Herpes in Valencia: FEI bestätigt vier tote Pferde, 21 Tierärzte vor Ort

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Ein in Valencia an Herpes erkranktes Pferd wird in Frankreich behandelt. (© Facebook/ChristopheSchlotty)

Auch weiter wütet Herpes in Valencia. Mittlerweile steht fest: Vier Pferde sind gestorben, über 80 zeigen Symptome. Der Weltreiterverband (FEI) koordiniert Hilfsmaßnahmen.

Man erlebe gerade den wahrscheinlich schlimmsten Ausbruch des Equinen Herpes Virus, Typ 1 seit Jahrzehnten in Europa. Das schreibt der Weltreiterverband (FEI) in seinem heutigen Update. Die spanischen Tiergesundheitsbehörden kümmern sich vor Ort um die Erkrankungen an Herpes in Valencia: Die FEI unterstütze vor Ort und stimme weitergehende Maßnahmen mit der Spanischen Federation ab, heißt es. Hier ein Auszug zum Stand der Dinge:

„Tragischerweise sind vier Pferde im Verlauf des Wochenendes gestorben. 84 Pferde zeigen in den Stallungen klinische Symptome und werden behandelt, weitere elf Pferde sind in externen Kliniken untergebracht (neun in Valencia, zwei in Barcelona). Die medizinische Versorgung der Pferde vor Ort konnte massiv verbessert werden durch Medikamente und weitere Tierärzte. Insgesamt sind jetzt 21 Tierärzte vor Ort.“

Mittlerweile habe man weitere Stallzelte bestellt, um vor Ort die gesunden oder gesundeten Pferde von den kranken zu trennen. Noch heute, 1. März, sollen 44 temporäre Boxen aus Südfrankreich vor Ort ankommen. Um 22 sollen auch die Kapazität der Klinik in Valencia erhöht werden. Aus Frankreich sind aufblasbare Matten im Anrollen. Bei schweren Verläufen von EHV-1 schwanken die Pferde, verlieren die Balance, fallen hin oder können gar nicht mehr aufstehen. Diese Matten stützen die Pferde, wenn sie wieder stehen. Für den Kreislauf und die Organe ist es wichtig, dass die Pferde so schnell wie möglich wieder in den Vierfüßlerstand kommen. Das Gewicht der Organe und deren Einschränkung kann sonst weitere schwerwiegende Probleme nach sich ziehen. Aus der Schweiz kommen Schlingen und Netze, die unter den Rumpf betroffener Pferde gespannt ein Stabilisieren des Patienten ermöglichen. Diese Maßnahmen sollen gegen weitere Todesfälle wegen Herpes in Valencia unterstützen.

Appell auf Facebook wegen Herpes in Valencia

Der französische Tierarzt Christoph Schlotterer hatte ein Video eines achtjährigen Pferdes auf Facebook gepostet, das an einem Frontlader aufgehängt allmählich wieder auf die Füße kommt. Der Zusammenschnitt dokumentiert den Krankheitsverlauf einer Woche. Das Pferd war an Herpes in Valencia erkrankt, wird nun behandelt. Auch wenn die Bilder alles andere als schön sind, machen sie dennoch Mut. Sie zeigen, dass selbst Pferde, die nur noch liegen können, mit entsprechender medizinischer Intensivbetreuung buchstäblich wieder auf die Füße kommen können. Er appellierte, das Video zu teilen und fordert einen sofortigen Stop aller turniersportlichen Aktivitäten in der Region.

https://www.facebook.com/100011274514801/videos/1311946559191149

Aus Frankreich und Deutschland seien Tierärzte nach Valencia gereist, schreibt die FEI. Ein Mitarbeiter der Veterinärabteilung der FEI koordiniert in Valencia die Kommunikation zwischen den lokalen Behörden, den Organisatoren in Valencia und den Reiterinnen und Reitern.

Besonders aggressive Virus-Variante

Was den Ausbruch von Herpes in Valencia zusätzlich gefährlich macht: Es handele sich um einen besonders aggressiven Erregerstamm, so die FEI. Das ließe sich aus ersten gemeldeten Fällen aus Frankreich, Belgien und Deutschland schließen. Diese Fälle hätten ihren Ursprung in Valencia. „Wir bleiben besorgt, dass mehrere kranke Pferde und solche, die Kontakt mit infizierten Pferden hatten, die Reitanlage verlassen haben noch bevor diese geschlossen wurde und dass diese Pferde die Seuche nun weitertragen.“

Die nationalen Dachverbände sind informiert und alle Pferde, die in Valencia waren, müssen isoliert werden. Dies werde auch überprüft.

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Parallel zu den aktuellen Maßnahmen wird dieser Herpes-Ausbruch auch durch Epidemiologen von der FEI untersucht. Fest steht schon jetzt, dass 752 Pferde in Valencia am Start waren. Wie viele davon geimpft waren, eine Impfpflicht besteht für EHV-1 nicht, wird jetzt unter anderem geklärt. Auch welche Pferde mit welchem Impfstatus wie reagiert haben – asymptomatischer Verlauf oder Krankheitsanzeichen – soll dokumentiert werden.

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