Olympia: Der Parcours für die Mannschaftsqualifikation der Springreiter

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Über dem Reitstadion in Tokio ziehen dunkle Wolken auf: Hoffentlich hält das Wetter! (© www.st-georg.de)

Der Parcours der Qualifikation fürs Mannschaftsfinale im Springreiten steht: Wieder mit tollen Hindernissen, sogar noch neuen Motiven. Diesmal ist auch ein Samurai dabei. 57 Reiter sind am Start.

In der Qualifikation fürs Mannschaftsfinale im Springreiten ist der Parcours 545 Meter lang, die erlaubte Zeit für die drei Mannschaftsreiter jeder Nation beträgt 82 Sekunden. 19 Nationen versuchen es, morgen in die Runde der besten zehn zu kommen. Dort geht es dann um die letzte Goldmedaille der Olympischen Reiterspiele von Tokio. 14 Hindernisse mit 17 Sprüngen hat der spanische Parcourschef Santiago Varela aufgebaut.

Hindernis 1: Tokyo 2020

Mit einem 1,55 Meter Steilsprung beginnt der Parcours. Thema des Sprungs sind – unschwer zu erknennen – die Olympischen Spiele in Tokio. Das Logo hat der japanische Designer Asao Tokoro entworfen. Es soll die verschiedenen Länder, ihre Kulturen und Denkweisen repräsentieren und die Botschaft „unity in diversity“ vermitteln. Danach geht es auf der linken Hand weiter zum ersten Oxer.

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Hindernis 2: Himeji-Oxer

Die Burg Himeji ist eines der ältesten erhaltenen Bauwerke aus dem Japan des 17. Jahrhunderts. Die Burganlage, die aus 83 einzelnen Gebäuden besteht, gilt als schönstes Beispiel des japanischen Burgenbaus und hat den Beinamen „Weißer-Reiher-Burg“, eine Anspielung auf ihre weißen Außenmauern und Dächer. Sie ist ein nationaler Kulturschatz und seit 1993 von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt. Im Parcours flankiert sie einen Oxer, der 1,53 Meter hoch und 1,60 Meter weit ist. Danach geht es geradeaus weiter.

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Hindernis 3: Shinkansen-Steilsprung

1,60 Meter hoch ist dieser Steilsprung, der in rot-grün-grau gestaltet ist. Die Pferde springen über den japanischen Hochgeschwindigkeitszug Shinkansen. Danach geht es auf der rechten Hand um die Kurve, weiter zu …

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Hindernis 4: Daruma-Oxer

… Daruma, japanische Glücksbringer. Dargestellt ist der Gründer des Zen Buddhismus Bodhidharma (Dharma). Im Parcours schmücken sie einen Oxer mit den Maßen 1,53 Meter (Höhe) x 1,65 Meter (Weite). Es folgt – nach einer Rechtswendung – die erste anspruchsvolle Diagonale.

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Hindernis 5A, 5B, 5C: Dreifache Kombination – Japanische Kalligraphie

Die japanische Schriftkunst schmückt die Dreifache Kombination mit ihren braunen Stangen. Mit der Triplebarre (0,85 Meter x 1,57 Meter x 1,90 Meter) geht es los, nach 11,40 Metern folgt der Steilsprung (1,58 Meter), weitere acht Meter dahinter der Aussprung, ein Oxer (1,53 Meter x 1,60 Meter). Und 20,50 Meter dahinter lauert ein historischer Krieger.

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Hindernis 6: Samuarai und Katana

20,5 Meter hinter der Dreifachen Kombination kommt der Samurai. Schmal ist dieser Steilsprung, die Seele des Samurai, „katana” (japanisches Langschwert), ist auch zu überspringen. Wer weder den Samurai, noch dessen Seele gegen sich haben möchte, springt höher als 1,60 Meter. Dann bleibt er ohne Fehler.

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Hindernis 7: Shibuya Kreuzung

3000 Menschen setzen sich in Bewegung, wenn es grün wird auf der als größter Fußgänger-Knotenpunkt der Welt geltenden Shibuya-Kreuzung. Diese Mauer ist 1,60 Meter hoch. Anschließend geht es, vom Einritt weg, links herum ins ländliche Japan.

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Hindernis 8: Oxer mit Bauernhäusern aus Shirakawa

Shirakawa und der Nachbarort Gokayawa sind Weltkulturerbe. Ihre Reetdächer mit hohem Schnee sind bei Touristen beliebt. Ein Karree-Oxer, 1,53 x 1,53 Meter, 1,65 Meter breit. 30 Meter dahinter auf der rechten Hand folgt dann das moderne Tokio.

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Hindernis 9:  Tokio Hafentunnel, überbauter Graben

Wasser findet sich im östlichen Bereich Tokios überall. Das Motiv ist an die Bayshore-Route, einer der diversen Autobahnrouten rund um den Hafen, angelehnt. Die Maße dieses Sprungs: 1,52 Meter x 1,70 Meter.

Hindernis 10: Kintsugi-Porzellan

27,50 Meter sind es bis zum nächsten Sprung, der uns in die Welt der Töpferei entführt und 1,61 Meter hoch ist. Wenn zuhause ein Teller herunterknallt, nimmt man bei uns Pattex. Die Japaner griffen in solch einem Fall zu einem Kleber, der mit Gold, Silber oder Platinum durchsetzt ist. Damit bekam der Sprung (der in der Schüssel, pardon Vase) dann ein ganz edles Aussehen. Hier ist ein Graben hinter dem Sprung, dessen Flutlicht-Reflektionen die Pferde spätestens beim Absprung sehen könnten.

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Hindernis 11: Flamenco-Oxer

Nicht die ganz klassisch japanische Folklore, aber erstens hat Flamenco viele Anhänger in Japan, zweitens ist es ein Gruß an die Heimat des Parcourschefs Santiago Varela und drittens sind nicht nur Kleid und Gitarre, sondern auch die roten und weißen Tupfen auf den Stangen ein echter Hingucker – mal sehen, ob die Pferde das auch so SEHEN! Der Oxer ist 1,53 Meter hoch und 1,60 Meter weit.

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Hindernis 12: Kanzashi Haarspangen

Dieser Oxer (1,53 Meter x 1,60 Meter), der nach Geisha aussieht, aber traditionellen japanischen Frisuren gewidmet ist, steht am Anfang der letzten Linie in dieser Qualifikation für das morgige Teamfinale. Auf leichter Linkskurve folgt nach 23,80 Metern nochmal eine Hürde, die Zweifache Kombination.

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Hindernis 13a, 13b: Zweifache Kombination, Hanafuda Spielkarten

Ob es spielend leicht ist? Ein farbenfrohes Kartenspiel aus dem 16. Jahrhundert ist hier motivbestimmend. Zwei Steilsprünge im Abstand von 8,30 Metern, jeweils 1,60 Meter hoch.

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Hindernis 14: Sushi Oxer

Nach 23 Metern ist der letzte Sprung in Sicht – ein Oxer, 1,53 Meter hoch und 1,70 Meter weit. Diesmal steht der wunderschöne Sushi-Sprung mit seinen schwarz lackierten und aufwändig verzierten Stäbchen, „Chopsticks”, am Ende des Kurses. Er soll für alles stehen, was der Japaner isst. Am liebsten in fünf Farben, grün, gelb, rot, schwarz und weiß, fünf Geschmacksrichtungen, von süß über sauer bis salzig und fünf Zubereitungsarten von roh, gegrillt bis gekocht.

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