Pret A Tout verabschiedet sich in Aachen vom Sport

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Pret A Tout und Marcus Ehning auf der letzten gemeinsamen Ehrenrunde in der Aachener Soers. (© CHIO Aachen/ Jil Haak)

Standing Ovations. Und die eine oder andere Träne in den Augen der Beteiligten. Für Springreiter Marcus Ehning und Pret A Tout ging am Samstagabend auf dem Turniergelände in der Aachener Soers ihre gemeinsame Reise zu Ende.

Entspannt, am langen Zügel stand Pret A Tout im Scheinwerferlicht des Hauptstadions, eingerahmt von den Menschen, die ihn sein Leben lang begleitet haben: Sein Züchter Bruno Louchet, seine Schweizer Besitzerin Ruth Krech mit Tochter Carol, seine ehemalige Reiterin Kaya Lüthi und seine Pflegerin Melina Jobst. Bundestrainer Otto Becker hielt die Laudatio auf ein Pferd, das dem deutschen Reitsport unzählige Erfolge ermöglicht hat: „Wir danken insbesondere der Besitzerin Ruth Krech, dass wir Pret A Tout über so viele Jahre für die deutsche Mannschaft einsetzen durften.“ Eben diese stand sichtlich gerührt neben Pret A Tout, den sie in jungen Jahren selbst geritten hat. „Ich finde, Bruno Louchet hat diesem Pferd genau den richtigen Namen gegeben. Pret A Tout. Zu allem bereit“, so Ruth Krech. „Ich bin so dankbar, Toutou gefunden zu haben. Er hat uns so viele unvergessliche Momente geschenkt.“

Sechs Jahre ein Traumpaar: Marcus Ehning und Pret A Tout

Und von diesen Momenten gibt es in der Tat eine ganze Menge. Der Wallach ist zwölf, als Marcus Ehning 2015 die Zügel übernimmt. Zuvor hatte er der Nachwuchsreiterin Kaya Lüthi zum Durchbruch in den großen Sport verholfen. Mit ihm hatte sie dreimal Silber bei den Europameisterschaften der Jungen Reiter gewonnen, zweimal mit der Mannschaft und einmal in der Einzelwertung. Unter dem Sattel von Marcus Ehning wurde der Pret A Tout dann ein wahrlich Großer. Insbesondere das Aachener Hauptstadion wurde dabei zur Erfolgsstätte: 2016, 2017 und 2018 gehörte das Paar dreimal in Folge zur siegreichen Equipe im Nationenpreis – eine einmalige Bilanz! Mit dem Sieg im Großen Preis von Aachen 2018 ermöglichte der Hiram Chambertin-Stew Boy-Nachkomme seinem Reiter nach 2006, damals war es Küchengirl,  den zweiten Eintrag auf der legendären Siegertafel. Im Dezember des gleichen Jahres siegten die beiden auch im Rolex Grand Prix von Genf. Und da sowohl Aachen, als auch Genf zum Rolex Grand Slam of Show Jumping zählen, gelang es Marcus Ehning als bislang erst zweitem Reiter, sich einen Extra-Bonus in dieser so prestigeträchtigen Serie zu sichern.

Ebenfalls 2018 krönten die beiden ihre gemeinsame Erfolgsbilanz mit der Mannschafts-Bronzemedaille bei den Weltreiterspielen in Tryon (USA). „Er ist ein Pferd, wie man es nur ganz selten im Leben findet“, so Marcus Ehning, bevor er den Fuchswallach topfit auf seine letzte Ehrenrunde schickte. Pret A Tout. Zu allem bereit. Jetzt ist er bereit für die Rente. Und die hat er sich mehr als verdient.

1,8 Millionen Euro hat der Fuchs in seiner Karriere laut der Statistik der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) verdient. Der Weltreiterverband (FEI) listet 18 Siege in internationalen Prüfungen für Pret A tout auf.


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