Doha: Ludger Beerbaum gewinnt erste Global Champions Tour-Etappe, GC-League an die Stockholm Hearts

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Ludger Beerbaum und Mila 2021 in Hamburg. (© toffi-images.de)

Ein ziemliches Weilchen, nämlich zweieinhalb Jahre ist es her, dass Altmeister Ludger Beerbaum ein Fünf-Sterne-Springen gewinnen konnte. Heute setzte er sich mit Mila im Auftakt der Global Champions Tour-Saison 2022 im Großen Preis an die Spitze. Das Team Stockholm Hearts hatte in der Global Champions League die Nase vorn.

Es ist der bisher größte Erfolg in der Karriere der nun zehnjährigen Monte Bellini-Tochter Mila, in deren Sattel Beerbaum saß. Ihren bisher einzigen internationalen Sieg errang die Stute vergangenes Jahr im Einlaufspringen der GCT-Etappe von London über 1,45 Meter. Doch nun passte auch im 1,60 Meter-Springen mit Stechen in Doha, Katar, alles perfekt zusammen. 38,18 Sekunden lautete die Zeit des Paares in ihrem fehlerfreien Stechen. Dafür hatten sich noch sieben weitere Paare qualifizieren können. Doch schneller ging es im Wüstenstaat nicht, ohne Fehler zu bekommen. Auf diese Weise verdiente Mila heute unter ihrem Reiter, der in diesem Jahr ja bereits mächtig für Schlagzeilen sorgte, heute 123.750 Euro.

Nach dem Sieg erklärte Beerbaum: „Ich habe in meiner Karriere schon einige Siege errungen, aber dieser ist wohl einer der emotionalsten und auch nicht wirklich erwarteten. Ich kann gar nicht sagen, wie sehr ich diesen Moment genieße. Das war definitiv unser bestes Stechen überhaupt. Ich bin so glücklich, ich kann immer noch nicht richtig glauben, was passiert ist. Es gibt viele Gründe, warum dies etwas Besonderes ist. Natürlich geht es um das Pferd, es geht um unsere Leistung, aber ehrlich gesagt habe ich nicht erwartet, hier auf dem Podium zu stehen. Um es kurz zu machen, glauben Sie mir, als ich heute Morgen aufgewacht bin, habe ich nicht erwartet, diesen Großen Preis zu gewinnen, und ich bin sehr, sehr, sehr glücklich. “

Hinter sich ließen Beerbaum und die OS-Stute aus der Zucht von Paul Schockemöhle keine Geringeren als die Überflieger Henrik von Eckermann (SWE) und seinen zwölfjährigen Flummi, King Edward v. Edward. Die Mannschaftsolympiasieger und Sieger der letzten GCT-Etappe 2021 in Samorin lösten nach 38,74 Sekunden die Lichtschranke im Stechen aus und ließen dabei alle Stangen in ihren Auflagen.

Christian Ahlmann Fünfter

Der Niederländer Jur Vrieling wurde Dritter mit Long John Silver v. Lasino, einem zehnjährigen Holsteiner. Das Paar lieferte den dritten fehlerfreien Stechritt und brauchte dafür 40,02 Sekunden. Pieter Devos (BEL) und Mom’s Toupie de la Roque wurden Vierte mit ihrem zweiten Null-Fehler-Ritt in 40,45 Sekunden.

Christian Ahlmann wollte es heute richtig wissen und fegte mit Dominator Z, der ja kürzlich in Opglabbeek noch den Großen Preis gewann, in rasanten 35,18 Sekunden durch den Stechparcours. Allerdings fiel unterwegs eine Stange: Rang fünf. Max Kühner und sein Rolex Grand Prix-Sieger Elektric Blue P, Protagonisten der aktuellen St.GEORG-Reportage in der Ausgabe 3/2022, die Sie hier versandkostenfrei bestellen können, bekamen ebenfalls einen Springfehler im Stechen und landeten mit 36,45 Sekunden auf dem sechsten Platz.

In seinem ersten Global Champions Tour Grand Prix überhaupt gelang auch Philipp Schulze Topphoff eine gute Runde. Mit seinem Top-Pferd Concordess gab es im Umlauf vier Strafpunkte, mit der Zeit von 74,08 Sekunden war das Paar „einen raus“ aus der Platzierung. Auch Hansi Dreher und Elysium bekamen vier Strafpunkte im Umlauf. Bei Christian Kukuk und Mumbai wurden es zwölf.

Global Champions League-Etappe an die Stockholm Hearts

Die Schweden überzeugte nicht nur in der Global Champions Tour mit dem zweiten Platz von King Edward und von Eckermann. Seine Mannschaftskollegen der Olympischen Spiele in Tokio und Europameisterschaften in Riesenbeck überzeugten bereits zuvor in der Team-Wertung der Turnierserie. In der Global Champions League lieferte Malin Baryard-Johnsson mit ihrer Indiana zwei Null-Fehler-Ritte und Peder Fredricson mit Hansson WL einen, im zweiten Umlauf. Im ersten Umlauf ging für das Team noch der Belgier Olivier Philippaerts an den Start mit Legend of Love. Auch dieses Paar ließ sich nichts zu Schulden kommen. Alle Zeichen standen auf Sieg, doch am Ende musste die Zeit entscheiden, denn auch das Team Hamburg Giants lieferte vier blitzsaubere Ritte ab. Doch nur Fredricson und Philippaerts schafften es, unter 70 Sekunden ins Ziel zu kommen. Damit hatten die Stockholm Hearts am Ende mit 139,42 Sekunden auch die schnellste Zeit und standen ganz oben auf dem Siegertreppchen.

Die Hamburg Giants wurden somit Zweite. Hier ritt Jur Vrieling bereits zum ersten Mal am Samstag Long John Silver, zweites Teammitglied war sein Landsmann Bart Bles. Dieser hatte für die Teamwertung Comme-Laude W gesattelt.

Auf den dritten Rang kam Madrid in Motion, bestehend aus Jack Whitaker (GBR) und Equine America Valmy de la Lan Jack, Maikel van der Vleuten und sein Olympiabronze-Partner Beauville Z sowie Eduardo Alvarez Aznar und Bentley de Sury, mit vier Punkten in 141,32 Sekunden.

Das Team Beerbaum, die Berlin Eagles, wurden knapp Vierte mit ebenfalls vier Punkten und 141,72 Sekunden. Hier sprang sich Mila unter Ludger Beerbaum schon mal warm für ihren Coup in der GCT-Etappe mit zwei Null-Fehler-Runden, Christian Kukuk und Mumbai sammelten nur im ersten Umlauf einen Springfehler.

Als nächstes macht die Turnierserie in Miami Beach (USA) vom 14. bis 16. April halt.

Alle Ergebnisse aus Doha finden Sie hier.

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