DM Riesenbeck: Die ersten Schleifen sind vergeben!

RIESENBECK – Int. Deutsche Meisterschaften Springen 2020

Mathila Karlsson und Chopin gewannen das erste Springen der Drei-Sterne-Tour bei den Internationalen Deutschen Meisterschaften 2020 in Riesenbeck. (© www.sportfotos-lafrentz.de)

Die Deutschen Meisterschaften der Springreiter in Riesenbeck sind gestartet! Zwar ohne Zuschauer, dafür aber mit internationaler Beteiligung und einem hochkarätigen Teilnehmerfeld.

Die „Internationalen Deutschen Meisterschaften im Springreiten“ in Riesenbeck sind in vielerlei Hinsicht eine Premiere: Neuer Termin, neuer Veranstaltungsort, neuer Modus. Nachdem Ludger Beerbaum und sein Team in diesem Jahr als Gastgeber eingesprungen waren, musste das Turnier zuletzt Corona-bedingt noch einmal verschoben werden. Erstmalig finden die Deutschen Meisterschaften zudem im Rahmen eines internationalen Drei-Sterne-Springturniers statt – und die Teilnehmerliste kann sich sehen lassen! Der Weltranglisten-Erste Steve Guerdat ist in Riesenbeck ebenso mit dabei, wie das Who’s who der deutschen Springreiter.

Das Warm-up

Im ersten Springen der CSI3*-Tour ließen es viele der großen Namen heute allerdings noch etwas ruhiger angehen. Darunter auch Marcus Ehning, Michael Jung und Steve Guerdat, die den Parcours nicht beendeten und vielmehr als Warm-up nutzten. Um einiges ehrgeiziger waren Mathilda Karlsson und ihr Holsteiner Chopin unterwegs! Der für Sri Lanka reitenden Schwedin gelang eine schnelle Nullrunde in 70,58 Sekunden – schneller war kein anderes Paar. Auf dem zweiten Platz landete Tim Rieskamp-Goedeking, der den Chacco-Blue-Sohn Chopin gesattelt hatte. Die beiden kamen nach 70,83 Sekunden ins Ziel. Johannes Ehning wurde mit C-Jay Dritter (0/71,11).

„Ich mag das Turnier sehr, sehr gerne und komme immer gerne her. Und ich glaube, meine Pferde sehen das genauso, denn sie scheinen sich hier sehr wohl zu fühlen. Und Chopin ist eh in einer sehr guten Form. Ich hoffe, dass wir das durch die Woche so durchziehen können“, sagte Karlsson nach ihrem Sieg. Die in Norddeutschland beheimatete Amazone bedankte sich auch noch einmal bei Ludger Beerbaum und seinem Team, dass sie das Turnier trotz der aktuellen Situation möglich gemacht haben. Ihr Plan für die nächsten Tage? „Weiter so!“

Das Auftaktspringen, eine internationale Springprüfung über 1,40 Meter, ging an Katharina von Essen mit C – Loona. Die 27-Jährige setzte sich gegen Michael Jung durch, der mit der Oldenburger Stute Edo Sandra einmal mehr seine Vielseitigkeit unter Beweis stellte. Auf Rang drei sprangen Sophie Hinners und Hendrick’s.

www.sportfotos-lafrentz.de

Katharina von Essen und C – Loona gewannen das Auftaktspringen in Riesenbeck. (© www.sportfotos-lafrentz.de)

Das sagt der Bundestrainer

Otto Becker feierte heute seinen 62. Geburtstag in Riesenbeck und bekam zu diesem Anlass eine große Torte vom Veranstalter überreicht. „Es geht weiter, und dafür sind wir sehr dankbar,“ sagte der Bundestrainer, der sich auf das weitere Wochenende freut: „Das wird eine tolle Sache. Angesichts des Starterfeldes habe ich viele auf dem Zettel, die ich mir ganz genau anschauen werde. Es ist ein wichtiges Turnier, um neue Erkenntnisse zu sammeln.“

Nach seinem Fazit für die Saison 2020 gefragt, antwortete Otto Becker: „Eigentlich gab es gar keine Saison, damit auch kein Fazit. Die Mehrzahl der großen Turniere ist ausgefallen, ebenso die Nationenpreisserie, Aachen, die Fünf-Sterne-Turniere und die großen Serien. Ein Rückblick fällt da schwer. Vielleicht benötigen wir einen Schuss Gelassenheit und schauen, was die nächsten Wochen so bringen.“

Und die Aussicht auf die Olympischen Spiele 2021? „Die Mannschaft von 2021 wird deutlich anders aussehen, wie sie ausgesehen hätte, wäre Olympia 2020 ausgetragen worden. Ich weiß, wir hätten in diesem Jahr ein gutes Team für Olympia gehabt. Im kommenden Jahr werden einige Pferde ausscheiden, andere rücken nach. Ich hoffe, dass noch ein paar dazukommen werden,“ äußerte sich der Bundestrainer vorsichtig optimistisch.

