Future Champions 2019: Die großen Einzelentscheidungen am Finaltag

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Allegra Schmitz-Morkramer mit Lavissaro beim Preis der Besten (© Mirka Nilkens)

Die Future Champions in Hagen gingen gestern mit den wichtigsten Einzelentscheidungen auf dem Dressurviereck und im Parcours zu Ende. Die deutsche Hymne war gestern häufig zu hören, unter anderem nach dem Großen Preis der Jungen Reiter.

Den sicherte sich nämlich Mylen Kruse mit ihrem neunjährigen Chaccmo v. Chaccomo als die schnellste und zudem fehlerfreie Reiterin der fünf Teilnehmer am Stechen. Platz zwei holte Giavanna Rinaldi mit der Oldenburger Cassus-Tochter Concuela in die US. Die schnellste Vier-Fehler-Runde lieferte der Belgier Simon Morssinkhof auf Vivolta de Gree, einer zehnjährigen Diamant de Semilly-Tochter, Platz drei.

Die beiden weiteren Teilnehmer am Stechen und damit die Plätze vier und fünf kamen aus Deutschland: Ellen Krezl mit Brakaschi – einer Holsteiner Stute, die ebenfalls vom Franzosen Diamant de Semilly abstammt – und Enno Klaphake mit Brilliant du Rouet.

Großer Preis der Junioren

Bei den Junioren konnten sich acht Paare fürs Stechen qualifizieren. Alle blieben auch hier ohne Abwurf. Mit vier hundertstel Sekunden Vorsprung sicherte sich die Norwegerin Ada Alette Braaten Johnsen auf dem Iren Quarrycrest Reflection den Sieg. Sie kam nach 36,28 Sekunden ins Ziel, Platz zwei lag bei 36,32 Sekunden. Das war die Zeit von Marie Christine Sebesta aus Österreich im Sattel von Obora’s Sherbet. Platz drei ging wieder nach Skandinavien, genauer gesagt nach Dänemark, dank der 38,25 Sekunden von Theodor Linde und Salto des Nauves.

Beste Deutsche war auf Rang vier Milja Esser mit Ciance (0/38,29). Mit Matthis Westendarp auf Chillert Blue als Siebtem und Anna Jurisch im Sattel von Questo Vincitore auf Rang zehn schafften es außerdem noch zwei weitere deutsche Junioren in die Platzierungsränge.

Großer Preis Children nach Irland

Das wichtigste Einzelspringen der U14-Jährigen auf Großpferden, der „Children“, ging nach Irland. Ciaran Foley und sein 17-jähriger Routinier Ballylynch Wizzard waren das Maß der Dinge im Stechen, nahmen der Konkurrenz fast eine ganze Sekunde ab, 36,08 zu 37,03 Sekunden.

Letztere kamen von der Dänin Josephine Jacobsen auf Dakar, die damit Zweite wurden vor Toscane Carloni Richard aus Frankreich im Sattel von Ambre d’Ermisserie. Drei deutsche Platzierte gab es in dieser Reihenfolge an sechster, siebter und achter Stelle mit Charlotte Stuppi auf Asterix, Thore Stieper mit Cool Cat und Kiara-Malin Herold auf Monte Bellino.

Nationenpreis in die USA

Anne Kursinski höchstpersönlich hatte die US-Equipe nach Hagen begleitet, wo ja im Rahmen der Future Champions auch das neue olympische Format der Nationenpreise getestet wurde. Der der Jungen Reiter im Springsattel ging an das US-Trio, bestehend aus Giavanna Rinaldi mit Cleo van de Helle, Samantha Cohen und Billy Fanta sowie Claire McKean auf Isabelle. Die Equipe ließ sich keinen einzigen Fehler zuschuldn kommen.

Peter Teeuwens deutsches Team landete mit vier Fehlern auf dem zweiten Platz. Hier ritten Zoe Osterhoff auf Chacenny, Kathrin Stolmeijer mit Chevenez und Leonie Böckmann mit Label d’Amour.

Die Franzosen um Olivier Bost setzten sich mit acht Strafpunkten gegen Team Deutschland 2 durch, das ebenfalls acht Fehler hatte, aber langsamer unterwegs war. Für Frankreich ritten Jean Xhemal auf Reine de Maucourt, Alice Vancrayelynghe mit Ipsy und Manon Ravenel auf Ensing.

Team Deutschland 2 setzte sich zusammen aus Philipp Schulze Topphoff und Concordess, Max Haunhorst mit Chaccara und Cedric Wolf im Sattel von Chicitito.

