Genf: Rolex Grand Prix für Pedro Veniss

CHI Geneva 2016

Der Pott ist das Ziel – und Pedro Veniss ist diesem Traum heute ein Stückchen näher gekommen mit seinem Sieg im Rolex Grand Prix von Genf 2016. (© Rolex)

Zum ersten Mal in der ja noch recht jungen Geschichte des Rolex Grand Slam hat ein Brasilianer die Chance auf den ganz großen Coup. Den Grundstein dafür legte heute Pedro Veniss in Genf.

Mit einer blitzschnellen Null-Fehlerrunde im 16-köpfigen (!) Stechen auf seinem herrlichen Selle Francais-Hengst Quabri de l’Isle waren Pedro Veniss die 400.000 Schweizer Franken (372.295 Euro) für den Sieger sicher. Über Platz zwei konnte sich Belgiens Olivier Philippaerts auf der zehnjährigen Landzauber-Tochter Legend of Love freuen. Rang drei ging an das Siegerpaar von Spruce Meadows: Scott Brash auf der 15-jährigen Ahorn-Tochter Ursula. Brash weiß nur zu genau, wie Pedro Veniss sich gerade fühlt. Der gebürtige Schotte hatte 2014 in Genf die Ehrenrunde angeführt und damit die Grundlage für den bislang größten Triumph seiner Karriere gelegt, den Gewinn des Rolex Grand Slam. Zu gerne hätte Brash den Coup wohl wiederholt. Und als Dritter war er heute ja auch nah dran an der Etappe Nummer zwei nach Kanada. Aber es hatte nicht sollen sein.

Chance auf die Million

Den könnte sich nun auch Pedro Veniss schnappen. Der Rolex Grand Slam setzt sich aus dreien der prestigeträchtigsten Großen Preise der Welt zusammen: Aachen, Spruce Meadows und eben Genf. Wenn Veniss auch in Aachen gewinnt, wären ihm 500.000 Euro zusätzlich zu den Preisgeldern sicher. Und wenn er in Spruce Meadows noch einmal vorweg galoppiert, gäbe es eine Million Euro als Bonus. Das Unterfangen klingt nach einem Ding der Unmöglichkeit, ist es aber nicht, wie Scott Brash im vergangenen Jahr unter Beweis stellte.

Ein Traum!

Pedro Veniss konnte sein Glück auch nach der Siegerehrung noch gar nicht fassen: „Es ist wie ein Traum, ich kann es noch gar nicht richtig fassen“, meinte er völlig überwältigt. In Aachen wird er im Juli die Chance haben, sogar noch eins drauf zu setzen.

Aber auch dort wird er es erneut mit Scott Brash zu tun bekommen. Denn selbst wenn es heute nicht geklappt hat, hat er immer noch die Chance auf einen Euro extra in Form des sogenannten „two-out-of-three“ Bonus, den Rolex für diejenigen Reiter aussschüttet, die innerhalb eines Zyklus zwei Majors gewinnen, aber nicht hintereinander.

Und der deutsche Hoffnungsträger?

Die Chance, sich diesen Bonus zu sicher, hätte heute auch Aachen-Sieger Philipp Weishaupt gehabt. Aber zwei Abwürfe im Normalparcours mit Lord Chambertin v. Lord Z machten diese Hoffnung zunichte.

Bestes deutsches Paar waren Christian Ahlmann und Taloubet Z auf Rang 15. Der Hengst, der gemäß Ahlmanns Wunsch in Rio sein letztes Championat ging, kam heute im Stechen auf für ihn völlig untypische 15 Fehler.

Sowohl Daniel Deußer auf First Class van Eeckelghem als auch Meredith Michaels-Beerbaum mit Fibonacci hatten acht Strafpunkte im ersten Umlauf. Bei Janne Friederike Meyer und ihrem Wandor van de Mispelaere-Sohn Goja waren es 16. Marcus Ehning und Pret a Tout gaben auf.

Nino nun in Rente

Beim Lieblingsturnier seines Reiter, wo er zweimal den Großen Preis gewinnen konnte, wurde heute Olympiasieger Nino des Buissonnets in den Ruhestand verabschiedet. So würdig, wie Steve Guerdat es sich für dieses Weltpferd gewünscht hat: Auf der Höhe seines Könnens. Mit einer fehlerfreien Runde im ersten Umlauf hätte Nino sogar noch alle Chancen auf einen Sieg gehabt. Hier nahm der Franzose dann zwei Stangen mit und wurde Zwölfter. Bye Bye, Flying Nino!

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