SPRINGEN – Deutschland auf dem Bronzerang

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Immerhin um zwei Plätze haben sich die deutschen Springreiter bei der Weltmeisterschaft Springen in Caen verbessert. Vor der letzten Runde morgen liegen sie mit 8,82 auf dem Bronzerang, weniger als einen Springfehler von den führenden Niederländern (4,83) und den USA entfernt (8,72). Und Daniel Deußer auf Platz vier darf vom Finale träumen.

Zwischenzeitlich konnte das Team von Bundestrainer Otto Becker sogar die Führung übernehmen, aber je ein Abwurf von Christian Ahlmann auf Codex One und dem letzten Teamreiter Ludger Beerbaum auf Chiara, von denen einer gewertet wurde, warfen sie wieder zurück. Marcus Ehning auf Cornado und Daniel Deußer auf Cornet d Amour blieben fehlerfrei, letzterer liegt mit 0,70 Punkten vorläufig auf Rang vier, hat damit seine Chancen auf einen Platz im Finale der vier Besten gewahrt. Er gab sich optimistisch, dass die Besitzer des Cornet-Obolensky-Sohnes, der ihm vertraglich nur bis zur WM zugesichert wurde, sich entschließen, das Pferd zu behalten, auch bis zu den Olympischen Spielen 2016.

Den Fehler von Codex One am vorletzten Hindernis führte Christian Ahlmann auf etwas fehlenden Schwung an diesem Oxer zurück. Er hat den Sprung nicht ganz über den Rücken zu Ende gesprungen, sagte der Sieger im Großen Preis von Aachen 2014. Er ist jetzt mit 5.32 Punkten 21. Marcus Ehning gelang eine souveräne Nullrunde, der elfjährige westfälische Schimmelhengst v. Cornet Obolensky überwand nach einer kleinen Unsicherheit am Anfang die übrigen Sprünge souverän. Die nicht sehr schnelle Zeit im ersten Springen hängt Ehning noch nach, mit 3,14 Punkten liegt er auf Rang elf, weniger als einen Springfehler von der Spitze entfernt.
„Ich bin entspannt, aber ernüchtert“, sagte Ludger Beerbaum nach seinem Vierfehler-Ritt mit Chiara, der ihn in der Einzelwertung mit 6,80 Punkten auf Rang 28 zurückwarf. „Ich würde alles wieder genauso machen. Die Stute zog gut. Vor dem Rolex-Oxer wollte ich nicht soviel drücken, weil ich dachte, das Pferd ist auf den Sprung fokussiert.“ Im übrigen sah er sich in seiner Einschätzung bestätigt, dass die Entscheidung denkbar knapp ausfallen würde.

Zehn Mannschaften treten morgen zur zweiten Nationenpreisrunde an. Das sind außer den Niederlanden, USA und Deutschland auch Frankreich, das seine Spitzenposition abgeben musste und auf Platz vier zurückfiel, außerdem Brasilien, Kanada, Irland, Schweden, Columbien und die Ukraine. Nicht mehr dabei sind so prominente Springsportnationen wie die Schweiz, die Aachen-Sieger Belgien und die Olympiasieger Großbritannien. Die besten sechs Mannschaften qualifizieren sich für die Olympischen Spiele in Rio 2016.
Die Einzelwertung wird jetzt von dem Franzosen Patrice Delaveau auf dem zwölfjährigen Selle Français-Hengst Orient Express v. Quickstar angeführt (0,08 Punkte) vor der US-Reiterin Beezie Madden auf dem zwölfjährigen Cortes ‚c‘ v. Randel Z (0,16) und dem Schweden Rolf-Göran Bengtsson auf dem 14-jährigen Holsteiner Verbandshengst Casall v. Caretino. Noch ist alles offen: zwischen Platz eins und Platz 13 liegt weniger als ein Springfehler. Das Springen musste kurzfristig unterbrochen werden, um den bei einem Sturz von seinem Pferd Underwraps getretenen Chilenen Tomas Couve Correa zu versorgen. Während das Pferd unverletzt war, musste der Reiter wegen eines Schocks und Gesichtsverletzungen behandelt werden.

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