Klarer U21-Sieg für Semmieke Rothenberger

Die Kür der O-Tour der Jungen Reiter (U21) auf dem Dressurviereck entschied nach einhelligem Richterurteil Semmieke Rothenberger mit Dissertation für sich. Stolze 81,372 Prozent sammelten sie. An zweiter Stelle reihten sich mit 77,954 Prozent Helen Erbe und der westfälische Fürst Piccolo-Sohn Fürst Kaspar ein, den die 18-Jährige (sie wird am 13. November 19) seit vergangenem Jahr reitet.

Der 16-jährige Fürst Kaspar war das erste Grand Prix Pferd der U25-Reiterin Sarah Runge. Als diese dann Nadine Capellmanns Dark Dynamic übernommen hatte, gab sie Fürst Kaspar zunächst an Emilie Kirsch, die ihn dreimal in Klasse M vorstellte, und dann an Helen Erbe, die ja im vergangenen Jahr unter anderem den Dressurpony-Bundeschampion Dark Delight B vorstellte.

Auch die Plätze drei und vier in der Hagener U21-Tour waren deutsch besetzt mit Alexa Westendarp auf Four Seasons (76,754) und Lia Welschof im Sattel ihres ehemaligen Junioren-Europameisters Linus K (75,804).

Die Familie Erbe hatte auch in der U21-Kür der I-Tour ein gewichtiges Wörtchen mitzureden. Helens Zwillingsschwester Linda und ihr seit Juniorentagen bewährter Fierro siegten mit 75,292 Prozent vor Lia Welschof auf Don Windsor, der einst mit Florine Kienbaum Medaillen gesammelt hatte (75,209 Prozent). Ein ganz besonderer Erfolg war der dritte Platz für Rebecca Horstmann und ihren Friend Of Mine mit genau 74 Prozent.

Gute Besserung, Rebecca!

Bei der 19-jährigen Rebecca Horstmann wurde schon vor einiger Zeit eine seltene Erkrankung festgestellt, ein Tumor am Sehnerv. Derzeit dreht ihr Alltag sich vor allem um den Kampf für ihre Gesundheit. Sie bekommt Chemotherapie, reitet ihren Friend of Mine aber trotzdem weiter.

Der Wallach wurde von der Familie selbst gezogen. Seinen Namen trägt er nicht von ungefähr. Das war schon immer so. Aber in den letzten Monaten hat er in Rebeccas Leben sicherlich noch einmal einen neu definierten Stellenwert bekommen. An dieser Stelle auch von unserer Seite alles erdenklich Gute für Rebecca Horstmann! So eine starke Kämpferin!

Children-Kür an Allegra Schmitz-Morkramer

Spätestens seit ihrem Preis der Besten-Sieg galt Allegra Schmitz-Morkramer als Favoritin auf die Siege in der Children-Tour. Der Rolle wurde die Schleswig-Holsteinerin im Sattel ihres Lissaro-Sohnes Lavissaro voll gerecht: Sieg in der Children-Kür mit 77,202 Prozent. Platz zwei ging an Teamkollegin und PdB-Silbermedaillengewinnerin Lisa Steisslinger auf Havanna Negra (72,381), gefolgt von der Niederländerin Lara van Nek mit Amazing Comeback (72,262).

In der I-Tour der Children triumphierte Kenya Schwierking auf Dinos Boy mit 75,119 Prozent, gefolgt von Marlene Usbeck und Adriano (74,286). Jona-Emily Bomberg und Sinatra M holten die weiße Schleife (73,631).

Spanischer U18-Sieg

Die finale Entscheidung in der O-Tour der Junioren (U18) war schon am Samstag gefallen. Die I-Tour wurde mit 76,142 Prozent zur Beute der Spanierin Natalia Bacariza Danguillecourt auf Romantico Ymas.

Der neunjährige Belissimo M-Sohn sammelte die ersten internationalen Erfolge 2018 unter Spaniens Nachwuchsstar Juan Matute Guimon, wird aber seit diesem Jahr von der noch nicht ganz 18-jährigen Natalia geritten, die mit ihm nun Vierte der Junioren-Weltrangliste ist.

Das Nachsehen hatten Henriette Schmidt auf Rocky’s Sunshine (76,084) Auf Rang zwei, gefolgt von Romy Allard und Summer Rose als Dritte (75,417).

Antonia Busch-Kuffner siegt bei den Ponys

Auch im Ponylager waren die Medaillenträger vom Preis der Besten das Maß der Dinge – und zwar in derselben Reihenfolge wie in Warendorf: Antonia Busch-Kuffner auf dem ehemaligen zweifachen Bundeschampion Daily Pleasure WE (79,334) vor Kristy Oatley-Nists Tochter Rose im Sattel von Daddy Moon (78,5) und der Bundesnachwuchschampionesse 2017, Johanna Kullmann mit Champ of Class (76,750).

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