Peelbergen: Offel, Vogel & Co. – deutsche Springreiter auf der Überholspur, viele neue Pferde

DKB-Pferdewoche auf Gut Groß Viegeln 2019

Quintair, hier noch unter Tobias Meyer auf dem Weg zum Sieg beim CSI4* in Groß Viegeln 2019, hat nun mit Katharina Offel eine neue Reiterin, mit der er an alte Erfolge anknüpft. (© Thomas Hellmann)

Das Pferdesportzentrum Peelbergen hat nun auch eine „Midweek Tour“ auf CSI2*-Niveau, die heute mit den Großen Preisen der kleinen, mittleren und großen Tour endet. Die deutschen Springreiter sind in Bestform!

Das begann schon am Montag mit zwei Siegen durch Supertalent Richard Vogel, der sowohl das Springen der mittleren als auch das der großen Tour für sich entschied. Im Zwei-Phasen-Springen der mittleren Tour über 1,40 Meter ritt Vogel den erst achtjährigen Nabab de Reve-Darco-Sohn Morton v’t Merelsnest, mit dem er im Frühjahr auch schon in Braunschweig und zuletzt Ende Juli in Opglabbeek siegreich gewesen war. In blitzschnellen 27,02 Sekunden in Phase zwei nahmen Vogel Janne Friederike Meyer-Zimmermann und Leotie KJ mehr als eine ganze Sekunde ab. An dritter Stelle reihte sich der Niederländer Niels Kersten mit Kyamant van’T Spieveld ein.

Leotie KJ ist übrigens ein noch recht neues Pferd in Janne Friederike Meyer-Zimmermanns Beritt. Die neunjährige Lord Pezi-Tochter aus einer Couleur Rubin-Mutter steht noch im Besitz ihrer Züchter, der Johann und Johannes Krull GbR. Manfred Scheid hatte die Stute von der ersten Springpferdeprüfung bis zur schweren Klasse gefördert und auch die ersten internationalen Turniere bestritten. Ende Juli ritt die ehemalige Mannschaftswelt- und -europameisterin Janne-Friederike Meyer-Zimmermann die Stute erstmals auf dem Turnier. In sechs Springen war sie bislang fünfmal fehlerfrei!

Sieg Nummer zwei auf einen Montag heimste Vogel in der Großen Tour mit seinem aktuell besten Pferd Lesson Peak ein. Den 14-jährigen Holsteiner v. Lord Z hatte Vogel ja mitnehmen dürfen, als er den Stall Beerbaum verließ, um sich selbstständig zu machen um kurz darauf mit ihm zum zweiten Mal in Folge das Finale von Deutschlands U25 Springpokal zu gewinnen. Am Montag ließen die beiden die Weltcup-Etappensieger von Leipzig hinter sich, Denis Lynch (IRL) mit dem ebenfalls 14-jährigen Chopin’s Bushi sowie die Niederländerin Kim Emmen auf Warriors Glory.

Dienstag mit Offel an der Spitze

War Montag der Tag des Richard Vogel, gehörte der gestrige Dienstag Katharina Offel. In der Qualifikation für das Finale der mittleren Tour wurde sie Zweite im Sattel des elfjährigen KWPN-Wallachs Etna v. Canturano. Sieger war hier der Brasilianer Thiago Ribas de Costa auf Dreambrina, einer ebenfalls in den Niederlanden gezogenen zwölfjährigen Verdi-Tochter.

David Will war im selben Springen Sechster auf der Württemberger Stute Concordia v. Colorit aus der Zucht und im Besitz von Klaus Isaak, dem ja auch Colorit gehört. Die achtjährige Stute ist keine Unbekannte. 2018 wurde sie Württemberger Landeschampionesse, damals noch mit Andreas Kreuzer im Sattel. Der hatte sie auch beim Bundeschampionat 2017 vorgestellt, wo die Stute Bronze gewann.

Ebenfalls noch im Geld waren Sarah Breuer und der selbst gezogene Westfalen-Wallach Contento B v. Comme il faut auf Rang zehn sowie Kathi Offel und ihr zweites Pferd, der Holsteiner Nicolo v. Namelus R auf Rang 13.

Neues Pferd für große Aufgaben

Der große Wurf gelang den deutschen Amazonen im Springen der großen Tour, allen voran Katharina Offel, die mit dem zehnjährigen Holsteiner Quintair v. Quintero wieder ein Pferd für ganz große Aufgaben unter dem Sattel hat. Wem der Name bekannt vorkommt – Quintair gewann 2019 unter Tobias Meyer den Großen Preis beim CSI4* von Groß Viegeln.

In den Sport gebracht worden war der Wallach 2017 von dem gebürtigen Ungarn Ferenc Szentirmai, der ja die ukrainische Staatsbürgerschaft angenommen hatte, um für Alexander Onischenko reiten zu können, für den ja auch Katharina Offel früher im Einsatz war, ehe sie wieder für Deutschland ritt.

In der Saison 2018 saß Penelope Leprevost im Sattel des Wallachs, die ja nach ihrer Trennung vom Haras de Clarbec eine Zeitlang die Pferde von Alexander Onischenko geritten hat. Sie gewann mit Quintair unter anderem zwei Springen bei der Youngster-Tour in Hagen und war in einem weiteren Zweite.

Letztes Jahr ging der Holsteiner vor allem unter Tobias Meyer. Einmal saß auch Ferenc Szentirmai erneut im Sattel, und ehe Quintair nun zuletzt zu Katharina Offel ging, sprang er auch einmal mit Alisa Danilova für die Ukraine.

Quintair und Kathi Offel scheinen sich gesucht und gefunden zu haben – bis Peelbergen waren sie viermal zusammen turniermäßig im Einsatz gewesen, leisteten sich nicht einen einzigen Springfehler und siegten auf Anhieb in ihrem ersten gemeinsamen Großen Preis. Das war Anfang August beim CSI2* in Eschweiler. Nun setzten sie noch einen drauf.

Und gaben dabei Mylen Kruse auf ihrem zehnjährigen Chaccmo v. Chaccomo und Sophie Hinners mit Fair Field v. Zirocco Blue das Nachsehen.

Den Erfolg für die deutschen Springreiterinnen komplett machten der fünfte Rang von Janne Friederike Meyer-Zimmermann auf Chesmu KJ und der sechste Platz von Jana Wargers mit Lukas.

Für den neunjährigen Hannoveraner Chesmu KJ v. Cornet Obolensky-Calido gilt dasselbe wie für Leotie KJ – er kam bei der Johann und Johannes Krull GbR zur Welt. Besitzer sind Johann Krull sowie Manfred Scheid, der Chesmu ebenso in den Sport gebracht hatte wie Leotie. Janne Meyer-Zimmermann ritt den Wallach zuerst beim CSI2* in Luhmühlen und dann noch einmal in Riesenbeck, wo sie den Großen Preis nach einem Abwurf im Stechen als Zehnte beendeten.

Der Lukas, den Jana Wargers in Peelbergen vorstellt, ist übrigens jener elfjährige Westfalen-Hengst, der lange erfolgreich mit Christian Kukuk im Einsatz war, ehe er als potenzielles Olympiapferd zu Denis Lynch wechselte. Der Ire stellte ihn 2019 bei einigen Turnieren vor. Zuletzt saß mit Jenny Rankin eine weitere Irin im Sattel. Für Jana Wargers ist dies nun das dritte Turnier mit Locorotondo-Sohn.