Was steht dieses Wochenende an?

Während heute noch zwei Springen der Youngster Tour in Riesenbeck ausgetragen werden, findet morgen die erste Wertungsprüfung für die Deutschen Meisterschaften der Springreiterinnen statt. Die Damen müssen in zwei CSI2*-Springen gegeneinander antreten, bevor dann am Samstagnachmittag die Entscheidung im nationalen Finale der zwölf besten Reiterinnen fällt. Der gleiche Modus gilt auch für die Herren – mit dem Unterschied, dass diese in zwei CSI3*-Springen ihre Punkte für das Finale am Sonntag sammeln.

Zuschauer und Journalisten sind in Riesenbeck nicht erlaubt, aber ClipMyHorse.TV überträgt alle Prüfungen live. Parcourschef Peter Schumacher hat im Interview schon einmal verraten, was die Reiter und Pferde in den kommenden Tagen noch erwarten wird. „Der Modus ist schon ein bisschen anders: Man hat zwei Fehler-Zeit-Springen als Qualifikationen und dann das Finale mit den besten zwölf. Da muss man den richtigen Mix finden“, so Schumacher. Während er in der ersten Qualifikation den Fehler-Zeit-Charakter mit Wendungen und Galoppierstrecken betonen wolle, habe er für die zweite Wertungsprüfung eher klassische Linien geplant.

Für den Parcoursbauer ist es wichtig und richtig, dass die Meisterschaften stattfinden können: „Die Deutsche Meisterschaft ist so gut besetzt, wie seit Jahren nicht mehr. Alle kommen hierhin und wollen ihren Rhythmus bekommen, ihre Form halten.“ Dafür biete die große Halle in Riesenbeck beste Bedingungen, so dass es keinen großen Unterschied mache, dass die Deutschen Meisterschaften nicht wie gewohnt unter freiem Himmel stattfinden können. Auf einen Favoriten wollte sich Peter Schuhmacher aber nicht festnageln lassen: „Der Beste soll gewinnen!“

Alle Ergebnisse aus Riesenbeck finden Sie hier.

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  1. Berndride

    Warum habe ich den Eindruck, dass das kaum noch jemanden interessiert? Bei uns im Stall wissen die Leute nicht mal, dass das stattfindet. Wenn man es ihnen sagt, zucken sie nur mit den Achseln. Die Diskussion über die neue Schabracke ist viel interessanter.

  2. Sabine

    … weil der Turniersport sich mehr und mehr von der Basis entfernt und in ein kommerzielles ParalellUniversum wegdriftet, das mit Sportsgeist nur noch wenig zu tun hat. Das Pferd ist Mittel zum Zweck, Stichwort AH oder das Unwort der Dekade: „FEI Pony“. Zu meiner Zeit hat man noch von einem Kirmespony geträumt und den Stall selber gemistet.

    Die aktuelle Ipsos Studie der FN beschreibt den Trend treffend:
    „Als Hauptgrund für die Beschäftigung mit dem Pferd nennen die meisten Reiter die enge Beziehung zum Pferd und die Naturverbundenheit. Und auch die potenziellen Reiter lockt an erster Stelle der Kontakt zum Pferd. „Emotionalität spielt für die meisten eine größere Rolle als Leistung und Wettkampf“, stellt Lauterbach fest. 76 Prozent der aktiven organisierten Reiter geben an, eher freizeitsportlich unterwegs zu sein, nur 24 Prozent sind turniersportlich orientiert. 2001 waren es noch 32 Prozent.“
    https://www.pferd-aktuell.de/news/aktuelle-meldungen/fei—fn—dokr/neue-ipsos-studie-so-ticken-die-reiter-in-deutschland

    Die grösste Gruppe der Befragten sind „Ehemaligen mit und ohne Wiedereinstiegswahrscheinlichkeit (5,78 Mio.)“. Das Doppelte von schätzungsweise 2,9 Millionen aktiven Reitern und ich wage die Behauptung, der Bias liegt eher auf „ohne“ Wiedereinstigeswahrscheinlichkeit.
    Dieser Sport schafft sich selber ab.

