Generalversammlung IJRC: Staut bleibt Präsident, Einigkeit, dass Olympia nicht so bleiben kann

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Der wiedergewählte IJRC Präsident Kevin Staut und Eleonora Ottaviani. (© IJRC)

Der CHI Genf bot am Freitag den Rahmen für die Generalversammlung des International Jumping Riders Club (IJRC). Neben Vorstandswahlen beherrschte vor allem ein Thema die Diskussion: das olympische Format.

Schwedens Peder Fredricson verlässt den Vorstand des IJRC. Neu hinzugekommen sind Emilio Bicocchi und Pedro Veniss, der ja auch Athletenvertreter innerhalb des FEI Jumping Committees ist. Weitere Mitglieder sind Eleonora Ottaviani, Steve Guerdat, François Mathy, Henrik von Eckermann, Rodrigo Pessoa, Max Kühner und Ludger Beerbaum.

Unter den Reitern herrschte weitgehend Einigkeit darüber, dass es nicht dabei bleiben könne, das olympische Format von Tokio beizubehalten. Ludger Beerbaum war per Video zugeschaltet und stellte fest: „Wir müssen jetzt Maßnahmen ergreifen, sonst verschwenden wir nur Zeit.“

George Dimaras, der Vizepräsident des europäischen Verbandes EEF, wies darauf hin, dass von all den wahlberechtigten Mitgliedsverbänden nur wenige wirklich verstehen, was es mit den angesprochenen Problemen auf sich hat. Daher sei es so wichtig, hier Aufklärungsarbeit zu leisten. Man müsse ihnen die Auswirkungen ihrer Entscheidungen klar machen.

Elena Ottaviani hatte ja vor einigen Tagen bereits eine Mitteilung veröffentlicht, in der sie deutlich machte, dass die große Mehrheit derjenigen, die bei der FEI Generalversammlung für die Beibehaltung des jetzigen olympischen Formats gestimmt haben, gar nicht in Tokio waren – dafür aber fast alle Nationen, die dagegen waren.

Nachwuchreiterin Jodie Hall McAteer unterstrich noch einmal wie wichtig es sei, auch immer die nächste Generation im Blick zu halten. Schließlich seien sie es, die in Zukunft mit den Entscheidungen von heute leben müssen.

Die Seite der FEI

Für die Seite des Weltreiterverbands sprach FEI Jumping Committee Direktor Marco Fuste. Er betonte, dass Olympische Spiele nicht unter der Ägide der FEI abgehalten werden, sondern unter der des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Wer also möchte, dass der Reitsport Teil von Olympia bleibt, müsse sich den IOC-Wünschen beugen. Und das bedeutet vor allem: more flags, mehr Nationen.

Fuste erklärte es werde keine Änderungen bei Europa- und Weltmeisterschaften geben, ebenso wenig wie bei Nationenpreisen.

Fazit: Es geht um die Pferde

Es war ein langer, intensiver Meinungsaustausch, an dessen Ende man sich einig war, dass es doch vor allem um die Pferde gehe. Sie seien es, die den Sport einzigartig machen und sie müssen absolute Priorität haben. Man müsse sie respektieren und schützen. Pferde und Reiter in einen Parcours zu schicken, den zu springen sie nicht in der Lage sind, hat nichts mit Sport zu tun. Das sei unsportlich.

Rodrigo Pessoa fasste die Meinung seiner Kollegen zusammen: „Bis jetzt waren wir noch still und haben uns zurückgehalten.“ Doch jetzt sei es an der Zeit, zu sprechen und sicherzugehen, dass man gehört wird. Jeder habe sehen können, was in Tokio passiert ist.

www.ijrc.org