McLain Wards Clinta wird nicht mehr in den Sport zurückkehren

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Von diesem Pferd haben in Tryon alle gesprochen: Clinta v. Clinton und McLain Ward (USA). (© Pauline von Hardenberg)

Es war eine erfolgreiche, aber sehr kurze Partnerschaft. McLain Ward hat bekannt gegeben, dass die OS-Stute Clinta, mit der er 2018 Mannschaftsweltmeister in Tryon wurde, nicht mehr in den Sport zurückkehren wird.

„Ich muss mit Bedauern verkünden, dass auch nach einem Jahr voller Versuche Clinta nach ihrer Verletzung wieder in den Sport zu bringen, die Entscheidung zusammen mit ihren Besitzern, den Sweeneys und Susan Heller, gefällt wurde, sie aus dem Sport zurückzuziehen“, schreibt McLain Ward auf seiner Facebook-Seite. Den Grund für die vorzeitige Rente erklärte er so: „Sie ist gesund und lahmfrei, aber wir merken, dass sie körperlich nicht in der Lage ist, den Ansprüchen der Prüfungen auf höchstem Level Stand zu halten.“

Über Clinta

Im Jahr 2017 begann die gemeinsame Geschichte der beiden, nachdem Ward die Oldenburger-Stute auf dem CHIO Aachen entdeckte. Damals befand sich Clinta (v. Clinton-Lord Pezi) noch im Besitz von Paul Schockemöhle und sprang unter Philip Rüping, der sie in den Sport gebracht und bereits zahlreiche Erfolge mit ihr hatte.

Sieben Monate lang wurde verhandelt, danach wechselte Clinta zu McLain Ward. Die gemeinsame sportliche Geschichte begann direkt sehr erfolgreich. Im April 2018 gewannen sie die Longines Masters von New York. Danach folgten weitere Erfolge unter anderem in Old Salem (New York), Devon (Pennsylvania), Rotterdam (Niederlande) und dort wo alles begann, in Aachen.

So wurde Ward für das US-Team bei den Weltreiterspielen September 2018 aufgestellt. Gemeinsam gewannen sie die Goldmedaille in Tryon. In der Einzelwertung belegte das Paar Rang vier. Zum Abschluss des Jahres erreichten sie einen dritten Platz auf dem Treppchen des Rolex IJRC Top 10 Finales in Geneva (Schweiz).

So erfolgreich alles begann, so schnell war es zu Ende. 2018 sollte die einzige Saison bleiben, in der Clinta konstant im Sport war. 2019 und 2020 ging sie noch etwa eine Handvoll Turniere, dann war Schluss. Nun soll sie Fohlen bekommen.

McLain Ward sagt: „Clinta ist das qualitätsvollste Pferd, was ich jemals geritten bin und dazu das Herz einer Kämpferin.“ In Zukunft soll die 14-jährige Clinton-Tochter, und zwar persönlich. Ward erklärt: „In einer Zeit, wo viel auf neue Technologien in der Zucht gesetzt wird, haben wir uns dazu entschieden den natürlichen Weg zu gehen und Clinta ihre Fohlen austragen zu lassen. Wir hoffen ihr Kampfgeist und ihr großes Herz wird an ihre Nachkommen weitergegeben. Wir wünschen Clinta nichts anderes als eine glückliche Rente!“

(Janne Baumann)

  1. Helmold Baron von Plessen

    Es ist schoen, zu lesen, dass es in einer Zeit, wo viel auf neue Technologien i.d. Zucht gesetzt wird, es noch Pferdeleute gibt, die sich dazu entscheiden, den natuerlichen Weg zu gehen und ihre Stute ein moegliches Fohlen, ganz normal austragen zu lassen. Bravo !

  2. M. Bach

    Vielen Dank für diese Worte: ich bin ganz bei Ihnen!
    Was z.B. der braven Weihegold alles abverlangt wird, empfinde ich schon als maximales Gewinnstreben, um nicht vom Rande der Ausbeutung zu sprechen.

    Es soll jetzt sogar eine APP geben, bei der Züchter eingeben können, welche Qualitäten ihnen besonders wichtig sind, um kleine Schwächen ihrer Stuten auszugleichen. Das stelle ich mir dann wie eine Art Partnerbörse vor. Ich möchte nicht glauben, dass sich züchterisches Know-how, Erfahrung und menschliche Intuition einfach so durch Algorithmen ersetzen lassen.

    Oft soll das Glück erzwungen werden, man will die vollkommene Kontrolle und Berechenbarkeit – und es fehlt an der nötigen Demut.

    Dadurch bringt man sich aber selbst um die Freude einer züchterischen Sternstunde, die einem in dieser Intensität nur geschenkt werden kann, wenn Know-how, Erfahrung, menschliche Intuition und auch ein Quäntchen Zufall und Schicksal zusammenspielen.

  3. Brigitte Bernhard

    Nur wahre Pferdeleute tragen das System Zucht und Sport der Zukunft dauerhaft. Das war früher so und ist auch heute so. Geld verdienen ist in Ordnung, aber nicht auf Kosten und zu Lasten der Kreatur Pferd, die wir lieben. Die Zuchtverbände und die FN sind gefordert, klare Vorgaben und Regeln zu geben. Gebt PETA keine Chance. Es ist viel zu tun, packen wir es gemeinsam an.

  4. Brigitte Bernhard

    Liebe Frau Sieg, mein Gott, Sie haben recht !! Die Verbindung/der Zusammenhang ist mehr als unglücklich. Hier ist Ironie leider noch untertrieben ….


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