Nayel Nassar und Lordan zum zweiten Mal in Folge Weltcup-Sieger in Thermal

HITS Thermal World Cup Qualifier

Nayel Nassar und Lordan, zum zweiten Mal hintereinander Sieger im Weltcup-Springen von Thermal. (© FEI)

Während die ca. drei Stunden entfernten Küstenorte von verheerenden Bränden heimgesucht wurden, wurde im kalifornischen Thermal um Weltcup-Punkte gesprungen. Der alte ist der neue Sieger.

Thermal ist das Pflaster des Ägypters Nayel Nassar und seines 14-jährigen Hannoveraners Lordan v. Lordanos-Landor S, der in der Wesermarsch bei Gerd Sosath zur Welt kam. Dreimal waren sie hier insgesamt siegreich und nun zum zweiten Mal hintereinander. Eine leichte Beute war die gelbe Schleife allerdings nicht! Gerade mal acht hundertstel Sekunden trennten Nassar von der Zweitplatzierten, Eve Jobs im Sattel der SBS-Stute Venue d’Fees des Hazalles. Lordan kreuzte die Ziellinie nach 43,89 Sekunden, Jobs‘ Stute nach 43,97. Für Jobs ist das das bislang beste Weltcup-Ergebnis ihrer Karriere.

Insgesamt hatten fünf Paare das Stechen erreicht. Dass man auch deutlich schneller unterwegs sein konnte, demonstrierten die Kanadierin Lisa Carlsen auf Parette (v. Pessoa) und der US-Reiter Richard Spooner im Sattel des erst neunjährigen Quirado v. Quinar. Carlsen benötigte 41,5 Sekunden, Spooner 41,99 Sekunden. Allerdings hatten sie beide einen Abwurf. So belegten sie die Plätze drei und vier. Rang fünf ging ebenfalls nach Kanada, an John Pearce auf dem belgischen Querlybet Hero-Sohn Firestone S (4/45,29).

Der Sieger und sein vierbeiniger Partner sind schon seit sieben Jahren ein Team. Wenn man sich so lange kennt, weiß man, wie man so ein Stechen am besten angeht. In diesem Fall bedeutete das, dass Nassar sich einen Plan zurecht gelegt hat, mit dem er sich die kurze, aber schnelle Galoppade seines Pferdes zu Nutzen gemacht hat: „Ich habe versucht, mich nicht allzu sehr darauf zu konzentrieren, was die anderen Reiter machen“, erklärte er später. „Ich weiß, dass Lordan ein ganz anderer Typ Pferd ist mit einem anderen Galoppsprung. Ich wollte einfach nur wissen, ob mein Stechtempo schnell genug sein würde, oder ob ich irgendwo noch weitere Risiken eingehen muss.“ Das Ergebnis sei dann etwas knapper ausgefallen als er gedacht hätte, gab er zu. Nassar lebt seit 2009 in den USA. Er hat Wirtschaft an der renommierten Stanford University studiert, konzentriert sich aber schon lange auf seine Karriere im Sattel.

Deutsch-US-amerikanisches Vater-Sohn-Duell

Auch ein deutscher Starter war in Thermal platziert, allerdings einer, der schon lange in den USA zuhause ist: Wilhelm Genn auf Bugatti, einem zwölfjährigen KWPN-Wallach v. Heartbreaker. Als zweitschnellstes Paar im Umlauf waren sie auf Rang sieben ebenfalls noch im Geld.

Noch schneller als Wilhelm Genn war allerdings sein Sohn Theo, der in den USA geboren wurde und dementsprechend auch für das Sternenbanner springt. Der 28-jährige The nahm seinem Vater im Sattel des KWPN-Wallachs Boucanier v. Ovidius 1,6 Sekunden ab, Rang sechs.

Ebenfalls unter deutscher Flagge ging Mathis Schwentker in Thermal an den Start. Der Berufsreiterchampion von 2017 ist derzeit in Texas auf der Anlage des ebenfalls in die USA ausgewanderten Christian Heineking stationiert. Nachdem Heineking sich den Oberschenkelhals gebrochen hatte, bekam Schwentker im September die Chance, ihn zu vertreten. Auf dem erst achtjährigen NKH Carrido v. Carrico-Escudo II sammelte er acht Strafpunkte in Runde eins, hatte daher mit der Platzierung nichts mehr zu tun. Das gilt allerdings nur für dieses Springen.

Thermal ist das erste Turnier für Schwentker seit er in den USA ist und die Pferde von Heineking reitet und er war mehrfach im Geld. So zum Beispiel im Eröffnungsspringen mit Carrido. Und mit Caruso, dem 14-jährigen OS-Wallach v. Cash and Carry, mit dem Heineking 2017 beim Weltcup-Finale in Omaha am Start gewesen war, konnte Schwentker sich in einem 1,50 Meter-Springen als Vierter platzieren.

Alle Ergebnisse finden Sie hier.

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