EM-Team Springen 2017: Zwei junge Gesichter dabei

pvh-170723-aachen-1350 klaphake

Laura Klaphake und Catch me if you Can, hier bei ihrem Debüt im Großen Preis von Aachen. (© Pauline von Hardenberg)

Bis zum letztmöglichen Zeitpunkt hatte Otto Becker die Nominierung des Teams für die Europameisterschaften in Göteborg (SWE) herausgezögert. Jetzt steht das Team mit zwei jungen Gesichtern.

Mit Spannung wurde die Nominierung der Mannschaft für die Europameisterschaften erwartet, jetzt hat der Springausschuss des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei entschieden. Es fahren mit: Marcus Ehning, wahlweise mit Pret a Tout, Comme il faut oder Funky Fred, Laura Klaphake mit Catch me if you can, Maurice Tebbel mit Chacco’s Son und Philipp Weishaupt mit Convall. Reservistin ist die aktuelle Deutsche Meisterin im Springreiten, Simone Blum mit DSP Alice. Sie dürfen in den Rahmenprüfungen starten.

Routinier Ehning

Es scheint als habe sich der neue Leitwolf im deutschen Team gefunden: Marcus Ehning. Schon beim Nationenpreis in Aachen war er Teamältester und führte die Mannschaft an. Dies wird er wohl auch in Göteborg tun. Er ist auch der einzige Reiter, der mit drei Pferden nominiert ist. Quasi die Isabell Werth des Springens. In Aachen trug er mit zwei Nullrunden auf Pret a Tout keinen unerheblichen Teil zum Sieg bei. Im Großen Preis wurde es dann „nur“ Rang 13 mit jeweils einem Abwurf in beiden Umläufen.

Aufstrebende Klaphake

Ob Deutsches Spring- und Dressurderby in Hamburg, Deutsche Meisterschaften in Balve oder jüngst das CHIO Aachen – der Name Laura Klaphake fällt immer wieder. Zwar zählte sie schon immer zu den erfolgreichsten Nachwuchsreiterinnen Deutschlands, aber erst in diesem Jahr gelang ihr der Sprung nach ganz oben. Im Großen Preis von Hamburg wurde sie mit der erst neunjährigen Stute Catch me if you can Fünfte, die Deutschen Meisterschaften der Springreiterinnen gewann die 23-Jährige mit Silverstone und in Aachen gehörte sie zwar nicht zum Nationenpreisteam, drehte aber auch dort eine fehlerfreie Runde nach der anderen. Im Großen Preis blieben im ersten Umlauf noch alle Stangen liegen, im zweiten Umlauf kam ein ärgerlicher Fehler am letzten Hindernis hinzu. Immerhin wurde sie damit noch 13. und beste deutsche Reiterin.

Dauersieger Tebbel

In Aachen feierte der ebenfalls erst 23-jährige Maurice Tebbel seine Premiere im roten Sakko mit Chacco’s Son, alle Stangen blieben in beiden Umläufen liegen. Im Großen Preis stolperte der zehnjährige Chacco-Blue-Sohn am Aussprung der dreifachen Kombination und schied danach aus. Dafür spazierte Tebbel noch zum Sieg des U25 Springpokals. Traditionell wird das Finale in Aachen ausgetragen, Maurice Tebbel hatte dafür den achtjährigen Diarado-Sohn Don Diarado gesattelt.

Nervenstarker Weishaupt

Auch der 32-jährige Philipp Weishaupt gehörte in Aachen zum Nationenpreisteam. Dort musste er schon Nerven zeigen als letzter Starter für Deutschland und dem Wissen, dass seine Nullrunde über den Sieg entscheiden würde. Im Großen Preis fand Weishaupt mit seinem zehnjährigen Holsteinerhengst nicht zurück in die Nationenpreisform. Drei Springfehler im ersten Umlauf bedeuteten abgeschlagen den 29. Rang. Otto Becker fand dazu direkt tröstende Worte: „So was kann passieren, man sollte das nicht überbewerten.“ Zumal Convall und Weishaupt die letzten Wochen auch nicht gerade unerfolgreich unterwegs waren: unter anderem Platz zwei im Großen Preis von Calgary (CAN).

Reservistin Blum

Simone Blum, aktuell Deutsche Meisterin im Spingreiten, hat es nicht direkt ins Team geschafft. Sie fährt als Reservistin mit ihrer Stute DSP Alice mit. Nach ihrem Erfolg in Balve wären die beiden eigentlich Teil des Nationenpreisteams in Rotterdam (NED) gewesen. Die Stute verletzte sich aber leicht bei einem Springen vor dem Nationenpreis, Simone Blum hat sie danach in Absprache mit Otto Becker zurückgezogen. Vier Wochen später war beim CHIO Aachen schon wieder alles vergessen. Dritte im Preis von NRW und zwei Springfehler im Großen Preis. Letztes Wochenende beim Global Jumping Turnier in Berlin wurde das Paar Zweiter hinter Christian Ahlmann im Großen Preis.

St.GEORG NEWSLETTER

Schnell, aktuell und auf einen Blick wissen, was Sache ist!
Das bietet der St.GEORG Newsletter.