Nationenpreis-Finale 2019: Irland holt mit Sieg Ticket für Tokio, Deutschland ohne Glück

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Rodrigo Pessoa (mi.), Nationaltrainer der Iren, bejubelte mit seiner Mannschaft den Sieg im Nationenpreis-Finale 2019 von Barcelona. (© FEI/ Lukasz Kowalski)

Es hat heute nicht so richtig sollen sein für die deutschen Springreiter: Im Nationenpreis-Finale von Barcelona kam das Team nicht über den sechsten Platz hinaus. Um einiges besser lief es hingegen für die Iren!

Schon nach den ersten Reitern der besten acht Teams, die es ins Nationenpreis-Finale 2019 geschafft hatten, stand fest: Das wird heute kein Durchmarsch! Lediglich dem Belgier Olivier Philippaerts gelang eine Nullrunde, der 26-Jährige brachte seine Mannschaft somit in eine gute Ausgangsposition. Bei Marcus Ehning und Funky Fred summierten sich hingegen ein Fehler am Wasser und ein weiterer Abwurf zu acht Strafpunkten. Aber noch war nichts entschieden.

Als zweites Paar für Deutschland gingen Maurice Tebbel und sein rheinländischer Hengst Don Diarado in den Parcours. Wie schon im ersten Umlauf am Donnerstag, patzten die beiden am Wasser und nahmen außerdem eine weitere Stange mit. Damit stand schon einmal fest, dass die Equipe von Bundestrainer Otto Becker mit mindestens acht Zählern auf dem Konto die Prüfung beenden würde.

Christian Ahlmann entschied sich heute für einen Pferdewechsel: Statt seinem EM-Partner Clintrexo Z, den er am Donnerstag geritten hatte, brachte er den zehnjährigen Take a Chance on Me Z an den Start. „Christian hatte das bessere Gefühl auf ihm. Also haben wir gemeinsam beschlossen, dass Take a Chance on Me am Sonntag geht,“ begründete der Bundestrainer die Änderung. Allerdings zeigte sich der Taloubet Z-Sohn heute nicht fehlerfrei, sammelte insgesamt zwölf Strafpunkte. Die Ritte von Ehning und Tebbel flossen somit in die Wertung ein.

Auch Schlussreiter Daniel Deußer konnte trotz einer sicheren Nullrunde auf seinem erneut grandios springenden Tobago Z nicht mehr allzu viel ausrichten. Zu groß war bereits der Abstand auf die vorderen Nationen. Immerhin ließen die Deutschen mit insgesamt 16 Strafpunkten noch die Schweiz und Kolumbien hinter sich, wurden somit Sechste. „Das ist enttäuschend, wir hatten uns mehr erhofft. Für uns war es insgesamt eine durchwachsene Nationenpreis-Saison, lediglich die Europameisterschaft in Rotterdam ist mit Silber gut verlaufen. Aber so ist der Sport. Jetzt schauen wir in die Zukunft zu den Olympischen Spielen im kommenden Jahr“, lautete das Fazit von Otto Becker.

Spannend bis zum Schluss

Erst der letzte Reiter brachte die Entscheidung in Barcelona, denn bis dahin hatte alles nach einem Triumph für den Vorjahressieger Belgien ausgesehen. Die amtierenden Europameister lagen nach den ersten drei Reitern dank der fehlerfreien Runden von Olivier Philippaerts mit Extra und Jerome Guery mit Quelle Homme de Hus in Führung. Ausgerechnet dem Routinier Gregory Wathelet passierte dann allerdings mit Nevados ein ärgerlicher Fehler auf der Schlusslinie. Das Paar musste eine extra Volte drehen, kam insgesamt auf elf Strafpunkte. Damit zählten die vier Strafpunkte von Niels Bruynseels und Jenson van’t Meulenhof für das Endergebnis der Belgier.

Nur einen Zeitfehler leisteten sich hingegen die Iren – dieser ging auf die Kappe von Darragh Kenny und Balou du Reventon. Da sowohl Cian O’Connor mit PSG Final als auch Paul O’Shea mit Machu Picchu null blieben, dienten die vier Strafpunkte von Peter Moloney und Chianti’s Champion als Streichergebnis. Nationaltrainer Rodrigo Pessoa konnte sich damit über den Sieg im Nationenpreis-Finale und 417.000 Euro Preisgeld für seine Mannschaft freuen. Außerdem sicherte sich Irland das Ticket für die Olympischen Spiele 2020 in Japan.

Der dritte Platz ging an die Schweden, die mit Hendrik von Eckermann und Mary Lou, Fredrik Jonsson und Cold Play, Evelina Tovek und Dalila de la Pomme sowie Peder Fredricson und All In auf zwölf Strafpunkte kamen. Ebenso viele Zähler hatten zwar die Italiener und Franzosen unter dem Strich, allerdings entschied die beste Zeit. Damit landete Italien auf Rang vier, die Franzosen wurden Fünfte.

Ein kleiner Trostpreis für Daniel Deußer: Neben Olivier Philippaerts war er der Einzige, dem in beiden Umläufen des Nationenpreis-Finales eine Nullrunde gelang. Für beide Reiter gab es daher jeweils 50.000 Euro als Bonus obendrauf. Außerdem erfreulich: Laura Klaphake sicherte sich heute Vormittag mit Camalita den zweiten Platz in einem Rahmenspringen.

Gastgeber siegen im Challenge Cup

FEI / Linnea Rheborg/Getty Images

Der Sieg im Challenge Cup, dem kleinen Finale im Nationenpreis, ging an die Mannschaft aus Spanien. (© FEI / Linnea Rheborg/Getty Images)

Bereits gestern Abend traten alle Nationen noch einmal im Challenge Cup gegeneinander an, die es nicht in das heutige Finale geschafft hatten. Das heimische Publikum konnte den Sieg der Spanier bejubeln. Allerdings war es ein bittersüßer Triumph: Nur 45 Hundertstelsekunden hatten dem Team am Donnerstag für den Einzug ins große Finale gefehlt. Platz zwei ging an die Niederländer vor den Brasilianern.

Alle Ergebnisse aus Barcelona finden Sie hier.

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