Vilamoura: Matthis Westendarp ist Europameister der Jungen Reiter

51334262588_bceb1ceb32_k

Matthis Westendarp und Stalido gewannen Einzelgold bei den U21-Europameisterschaften der Springreiter in Vilamoura. (© FEI/Leanjo de Koster)

Matthis Westendarp hat bei den Nachwuchs-Europameisterschaften der Springreiter richtig starke Nerven bewiesen. Über fünf Runden hinweg sammelte er mit seinem Hannoveraner Stalido nur einen einzigen Abwurf – damit sicherte sich das Paar Einzelgold bei den Jungen Reitern.

Bei sommerlichen Temperaturen kämpften die Children, Junioren und Jungen Reiter dies Woche im portugiesischen Vilamoura um die EM-Medaillen. Während es in den Mannschaftsentscheidungen in keiner der Altersklassen fürs Podium gereicht hatte – verlief das Einzelfinale der U21-Reiter aus deutscher Sicht umso erfreulicher! Matthis Westendarp hatte mit Stalido schon vor dem heutigen Tag in Führung gelegen und konnte diese auch verteidigen. Damit gewann der 19-Jährige die Goldmedaille bei den Jungen Reitern.

Insgesamt mussten Matthis Westendarp und sein Stakkato-Sohn Stalido fünfmal in den Parcours. Schon im Eröffnungsspringen belegte das Paar einen aussichtsreichen Platz vier. Der einzige Abwurf des Turnieres unterlief ihnen dann im zweiten Umlauf des Nationenpreises. Heute zeigten die beiden aber noch einmal ihre ganze Klasse und lieferten einen Doppel-Nullrunde im Finale. Mit 5,45 Zählern setzten sie sich gegen den Briten Jack Whitaker auf Scenletha durch. Der 20-Jährige stammt aus einer der bekanntesten britischen Springsportfamilien – er ist der Sohn von Olympiareiter Michael Whitaker. Für ihn standen am Ende 6,67 Strafpunkte auf dem Konto.

Auch die Bronzemedaillistin Emilie Conter aus Belgien trägt einen bekannten Nachnamen. Sie ist die Tochter von Stephan Conter, dem Betreiber der Stephex Stables, für die auch Daniel Deußer reitet. Die 20-Jährige hatte den Oldenbuger Schimmelhengst Balento gesatteln, einen Nachkommen des Balou du Rouet. Die beiden sammelten insgesamt 7,14 Strafpunkte.

Mentale Stärke & viel Energie

U21-Bundestrainer Peter Teeuwen war voll des Lobes für Matthis Westendarp: „Matthis ist mental unheimlich stark. Diese Nervenstärke, sein sehr gutes Reiten und ein tolles, hervorragend vorbereitetes Pferd haben ihn zum Europameister gemacht. Die beiden haben einfach jede Runde super abgeliefert.“ Der neue Europameister schwärmte hingegen vor allem von seinem Pferd: „Ich wusste, dass ich im Finale Doppelnull reiten muss. Ich war erst etwas nervös morgens, aber als ich auf dem Pferd saß, war alles weg. Stalido sprang von Tag zu Tag besser, hatte auch heute noch viel Energie und wir haben uns beide sehr gut aufeinander konzentriert. Er will immer fehlerfrei über den Sprung, er macht es mir als Reiter unheimlich leicht.“

Ebenfalls für das Einzelfinale der besten 30 Paare qualifiziert hatten sich Hannes Ahlmann mit Nerrado und Sönke Fallenberg mit Chakira. Letzterer hatte heute im ersten Umlauf zwei Abwürfe, in Runde zwei blieb es dann bei einem Zeitfehler. Mit insgesamt 21,47 Strafpunkten belegte Sönke Fallenberg damit Platz 17. Hannes Ahlmann und sein Holsteiner Hengst v. Nekton schrammten als 13. ganz knapp an einer Platzierung vorbei. Im ersten Umlauf fiel eine Stange, danach gelang dem Paar eine Nullrunde. Ihr Endergebnis: 18,44 Strafpunkte.

Junioren

Das Einzelfinale der Junioren fand bereits gestern statt, allerdings ohne deutsche Beteiligung. Gold ging an die Britin Ava Vernon auf Jolie Fleur van de Noordheuvel, die zuvor auch schon Mannschaftsbronze gewonnen hatte. „Gleich bei meiner ersten Europameisterschaft mit zwei Medaillen nach Hause zu fahren, fühlt sich unglaublich an. Ich möchte mich bei meinem ganzen Team und meinen tollen Mannschaftskollegen bedanken, die diese Woche unvergesslich gemacht haben. Und natürlich bei meiner Superheldin, Cookie, die unglaublich gesprungen ist“, freute sich die 17-Jährige nach ihrem Sieg.

Ein belgisches Geschwisterpaar komplettierte das Podium. Über Silber freute sich Tristan Guisson auf Naturelle vh Legitahof Z, dem ebenso wie seiner jüngeren Schwester eine Doppel-Nullrunde im Finale gelang. Bronze holte Aurelia Guisson, die mit No Limit vh Legita Hof Z am Start war – übrigens ebenso wie die Stute ihres Bruders eine Tochter des Nabab de Reve.

Children

Vor dem Einzelfinale hatte Naomi Himmelreich noch auf Medaillenkurs gelegen, doch heute fehlte der 14-Jährigen dann bei ihrem EM-Debüt das letzte Quäntchen Glück. Nach einem Abwurf im zweiten Umlauf landete sie mit ihrem Cornet’s Adel auf dem achten Rang. Direkt dahinter konnte sich Tony Stormanns mit Dia Nova auf Platz neun behaupten.

Neuer Europameister der Children ist der Ungar Gyula Szuhai Jr., dem mit seinem Perthy Jackson nicht ein einziger Abwurf unterlief. Dies gelang allerdings noch vier weiteren Paaren, so dass ein Stechen über die Medaillen entschied. Dort gelang dem erst zwölfjährigen Finnen Hugo Kogelnig mit Vermont dann die einzige weitere Nullrunde, so dass er sich über Silber freuen durfte. Bronze ging an die Tschechin Anna Marie Vitek, die mit Chacco’s Amke einen Chacco-Blue-Sohn gesattelt hatte, der einst auf dem Gestüt Lewitz das Licht der Welt erblickte.

Alle Ergebnisse aus Vilamoura finden Sie hier.