Spruce Meadows: Familie Deslauriers top beim Pan American Cup, Saura de Fondcombe unter neuem Reiter

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Besser kann es bei einem Pan American Cup kaum laufen, wenn ein Vater-Tochter-Duo die Nase vorn hat, in dem er für Kanada reitet und sie für die USA. So geschehen am vergangenen Wochenende in Spruce Meadows. Ansonsten gab es ein Wiedersehen mit einem bekannten Pferd unter neuem Reiter in Kanada.

Nur drei Paare hatten es ins Stechen des Pan American Cup 2018 geschafft, davon zwei Reiter mit dem Namen Deslauriers, Weltcup-Legende Mario und seine Tochter Lucy. Mario Deslauriers ritt die erst neunjährige Holsteiner Stute Bardolina v. Clarimo, die zwar die langsamste Zeit im Stechen hatte, aber als einzige zweimal fehlerfrei blieb. Damit war dem 53-Jährigen der Sieg sicher.

Mario Deslauriers hält übrigens immer noch den Rekord als jüngster Weltcup-Sieger aller Zeiten. 1984 sicherte er sich mit gerade mal 19 Jahren die inoffizielle Hallenweltmeisterschaft im Sattel des Hannoveraners Aramis, mit dem er im selben Jahr auch bei den Olympischen Spielen in Los Angeles am Start war und sowohl in der Einzel-, als auch in der Mannschaftswertung Rang vier belegte.

Deslauriers zum Zweiten im Pan American Cup

Mario Deslauriers Tochter Lucy ist jetzt so alt wie ihr Vater damals bei seinem größten Erfolg war (zumindest fast, sie feiert ihren 19. Geburtstag am 15. Juli). Anders als ihr Vater reitet sie allerdings für die USA, wo die Familie auch zuhause ist.

Sie hatte mit ihrem Erfolgspferd Hester, einem 13-jährigen KWPN-Wallach v. Wandor van de Mispelaere, die schnellste Runde im Stechen, aber einen Abwurf.

Ebenso ging es der Drittplatzierten, der Kanadierin Erynn Ballard, auf dem zehnjährigen Iren Darkos Promise, einem Darco-Sohn, der seine Karriere zunächst in Deutschland unter Markus Beutel und dann unter Andreas Brenner begann. Erst Ende Mai dieses Jahres ging er sein erstes Turnier unter Erynn Ballard.

Saura de Fondcombe nun unter Eric Lamaze

Im vergangenen Jahr sorgte eine Reiterin aus der Schweiz für Furore, unter anderem mit Mannschaftsbronze bei den Europameisterschaften in Göteborg: Nadja Peter Steiner. Das Pferd, das sie zu diesem sowie zahlreichen weiteren Erfolgen trug, war die zwölfjährige Selle Français-Stute Saura de Fondcombe v. Balou du Rouet. Die hat nun einen neuen Reiter.

Ende des Jahres waren die beiden beim Weltcup-Turnier in Tetouan, Marokko, siegreich. Die Stute kam in die Dopingprobe. Das Ergebnis war positiv. Man fand die verbotene Substanz  O-Desmethyltramadol. Dabei handelt es sich um ein Abbauprodukt des Opioids Tramadol, das im Humanbereich auch als psychoaktive Droge konsumiert wird. Es soll unter anderem schmerzstillend, angstlösend und euphorisierend wirken. O-Desmethyltramadol gilt als verbotene Substanz, als Doping. Darunter fallen all jene Substanzen, die gar nichts in einem Pferdekörper zu suchen haben.

Nadja Peter Steiner ist seitdem gesperrt. Ihr Fall ist noch nicht abgeschlossen. Saura de Fondcombe hat inzwischen einen neuen Reiter, Olympiasieger Eric Lamaze. Sie gehört allerdings immer noch Nadja Peter Steiners Mutter Katharina.

Unter ihrem neuen Reiter war Saura de Fondcombe in Spruce Meadows erstmals turniermäßig im Einsatz. Und das mit Erfolg: sieben Starts in zwei Wochen, ein dritter, ein zweiter und ein erster Platz in drei 1,50 Springen und ein vierter Rang über 1,55 Meter. Im Großen Preis hatte das Paar einen Zeitfehler und einen Abwurf.

Wiedersehen mit „Messie“

Der US-Amerikaner Quentin Judge ritt in dem Springen den Hannoveraner Hengst Messenger, der seine Karriere in Deutschland unter Florian Meyer zu Hartum und Philip Rüping begonnen hatte, ehe er zusammen mit Stallgefährtin Clinta an die Double H Farms verkauft wurde, für die neben Quentin Judge – dem Schwiegersohn des verstorbenen Gründers Hunter Harrison – auch McLain Ward reitet. Messenger, ein Sohn von Montender aus einer Baloubet du Rouet-Mutter, kam mit zehn Fehlern aus dem Parcours in Spruce Meadows.

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