Philippe Guerdat wird Trainer der brasilianischen Springreiter

Symbolbild (© Toffi)

Nachdem der französische Reiterverband sich entgegen der Wünsche seiner Springreiter von dem Schweizer Philippe Guerdat als Teamtrainer getrennt hat, sieht der nun neuen Aufgaben entgegen.

Philippe Guerdat wird 2019 die brasilianischen Springreiter unterstützen. Der 66-jährige ehemalige Weltklassereiter und Vater von Olympiasieger Steve Guerdat erklärte gegenüber World of Showjumping, in seinem Alter „sehe er die Dinge etwas lockerer“. Nichtsdestotrotz sei er immer noch motiviert. Das Angebot der Brasilianer sei eine „interessante Option“ gewesen.

Guerdat berichtete weiter, er kenne die Brasilianer seit Jahren. Sie seien eine sehr nette und professionelle Truppe. Er werde nun aber nicht ihr Equipechef, sondern werde „einfach dicht an ihnen dran sein und sie in jeder Hinsicht unterstützen“.

An weiteren Titel sei ihm nicht gelegen. Auch habe er immer noch eine enge Beziehung zu den Reitern, die er über die Jahre betreut hat. „Ich bin immer noch in Kontakt mit einigen der französischen Reiter. Meine neue Position mit den Brasilianern bedeutet nicht, dass ich mich von allem anderen abschotte.“

Er sei eigentlich nicht auf der Suche nach etwas Neuem gewesen, hätte auch seinem Sohn Steve und den Reitern helfen können, die er kennt. „Aber wie schon gesagt, ich bin immer noch sehr motiviert, und ich setze große Hoffnungen in die Brasilianer.“

Erfolg mit den Franzosen

Philippe Guerdat ist einer der gefragtesten Springtrainer weltweit. Für die Schweizer Equipe zu arbeiten, war indes nie eine Option, da es einen Interessenkonflikt geben könnte, weil ja sein eigener Sohn für die Schweiz startet. Die Franzosen hatte Guerdat seit 2013 unter seinen Fittichen – und führte sie zu zahlreichen Erfolgen.

Beim ersten Championat unter der Ägide von Guerdat, den Europameisterschaften 2013 in Herning, holte die Mannschaft den vierten Platz und Roger-Yves Bost Gold in der Einzelwertung auf Myrtille Paulois. Die Weltreiterspiele 2014 waren ein Heimspiel für die Franzosen: Silber in der Normandie. Bei der EM 2015 sprang Rang fünf mit der Mannschaft heraus. Die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro wurden zu einem Triumphzug und bescherten der Mannschaft und ihrem Trainer den Titel.

Doch danach blieb der Tricolore die direkte Olympiaqualifikation für Tokio 2020 versagt. Bei der EM 2017 belegte Frankreich Rang sieben. Bei den Weltreiterspielen 2018 in Tryon wurde es Platz neun. Nach diesen vergleichsweise enttäuschenden Ergebnissen trennte der französische Verband sich von seinem Trainer.

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