Quiet Easy zurück bei Bertram Allen und auf der Siegerspur

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Quiet Easy mit Bertram Allen in Wiesbaden 2015. (© www.toffi-images.de)

Der inzwischen 16-jährige Oldenburger Wallach Quiet Easy hatte schon einige Reiter und die meisten Erfolge mit dem Iren Bertram Allen. 2017 wurde er nach Norwegen verkauft, aber nun ist er wieder zurück bei Allen. Und gewinnt schon wieder.

Bertram Allen hat beschlossen, es den Kollegen mal gleichzutun, dem europäischen Schmuddelwetter den Rücken zu kehren und stattdessen unter der Sonne Floridas in Wellington an den Start zu gehen. Gestern gewann er mit Quite Easy das Hauptspringen des Tages in der vierten Woche des Winter Equestrian Festivals über 1,40 Meter.

Die beiden setzten sich mit 0,2 Sekunden Vorsprung gegen Erynn Ballard (CAN) auf der Clintissimo Z-Tochter Canora Z durch. Rang drei sicherte sich der US-Amerikaner Peter Lutz Excellent v. Cicero van Paemel Z.

Wiedervereint

Der Sieg ist eigentlich nichts besonderes für Bertram Allen und Quiet Easy. Dieses Paar hat zusammen schon deutlich entscheidendere Springen für sich entscheiden können, z. B. die Speedchallenge bei den Longines Masters 2015 in Los Angeles. Dazu Prüfungen in Hongkong, Lyon, Stockholm usw. Bemerkenswerter ist, dass Bertram Allen und der Quidam’s Rubin-Sohn aus der Zucht von Hermann Dinklage wieder vereint sind.

Quite Easy hat eine bewegte Geschichte. Emma Phillips vom Quainton Stud entdeckte ihn als Youngster und gab ihn Jessica Botham zum Reiten, die ihn sorgfältig ausbildete. Acht- und neunjährig ritt Ben Maher ihn international. Dann übernahm die Britin Chloe Aston im März 2013 die Zügel und holte mit ihm im selben Jahr Einzelbronze bei den Europameisterschaften der jungen Reiter.

Doch nach einer Saison endete auch diese Partnerschaft und Schwedens Angelica Augutsson Zanotelli bekam den Fuchs unter den Sattel. Die beiden gehörten beispielsweise zum siegreichen Nationenpreisteam von Odense, wo sie mit zwei Nullrunden zum Ergebnis beitrugen. Auch in Münster waren sie siegreich. Doch dann sah Emma Phillips Bertram Allen reiten und – so sagte sie damals – wusste sofort, dass der Ire der perfekte Reiter für ihr Pferd sein würde. Sie hatte recht, wie sich zeigte.

Für Schlagzeilen sorgten die beiden 2015, als sie den Großen Preis von Stockholm gewannen, aber später disqualifiziert wurden, weil Allen den Fuchs mit dem Sporn verletzt hatte. Reiter und Pferdebesitzerin legten Protest ein – vergeblich.

2017 verkaufte sie Quiet Easy nach Norwegen. Zunächst saß Johan-Sebastian Gulliksen den Fuchs und war mit ihm ebenfalls mehrfach siegreich und platziert. 2018 übernahm dann Lisa Ulven die Zügel, eine der erfolgreichsten norwegischen Nachwuchsreiterinnen, die schon Springen gegen Ludger Beerbaum und Marcus Ehning hatte gewinnen können. Mit ihr ging Quiet Easy in Springen bis 1,50 Meter und nahm unter anderem für Norwegen an U21-Nationenpreisen teil. Doch seit Mitte letzten Jahres ist er nun wieder bei Bertram Allen, der mit ihm bislang allerdings nur ein Turnier geritten war.

Noch ein bisschen zum Genießen

Nach seinem Sieg in Wellington erklärte Bertram Allen: „Ich habe Quiet Easy erst vor kurzem zurückbekommen. Ich mag ihn wirklich sehr und kenne ihn schon lange. Dies ist eine der ersten Prüfungen mit mir und er fühlt sich wirklich gut an, von daher bin ich froh, ihn wieder zu haben. Die Besitzer hatten nicht so viel für ihn zu tun, deshalb haben sie mich gefragt, ob ich ihn wieder nehmen und ihm einen Rentenplatz geben würde, wenn es so weit ist. Seine Karriere neigt sich nun dem Ende zu. Von daher ist es schön, ihn einfach zu genießen!“

Klar, bei einem 16-jährigen Pferd kann man anfangen, sich Gedanken über dessen Verabschiedung zu machen. Aber Quiet Easy selbst scheint es damit noch nicht so eilig zu haben. Eilig hat er es nur im Parcours. Bertram Allen: „Er ist sehr, sehr schnell und er hat in seinem Leben schon viele Zeitspringen gewonnen. Von daher fiel es ihm heute nicht schwer, schnell zu gehen.“ Sein Bruder habe ihn zwei Wochen vor dem gestrigen Erfolg bei einem nationalen Turnier geritten. Dort ging Quiet Easy so gut, dass Allen beschloss, ihn mitzunehmen nach Wellington.

Hier wartet dieses Wochenende, genauer gesagt morgen, noch ein 1,50 Meter-Zeitspringen auf ihn, in dem er als letztes Pferd auf Konkurrenten wie Creedance und Gazelle von Kent Farrington, Babalou von Darragh Kenny und weitere trifft.

Infos, Ergebnisse und Starterlisten aus Wellington finden Sie hier.

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