  3. Johann

    Ich kann Sabine nur beipflichten,
    wenn die Ehefrau eines Bayernspielers, die außer Turnier-reiten (fast) nichts macht, einen ganzen Stall voller hochpreisiger und gut ausgebildeter (S)Pferde und zudem die beste Trainerin der Welt hat… wenn so jemand in Prüfungen der Non-Professionell (s. Turnier München-Riem im Sept. 2020) starten darf, dann stimmt was nicht. Auch die Reiterin sollte sich fragen, ob sie hier wirklich richtig ist.

  4. R.Kuntz

    Frau Müller hat schon als Kind das Reiten gelernt und daher ihre Affinität zum Pferd seit Jahrzehnten gepflegt. Dass Ihr Mann diese Passion mit ihr teilt, ist umso schöner für die beiden. Die Pferde sind bei ihnen bestens aufgehoben und sie sind sich nicht zu stolz, sich Fachpersonal und auch selbst Fachkenntnisse anzueignen, um ihre Liebe zu den Pferden insbesondere und Tieren im Allgemeinen leben zu können. Ich kann nicht verstehen, wie man Lisa Müller, die sich nicht zu schade dafür ist, im Stall mitzuarbeiten, was auch für ihren Mann in der ihm nicht üppig zur Verfügung stehenden Freizeit zutriff, ihre Betätigung neiden kann. Ich bewundere dieses Ehepaar, das trotz aller Privilegien bodenständig geblieben ist und sich alles selbst erarbeitet hat und ich wünsche ihnen bei ihrer Profession viel Glück.

  5. Schockstrand

    Info: Da wir auch in den Kommentaren eine gewisse Nettiquette voraussetzen, mussten wir diesen Kommentar leider entfernen. Mit freundlichen Grüße, das St.GEORG-Team

    • schockstrand

      In welcher Weise hat mein Kommentar gegen Ihre gewisse Nettiquette verstoßen? Waren es die wahren und richtigen Fakten zum Ausbildungsstand einer Dressurreiterin? Oder passte der St. Georg einfach nicht Kritik an deren protegierten und Leser und Klickzahlen erhöhenden Objekt der Begierde? Komisch, sobald man etwas nicht nur positives über gewisse Dressurreiterinnen schreibt, die zufällig im bayerishen Raum beheimatet sind, wird hier zenziert……
      Zeigen Sie mir auf, was ich unwahres oder unrichtiges gepostet habe!?

  6. berndride

    Beinahe hätte ich auf den letzten Kommentar geantwortet, aber dann fiel mir auf, dass die Leute ja selber lesen können.
    Lieber nehme ich einen anderen Punkt. Einer der Gründe für das mangelnde Interesse am Sport ist, dass wir zu einem sehr grossen teil die Qualität des Pferdes bewerten. Es sind „Pferdeleistungsprüfungen“. Daher hat der Kaufpreis des Pferdes einen sehr großen Einfluß, was wiederum die Anzahl der Teilnehmer reduziert, da viele nun mal nicht so viel Geld ausgeben können.
    Wir versuchen ja über die Dressurreiterprüfungen da einen anderen Aspekt reinzubringen, aber es ist immer noch für viele Richter schwierig von der Qualität des Pferdes zu abstrahieren. Eigentlich müsste die reiterliche Leistung ein weniger qualitätvolles Pferd zu reiten höher bewertet werden als die Leistung ein gutes Pferd zu reiten. Aber reiten sie mal mit einem Tinker eine Dressurreiter L. Wie wäre es wenn wir unsere Richter mal darauf ausbilden die reiterliche Leistung im Bezug auf die Gegebenheiten der verschiedenen Pferde zu bewerten? Schwierig natürlich, aber möglich. Dann ist Schub aus HH im MT möglicherweise nicht so wichtig wie Gehorsam auf die richtigen Hilfen. Das würde dann auch den Freizeitreitern im Gelände zu Gute kommen.

  7. Andrea

    @ Schockstrand
    Ich hatte ihren Artikel gelesen. Ich kann Ihren Unmut verstehen und auch, dass man nicht immer
    emotionslos schreiben kann.
    Nur,… die aufgelisteten Dinge, die Sie angeprangert haben waren sehr „spitz“ formuliert und
    haben mitunter die sachliche Ebene nicht mehr ganz verfolgt. Hier wurde die Persönlichkeit angekratzt.
    Ob Frau Müller eine abgeschlossene Berufsausbildung hat oder ob sie im Stall mit hilft oder sonst
    was tut, dazu haben wir glaub in diesem Maße nicht das Recht, zu urteilen.

    Vielleicht probieren Sie es nochmals etwas sachlicher, dann hat auch St. Georg sicherlich kein Problem damit.
    🙂


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