Doha: Das Mega-Wochenende des Julien Epaillard

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Riesenfreude über einen Riesenerfolg bei Julien Epaillard auf Usual Suspect d'Auge. (© LGCT/Grasso)

Wenn’s läuft, dann läuft’s und dann muss man das auch ausnutzen, dachte sich wohl Frankreichs Julien Epaillard, als er mit Usual Suspect d’Auge gestern zwei schwere Springen ging und heute den Großen Preis bei der Global Champions Tour-Etappe in Doha. Die Rechnung ging auf für ihn.

169.960 Euro hat Julien Epaillard dieses Wochenende in Doha verdient. Am Donnerstag platzierte er sich mit Usual Suspect d’Auge im Eröffnungsspringen an vierter Stelle und war anschließend mit Virtuose Champeix Zweiter im ersten Wertungsspringen der Global Champions League. Am Freitag hatte er zweimal den elfjährigen Selle Francais-Wallach Usual Suspect d’Auge gesattelt. Erst wurde das Paar Zweite über 1,50 Meter gegen die Uhr. Anschließend belegten sie Rang drei in dem darauffolgenden 1,55 Meter-Springen mit Stechen.

Und heute folgte dann der Sieg im Großen Preis. Nur fünf Paare hatten das Stechen erreicht, drei davon blieben ein zweites Mal fehlerfrei. Aber keiner war so schnell wie Julien Epaillards Jarnac-Sohn, der nach 40,11 Sekunden über die Ziellinie flog und damit seinem Reiter als erstem den Startplatz beim Super Grand Prix im Rahmen der Global Tour Play Offs Ende November in Prag sicherte, wo die Sieger der einzelnen Etappen dann noch einmal gegeneinander antreten, um abzusahnen.

Nach seinem Sieg kommentierte Epaillard: „Ich bin sehr glücklich! Ich hatte dieses Wochenende drei zweite Plätze und als Ben anfing, dachte ich, dies wird wieder einer. Mein Pferd sieht nicht schnell aus, aber er ist es. Ich war der erste im Stechen, also habe ich mein Bestes gegeben und mein Pferd war fantastisch. Eigentlich hatte ich geplant, ein anderes Pferd zu reiten. Aber am Ende hat heute alles perfekt gepasst.“

Platz zwei ging an die unangefochtenen Tour-Sieger des Vorjahres, Ben Maher (GBR) und seinen niederländischen Chacco Blue-Sohn Explosion W. Bei ihnen stoppte die Uhr nach 40,55 Sekunden.

Deutlich ruhiger hatte es Nicola Philippaerts angehen lassen: 43,43 Sekunden. Aber da sein Chilli Willi fehlerfrei sprang, reichte die Zeit für den dritten Platz.

Komplettiert wurde das Stechen durch den Niederländer Frank Schuttert auf Chianti’s Champion und Italiens Alberto Zorzi auf André Thiemes einstiger Spitzenstute Contanga, die Thieme vor vier Jahren an Athina Onassis verkauft hatte, die die Catoki-Tochter aber dann doch dem Stalljockey von Jan Tops anvertraute. Die Zeit von Schuttert und seinem Westfalen v. Champion de Lys hätte um eine hundertstel Sekunde für den zweiten Platz gereicht. Aber es gab einen Abwurf. So erging es auch Zorzi und Contanga, die mit 43,51 Sekunden aber auch sehr gemütlich unterwegs gewesen waren.

Bester Deutscher war Ludger Beerbaum, der mit dem rheinischen Cornado-Sohn Cool Feeling trotz fünf Strafpunkten im Normalparcours noch an zehnter Stelle platziert war.

Sowohl Daniel Deußer auf Calisto Blue als auch Philipp Weishaupt mit Che Fantastica hatten acht Fehlerpunkte. 16 wurden es für Christian Ahlmann und Take A Chance in me Z. Christian Kukuk und Colestus gaben auf.

Global League an Daniel Deußer und die Shanghai Swans

Auch wenn es nicht zu einer Schleife im Großen Preis gereicht hat, an anderer Stelle konnte Daniel Deußer sich als Sieger feiern lassen – zusammen mit Pius Schwizer (SUI) auf Courtney Cox gewannen er und Calisto Blue nämlich die Global Champions League-Etappe für die Mannschaft der Shanghai Swans. Sie waren das einzige Team, das sich keinen einzigen Abwurf zuschulden kommen ließ.

Platz zwei ging an Valkenswaard United in Gestalt von Bertram Allen auf Nicola Philippaerts‘ einstigem Toppferd Harley vd Bisschop und Frank Schuttert mit Chianti’s Champion. Letzterer hatte einen Fehler in der zweiten Runde, aber in Summe hatten die beiden Paare die schnellere Zeit als das Team auf Platz drei.

Das waren die Reiter von New York Empire, für die ebenfalls ein Abwurf zu Buche schlug. Den hatte sich Hans-Dieter Dreher in der zweiten Runde mit Prinz geleistet, während er mit WM-Reservistin Berlinda fehlerfrei blieb. So ging es auch Scott Brash und Hello Senator, so dass Georgina Bloombergs Duo die Punkte für Rang drei einheimste.

Das zweite Springen selbst, das ja auch einzeln platziert wird, ging ebenfalls nach Frankreich, diesmal an Kevin Staut im Sattel des zehnjährigen Selle Francais-Wallachs Viking d’La Rousserie v. Quincy dank fehlerfreier 72,16 Sekunden. Ben Maher und Explosion W waren auch hier Zweite, gefolgt von Bertram Allen und Harley vd Bisschop.

Bester Deutscher war auf Platz vier Philipp Weishaupt mit Che Fantastica. Daniel Deußer und Calisto Blue waren als Neunte ebenfalls noch im Geld.

Global Tour-Premiere für Catch me mit neuer Reiterin

Mit Spannung erwartet worden war der Auftritt von Laura Klaphakes Erfolgspferd Catch me If You Can unter ihrer neuen Reiterin Anna Kellnerova (CZE). Am Freitag hatten sie das Stechen erreicht in dem 1,55 Meter-Highlight des Tages. Hier waren sie aber nach einem Abwurf nicht mehr platziert. Im Großen Preis waren sie heute nicht mehr am Start, nachdem sie in der zweiten Wertung der Global Champions League mit 15 Fehlern ins Ziel gekommen waren.

Alle Ergebnisse finden Sie hier. 

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  1. Heribert Schlütter

    Hallo bitte mal die Ausschreibung für Prag ansehen , nicht die Siegernder einzelnen Stationen kommen ins Finale sondern die 16 Punktbesten . Dachte aber Fachjournalisten wüssten so etwas .
    Viele Grüße aus Haselünne

  2. Dominique Wehrmann

    Lieber Herr Schlütter,

    was die Global Champions League betrifft, haben Sie Recht. Dafür qualifizieren sich die 16 punktbesten Teams. Am Super Grand Prix nehmen jedoch die Sieger der Saison teil bzw. die nächstplatzierten der einzelnen Etappen, wenn die dortigen Sieger schon vorher qualifiziert waren. Das bedeutet, Julien Epaillard ist schon jetzt gesetzt für Prag. Und sollte er bei den noch ausstehenden Etappen einen weiteren Sieg holen, qualifiziert sich dort der nächstplatzierte Reiter. War der auch schon einmal siegreich, ist der Dritte in Prag dabei usw.

    Freundliche Grüße, Dominique Wehrmann


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