stevens (39) ist neuer Deutscher Meister der Springreiter. Auf dem neunjährigen Hannoveraner Starissa v. Stakkato Gold kassierte er als einziger der 44 Starter in beiden Meisterschaftsprüfungen keinen Abwurf und keinen Zeitfehler. Er endete nach vier Parcours mit der Idealnote von null Fehlern. Es war der zweite Titel für den Reiter aus Molbergen (Kreis Cloppenburg) nach 2018, der während des CHIO Aachen seinen 40. Geburtstag feiern wird.

Mario Stevens‘ zweiter Titel in fünf Jahren

Vizemeister mit dem Endergebnis von 1 Fehler wurde der 38-jährige Philip Rüping. Nur dieser Zeitfehler kostete ihn die Titelchance. Auf dem elfjährigen Casallco v. Casall lieferte er vier saubere Runden. Es blieben zwar alle Stangen liegen, aber die Uhr lief in der A-Runde des Finales unerbittlich eine Sekunde zu lang, andernfalls hätte es noch ein Stechen gegeben. Für Philip, der im Stall Paul Schockemöhle in Mühlen angestellt ist, war es die erste DM-Medaille, sein Vater Michael Rüping war auf Silbersee bereits 1985 Deutscher Meister geworden.

Die Bronzemedaille ging an Marcus Ehning (48) auf dem 14-jährigen Westfalenhengst A la Carte v. Abke, der seinen einzigen Abwurf im Final A-Kurs bekam. Auch für den Vierten, Patrick Stühlmeyer auf der elfjährigen Casall-Tochter Carmina, standen am Ende vier Fehlerpunkte zu Buche, aber aufgrund der besseren Zeit in der zweiten Wertung ging die Medaille an Ehning, Stühlmeyer wurde Vierter.

Maximilian Lill wurde mit sechs Punkten Fünfter, auch hier wurde zweimal ein Zeitfehler addiert. Für sechs weitere Reiter standen am Ende zwei Abwürfe zu Buche, darunter für Marie Ligges, die Enkelin des Mannschaftsolympiasiegers 1972, Fritz Ligges. Der Mut der 23-Jährigen, sich in die „Große“ DM zu wagen, wurde belohnt durch überzeugende Runden auf dem zehnjährigen Corcovado v. Cornet Obolensky, nach zwei Abwürfen und einem Zeitfehler im Gelände Elfte.

Auch ohne die allererste Garde, die woanders ritt, war die Deutsche Meisterschaft kein Spaziergang für die Reiter. Die Hindernisse im Finale waren bis 1,60 Meter hoch. Konnten in der ersten Wertung (bis 1,40 Meter) noch sieben Reiter beide Umläufe ohne Fehler meistern, so blieben im Final A-Kurs, der auch vom neuen Meister als „sehr schwer“ bewertet wurde, nur zwei Reiter ohne Fehler, außer Mario Stevens auch Marcel Marschall, der allerdings schon acht Punkte aus der ersten Wertung mitbrachte. Umgekehrt dann im B-Kurs, da blieben alle 16 Starter mit Ausnahme von Hendrik Sosath ohne Abwurf . „Da wurde mir schon etwas mulmig, als da ein Nuller nach dem anderen kam, das war für mich als letzter Starter Fluch und Segen zugleich und erhöhte den Druck,“ sagte Stevens.

Am Ende musste nicht mal gestochen werden und Mario Stevens konnte die Meisterparty in Angriff nehmen. Starissa gehören jetzt seine Hoffnungen. Der erst neunjährige Wallach und zwei weitere Spitzenpferde seien nicht verkäuflich, beteuerte er. „Das ist in der Familie mit meinen Eltern abgesprochen“, sagte er. „Ich fange gar nicht mehr davon an, das gibt nur Ärger.“

Auch Philip Rüping ist optimistisch, dass er seinen Casallco zu „99,9 Prozent“ behalten darf und sein Chef ihn nicht verkauft. „Er ist ein außergewöhnlicher Vererber und kann im Hengststall von Paul Schockemöhle die Nummer eins werden.“ Der Nachfolger von Chacco Blue? Er sagt es nicht, aber irgendwie hängt der Name in der Luft. Und dann geht für Paul Schockemöhle die eigene Zucht vor, hofft Rüping. Er freute sich sichtlich über seine Silbermedaille. „Wenn man auf die Tafel im Stall guckt mit den bisherigen Titelträgern, was da für Namen draufstehen, dann macht das schon ein bisschen stolz, selbst wenn man noch nicht ganz oben steht.“ Casallco habe sich in Balve von Kurs zu Kurs verbessert, nach der Corona-Zwangspause hatte er noch einiges aufzuholen gehabt.

Auch Marcus Ehning, der vor 20 Jahren in Balve schon mal den Titel geholt hatte, war mehr als zufrieden. „A la Carte konnte erst spät in Gang kommen, weil er so lange gedeckt hat“, sagte er über den ehemaligen westfälischen Körungssieger. Mit dem 17-jährigen Funky Fred v. For Pleasure wurde er auch noch Achter. „Ich habe erst spät zugesagt, aber ich bin mit der Familie Landsberg schon lange befreundet und so war es für mich Ehrensache, in Balve zu reiten. Es ist einfach ein tolles Turnier.“

Die Übersicht der vier Springen der Deutschen Meisterschaft der Springreiter 2022 finden Sie hier.