Scott Brash schickt seine Ursula XII in Rente

Spruce Meadows Masters 2016

Der größte Moment der gemeinsamen Karriere: Scott Brash und Ursula XII bei ihrem Sieg im Grand Prix von Spruce Meadows 2016. (© Rolex)

Seit 2012 waren Scott Brash und Ursula XXI ein Team. Nun hat sich der Brite dazu entschlossen, die 17-jährige Stute in den Ruhestand zu schicken. Beim CHI Genf bewies das Paar noch einmal, dass man gehen soll, wenn es am schönsten ist.

Mit Platz sechs im Rolex Grand Prix von Genf, einem Springen über 1,60-Meter, in dem die absolute Weltspitze am Start war, verabschiedet sich Ursula aus dem Sport. Wäre im Stechen nicht eine Stange gefallen, hätte es sogar für Platz drei gereicht. Zum alten Eisen gehört die 17-jährige schottische Stute v. Ahorn-Papageno (Z.: M. Turnbull) also ganz und gar nicht. Allerdings hatte Scott Brash schon am Anfang des Jahres verkündet, dass 2018 wahrscheinlich die letzte Saison für Ursula sein wird. Und die begann für das Paar direkt mit einem Paukenschlag – dem Sieg beim Auftakt der Global Champions Tour 2018 in Mexiko Stadt.

Als größten gemeinsamen Erfolg nennt der gebürtige Schotte Scott Brash jedoch den Sieg im Großen Preis von Spruce Meadows 2016. Ein Jahr nachdem er dort Geschichte schrieb, indem er das Triple komplett machte und als erster Reiter überhaupt den Rolex Grand Slam gewinnen konnte, gelang es ihm mit Ursula diese schwere Prüfung erneut für sich zu entscheiden. „Das war mein schönster Moment mit ihr!“, schwärmt der 33-Jährige. 2012 erwarben Lady Harris und Lady Kirkham die Stute für Scott Brash, zuvor war sie unter der britischen Amazone Tina Fletcher bereits auf Fünf-Sterne-Niveau unterwegs.

Große Gefühle

Die Karriere von Scott Brash und Ursula erlebte 2014 ihren ersten Höhepunkt, als die beiden Dritte im Weltcup-Finale von Lyon werden konnten – hinter Daniel Deußer und Ludger Beerbaum. Ende 2014 verletzte sich die Stute, fiel über ein Jahr aus. In 2016 feierte sie ein fulminantes Comeback. Neben dem Sieg in Spruce Meadows, landeten sie auch im Rolex Grand Prix von Aachen auf dem Treppchen. 2017 sprang die braune Stute dann zum Sieg im Großen Preis von Doha, sammelte zudem Top-Platzierungen in Genf und London.

Nach dem letzten gemeinsamen Start am Sonntag, war Scott Brash vor allem eines: dankbar! „Nun ist also der Tag gekommen – und was war das für eine gemeinsame Reise! Eine weitere Top 6-Platzierung in einem der schwersten Springen rundet diese Karriere ab, die ich niemals vergessen werde. Der Sport wird ohne Dich nicht mehr dasselbe sein – und ich auch nicht. Aber jetzt ist es Zeit, dass Du den wohlverdienten Ruhestand genießen kannst, altes Mädchen. Danke für die zahllosen Erinnerungen Ursula!“, verabschiedete er sich auf Instagram von der Stute.

„Ich glaube nicht, dass ich noch einmal ein Pferd reiten werde, das einen schwierigen Parcours mit solcher Leichtigkeit wie Ursula absolvieren kann. Sie hat mir immer ein unvergessliches Gefühl im Parcours gegeben – und das werde ich defintiv vermissen“, sagte er anschließend im Interview.

Mutterglück

Ursula wird auch weiterhin bei Scott Brash bleiben. Geplant sei es, dass sie im nächsten Jahr gedeckt wird. „Sie wird eine tolle Mutter, denn sie hat einen tollen Charakter und ich glaube, dass sie wirklich gerne Mutter werden möchte. Wenn sie andere Fohlen sieht, ist sie immer ganz fasziniert von ihnen. Also drücken wir die Daumen, dass es klappt! Auf jeden Fall werden wir dafür sorgen, dass sie eine glückliche Rente genießen kann – und natürlich werden wir sie nach Strich und Faden verwöhnen“, so Scott Brash über die weiteren Pläne für Ursula.

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