Hamburger Derby: „Es gibt nichts besseres in Deutschland!“

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Vom 24. bis 28. Mai geht es in Hamburg wieder um Siegerkranz und blaues Band beim Deutschen Spring- und Dressurderby. Mit dabei ist unter anderem der Sieger von 2013, Gilbert Tillmann. Und zwar mit „Plan B oder C“.

Sein Derby Partner von 2013, Hello Max, genießt seine Rente auf Usedom. Verdient hat er sie sich allemal. Mit 19 Jahren hat er das Deutsche Springderby in Hamburg gewonnen. Es war zugleich sein Abschied vom Sport. 25 S-Siege hat er gesammelt. Und das als „Antisportler“ wie sein Reiter ihn nennt. Denn seine Karriere begann als Schulpferd. Oder vielmehr sollte sie so beginnen. Es kam anders, denn die Reitschüler wurden serienweise von Hello Max auf den Boden der Tatsachen zurückbefördert. Eine verlässliche Größe war Hello Max hingegen im Karnevalsumzug – in der Heimat seines Rheiters, dem Rheinland, eine wichtige Eigenschaft. Nur was sollte man den Rest des Jahres mit dem in Irland gezogenen Wallach anfangen?

Ein Pferd, das so bocken kann wie Hello Max, das könnte ja eventuell auch einen Sprung machen. Schon nach dem ersten Versuch war klar: Das ist die Bestimmung dieses nicht gerade von außergewöhnlicher Schönheit gesegneten Dunkelbraunen. Das grandiose Finale ist bekannt. Das Derby schreibt eben Geschichten.

Einen Hello Max hat Glbert Tillmann nicht mehr im Stall. Und sein derzeit bestes Pferd Hadjib ist verletzt. „Plan B oder C“, wie Tillmann sagt, ist nun ein achtjähriger Holsteiner namens Claus Dieter, den er von seinem Bruder zur Verfügung gestellt bekommen („Ich habe einen sehr netten Bruder!“). So kann Tillmann auch dieses Jahr trotz aller Widrigkeiten erneut beim Derby dabei sein. Denn das ist „DAS Top-Event in Deutschland“, so Tillmann, und für ihn sein absolutes Lieblingsturnier, auf das er alles andere ausrichtet.

Casalls letztes Turnier

Das, was Gilbert Tillmann 2013 durchgestanden hat, steht Rolf-Göran Bengtsson dieses Jahr bevor. Er wird seinen langjährigen Erfolgspartner Casall in Hamburg endgültig aus dem Sport verabschieden. Ein letztes Mal wird das Holsteiner Aushängeschild v. Caretino mit seinen nun 18 Jahren in Hamburg beim Global Champions Tour-Springen dabei sein, jener Fünf-Sterne-Serie an der Casall 39 mal teilgenommen und nur dreimal kam er nicht in den zweiten Umlauf. Stolze Bilanz! In diesem Jahr will Bengtsson es noch einmal wissen. Aber dann ist Schluss. Und er weiß: „So ein Pferd bekomme ich nie wieder.“ Insofern, ein Tipp für alle Besucher des Derbys: Taschentücher bereithalten!

Mehr Geld denn je

Die Hauptsponsoren des Derbys wie die DKB Bank, J.J. Darboven, Möbelhersteller Mauser und Easy Motion Skin EMS sind sich einig: „Es gibt nichts Besseres in Deutschland als das Derby in Hamburg!“ In diesem Jahr wurde das Preisgeld nochmals aufgestockt auf nun 1,4 Millionen Euro. Ein Großteil davon wird am Samstag bei Global Champions Tour und Global Champions League verteilt. Aber auch das Mercedes-Benz Championat am Donnerstag ist um 40.000 Euro (zusätzlich zur Nobelkarosse für den Sieger) lukrativer geworden.

Das Derby ist ja bekanntlich etwas für Spezialisten und selbst international hoch erfolgreiche Profis in der Spitze der Weltrangliste (gemeint sind die zweibeinigen) scheuen mitunter den Abstieg vom Wall. Nicht so Christian Ahlmann. Er will dieses Jahr den schwierigsten Parcours der Welt bezwingen.

Dressur bleibt

Derby-Chef Volker Wulff verspricht: Der Pferdewechsel beim Dressurderby bleibt! Sowohl bei den Ponyreitern als auch in der U25-Tour und natürlich bei den Grand Prix-Reitern gehört der Pferdetausch zu den absoluten Publikumsmagneten. Allein aus Deutschland haben sich drei Kaderreiterinnen angekündigt: Anabel Balkenhol, Fabienne Lütkemeier und Kathleen Keller.

Es empfiehlt sich, rechtzeitig Karten zu kaufen. Die Tribünenplätze am Springplatz sind für Samstag und Sonntag bereits vergriffen. Aber Stehplätze gibt es noch.

Alle Infos finden Sie unter www.engarde.de.