Mexiko Stadt: Erstes Global Champions Tour Springen 2018 für Scott Brash

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Scott Brash und Ursula XII auf dem Weg zum Sieg beim Global Champions Tour Springen in Mexiko Stadt. Sie waren die ersten Sieger 2018. (© Stefano Grasso/GCT)

17 Jahre alt ist Scott Brashs Ursula XII nun und ja, das bestätigt der Brite, es könnte ihre letzte Saison werden. Das wird ein großer Verlust für ihn, wie die beiden gestern im ersten Global Champions Tour-Springen des Jahres eindrucksvoll demonstrierten.

Acht Paare im Stechen, darunter neben Scott Brash und Ursula XII auch Paare wie Alberto Zorzi (ITA)/Contanga (André Thiemes ehemaliges Spitzenpferd), Eric Lamaze (CAN)/Fine Lady, Gerco Schröder (NED)/London und Daniel Deußer mit Tobago Z, der gestern zu größten Hoffnungen Anlass gab.

Als erster musste die Spanierin Paola Amilibia auf der Selle Francias Stute Prunella d’Ariel v. Diamant de Semilly ins Stechen. Vier Fehler leisteten die beiden sich, zu viel für das Weltklassefeld, gegen das sie antraten.

Als nächster war Alberto Zorzi an der Reihe. Der Italiener, der für den Stall von Global Champions Tour-Erfinder Jan Tops reitet, hat das Glück, Contanga von Athina Onassis zur Verfügung gestellt zu bekommen, die auch bei Tops trainiert. Contanga, die 14-jährige OS-Stute v. Catoki, demonstrierte, wie man den Stechparcours angehen muss. Fehlerfreie 40,37 Sekunden mussten erst einmal geschlagen werden.

Als nächster war Daniel Deußer mit Tobago Z an der Reihe. Für den erst zehnjährigen Zangersheider v. Tangelo van de Zuuthoeve war Mexiko Stadt der erste schwere Große Preis auf Rasen. Er meisterte seine Sache blendend und nahm der erfahrenen Contanga noch einmal sechs hundertstel Sekunden ab.

Die Siegerrunde

Scott Brash weiß, was er an seiner Ursula XII hat. Die Ahorn-Tochter, die ja auch schon den Großen Preis von Spruce Meadows gewonnen hat, spielte all ihre Qualitäten aus und nutzte ihren großen Galoppsprung, um hier und da einen weniger in den Distanzen zu machen. Die Zeit sprach für sich: 38,65 Sekunden.

Das sollte an diesem Tag nur einer unterbieten können: Eric Lamaze mit der vogelleicht springenden 15-jährigen Hannoveraner Stute Fine Lady v. Forsyth. Nach 37,52 Sekunden kamen sie ins Ziel, hatten einen Abwurf aber nicht verhindern können. Damit gehörten die 102.300 Euro für den Sieger Scott Brash, der ja schon zweimal auch die Gesamtwertung der Global Champions Tour hatte gewinnen können.

Daniel Deußer und Tobago Z belegten Rang zwei, gefolgt von Alberto Zorzi und Contanga. Eric Lamaze reihte sich als Vierter ein. Zur Begeisterung des heimischen Publikums hielt Nicolas Pizarro auf dem KWPN-Hengst Ares v. Cardento die mexikanische Flagge als Fünfter hoch (4/40,80).

Dahinter schlossen sich in der Reihenfolge an: Gerco Schröder und London (4/40,83), Paola Amilibia und Prunella d’Ariel (4/46,46) sowie Jerome Guery mit Garfield de Tiji des Templiers (12/55,92).

Marcus Ehning war seinem For Pleasure-Sohn Funky Fred als Reiter mit der drittschnellsten Vier-Fehler-Runde im Umlauf und damit Elfter in der Rangfolge ebenfalls noch im Geld. Bei Christian Kukuk und Limonchello war zwar ebenfalls nur eine Stange gefallen, aber die Zeit reichte nicht mehr für die Platzierung. Stallkollege Philipp Weishaupt kam mit der Hannoveraner Stute Sansibar v. Stakkato Gold auf acht Fehler. Bei David Will und dem zwölfjährigen Belgier Deluxe Ilton wurden es zwölf Strafpunkte.

Die letzte Saison

Scott Brash war nachvollziehbarerweise happy nachdem er sich die obligatorische Champagnerdusche abgeholt hatte: „Ich bin absolut hoch erfreut für Ursula und mein Team. Dies ist wahrscheinlich ihre letzte Saison, daher ist dieser große Sieg hier in Mexiko wirklich ein toller Lohn für uns alle.“

Allerdings war er sich seiner Sache noch keineswegs sicher nach seiner Superrunde, in der er wie geplant, Ursulas großen Galoppsprung genutzt hat, um entscheidende Sekundenbruchteile gut zu machen. „Ich habe ganz sicher nicht daran geglaubt, gewonnen zu haben, bevor nicht Eric Lamaze und Gerco Schröder geritten waren, weil die beiden normalerweise so schnell sind. Es ist großartig zu sehen, dass London wieder fit ist. Er sprang großartig. Daher wusste ich, dass er mir als letzter noch gefährlich werden kann.“

Scott Brash ist nun der erste Teilnehmer am neuen Global Champions Tour Super Grand Prix für die Sieger der einzelnen Etappen. Dieses Springen der besten der Besten findet im Dezember in Prag statt.

Daniel Deußer mit neuem Star

Deutschlands Bester bei der ersten GCT-Etappe, Daniel Deußer, wusste genau, woran es gestern gehakt hat, war aber trotzdem sehr zufrieden: „Tobago ist erst zehn Jahre alt und ich habe ihn seit fast zwei Jahren. In der letzten Saison ging er vor allen Dingen die mittleren Springen über 1,45 bis 1,50 Meter. Über den Winter war er sehr konstant und ging seinen ersten Großen Preis. Heute war eigentlich sein erster Fünf-Sterne-Grand Prix draußen, von daher bin ich sehr glücklich über ihn. Er ist eine super erste Runde gesprungen. Im Stechen war ich nicht sicher, wie schnell ich mit ihm reiten kann und ich war sicher, wenn nach mir noch einer null reiten würde, wäre er ein bisschen schneller. Ich war daher zufrieden mit meinem Stechen, auch wenn ich vielleicht einen Galoppsprung zu viel von Hindernis eins auf zwei gemacht habe. Aber heute kann ich sehr zufrieden sein mit unserer Runde.“

Hier die Runde des Siegers:

GCL an die Miami Celtics

Ehe es um den Großen Preis ging, wurde die Global Champions League-Etappe entschieden. Der Sieg ging an die Miami Celtics mit den beiden Iren Michael Duffy auf dem zwölfjährigen Lauriston-Sohn Top Contender (5/0) und Denis Lynch im Sattel des zehnjährigen Nabab de Reve-Sohnes Cadeau de Muze (1/0).

Die Paris Panthers waren nach der ersten Wertung in Führung gegangen dank fehlerfreier Runden der Aachen-Sieger Gregory Wathelet und Coree sowie Darragh Kenny auf Cassini Z v. Cassini II. Doch im zweiten Umlauf fielen bei Darragh Kenny zwei Stangen, diesmal allerdings mit dem elfjährigen Heartbreaker-Sohn Team de Coquerie und bei Gregory Wathelet und Coree wurde es ein Fehler.

Alle Ergebnisse aus Mexiko Stadt finden Sie hier.

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