Top-Reiter bei illegalem Turnier in Frankreich?

Kevin Staut und Reveur de Hurtebise, eines seiner besten Pferde, hier beim Vet-Check vor den Europameisterschaften in Aachen.

Kevin Staut und Reveur de Hurtebise, eines seiner besten Pferde, hier beim Vet-Check vor den Europameisterschaften in Aachen. (© von Hardenberg)

Das who’s who – beziehungsweise wohl eher die Haute volée – des französischen Springsports hat sich am Wochenende in Grimaud getroffen, in weißen Reithosen! Roger Yves Bost, Patrice Delaveau, Kevin Staut, Pénélope Leprevost und andere sollen ein Turnier geritten sein, illegal. In Frankreich sind Turniere derzeit strikt verboten.

Der Golf von Saint Tropez übt nicht nur auf Wassersportler einen großen Reiz aus. Auch Pferdesportler kommen hier auf ihre Kosten. Also nichts wie los in die sonnige Gegend südwestlich von Nizza. Wenn, ja wenn das Coronavirus nicht auch hier das öffentliche Leben fest im Griff hätte. Jeder sportlicher Wettkampf ist derzeit verboten, also illegal.

Legaler Pferdeverkauf/illegales Turnier?

Am Wochenende trafen sich einige der besten französischen Springreiter in Grimaud, 11,5 Auto-Kilometer vom Stadtzentrum von Saint Tropez entfernt. Unter anderem Roger-Yves Bost, Patrice Delaveau, Nicolas Delmotte, Julien Épaillard, Pénélope Leprevost, Philippe Rozier und Kevin Staut. Sie hatten ihre Pferde nach Grimaud gefahren, wo im letzten Jahr einige CSIs im Rahmen der Hubside Jumping Tour ausgetragen wurden. Auch in diesem Jahr sollen eigentlich mehrere CSI 5*-Prüfungen hier stattfinden. Initiator ist Sadri Fegaier, Gründer des französischen Versicherungskonzerns SFAM und 2018 Entrepreneur des Jahres in Frankreich.

Das Problem: Die Corona-Pandemie erlaubt den Franzosen in der aktuell ersten Phase der Lockerungen in ihrem Land noch keine Sportwettkämpfe. Das Treffen der französischen Spitzenreiter, darunter Teilnehmer an Welt- und Europameisterschaften sowie Olympischen Spielen, hat für Gerüchte und Diskussionen gesorgt, berichtet das französische Internetportal Grand Prix Replay. Es wird vermutet, dass die Reiter, darunter vier, die aktuell in der Top 50 der Weltrangliste geführt sind, sich zu einem mehr oder weniger geheimen nationalen Turnier versammelt haben.

Verteidigung per Pressemitteilung

In einer Pressemitteilung an GrandPrix Replay äußerten sich die sieben Spitzenreiter nun. Ihr Tenor: ein Missverständnis, nichts illegales. Das Treffen habe nur dem Zweck gedient, den Handel mit hochklassigen Pferden wiederzubeleben. Dieser Aspekt ihres Berufes sei seit Mitte März weitgehend untergraben worden. Genau heißt es: „Wir wurden dieses Wochenende von Sadri Fegaier, Präsident vom Haras des Grillons, eingeladen, Verkaufspferde auf den Springplätzen in Grimaud zu präsentieren. Unsere Branche hat in den letzten Monaten mit erheblichen wirtschaftlichen Auswirkungen zu kämpfen, die sich auf Reiten, Turniere, Zucht und Pferdehandel auswirken. Am vergangenen Wochenende hatten wir nach zwei Monaten des Lockdowns die Gelegenheit, unsere berufliche Tätigkeit wieder aufzunehmen und unsere Pferde unter hervorragenden Bedingungen zum Verkauf anzubieten. Natürlich unter Berücksichtigung der von der Regierung auferlegten Hygienemaßnahmen. Wir möchten (dem Gestüt) Haras de Grillons für seine Unterstützung in dieser schwierigen Zeit danken.“

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