Villach: Schweizer Doppelsieg mit Cornet Obolensky-Kindern im Großen Preis

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Martin Fuchs und Clooney (© Toffi)

Kurioser Ausgang des Großen Preises von Villach! Nicht nur, dass es zwei Sieger gab, weil beide in exakt derselben Zeit ins Ziel gekommen waren. Die beiden kamen auch noch aus ein- und demselben Land und ritten Söhne von Cornet Obolensky-Söhne.

Steve Guerdat mit Corbinian und Martin Fuchs auf Clooney mussten sich das Sieggeld im Großen Preis von Villach teilen. Die beiden Schweizer blieben jeder fehlerfrei im Stechen und die Uhr stoppte nach exakt 49,43 Sekunden. Und dann saßen sie auch noch beide auf Cornet Obolensky-Nachkommen.

Steve Guerdats nun elfjähriger Corbinian, ein Westfale aus einer Pilot-Mutter war nicht als das einfachste Pferd, wie Guerdat verraten hatte, nachdem er mit ihm 2016 das Weltcupfinale in Göteborg gewonnen hatte. Göteborg war der Durchbruch. Im vergangenen Jahr gewannen die beiden außerdem den Nationenpreis in Calgary mit der Schweizer Mannschaft, waren Dritte im Rolex Top Ten Finale von Genf und siegten im Dezember in einem 1,60 Meter Springen in der Londoner Olympia Hall. Und heute nun der Sieg in Villach. Auch wenn er sich den teilen musste.

Martin Fuchs‘ Clooney ist ebenfalls westfälisch gezogen und hat ebenfalls einen bewährten NRW-Landbeschäler auf der Mutterseite stehen: Ferragamo. Und Clooney kann durchaus auch mal seinen eigenen Kopf haben, wie er im vergangenen Jahr im Großen Preis von Aachen gezeigt hatte. Damals war der Sieg für das Schweizer Paar zum Greifen nah gewesen. Bis dato fehlerfrei, fehlte nicht mehr viel bis ins Ziel. Aber dann wollte der Schimmel plötzlich nicht mehr vom Ausgang weg. Aus der Traum. Dafür hat es heute geklappt. Und geteilte Freude ist ja auch doppelte Freude. Jeweils 77.625 Euro bekamen die beiden Sieger für ihre außergewöhnliche Leistung.

Steve Guerdat und Martin Fuchs konnten selbst kaum glauben, was da passiert war. Guerdat: „Es ist immer super, als Sieger eines Fünf-Sterne-Grand Prix nach Hause zu fahren. Aber dieser Sieg ist etwas ganz besonderes. Martin und ich sind seit langer Zeit befreundet. Wir arbeiten zusammen und leben nur wenige Minuten auseinander. Die Bedeutung dessen, was heute passiert ist, kann man nicht in Preisgeld bemessen!“

Ähnlich sah es sein Freund Fuchs: „Das Treppchen war mein Ziel. Das es ausgereicht hat, um zu gewinnen, ist natürlich toll. Aber dass Steve und ich zusammen gewonnen haben: Ich kann es nicht glauben! Als ich die Ziellinie überquert hatte und auf die Anzeigetafel blickte, das war unfassbar. Für mich ist das auch der erste Sieg in einem Fünf-Sterne-Grand Prix mit Clooney und schöner könnte es nicht sein!“

Platz drei in dieser besonderen Prüfung belegte der Ire Cian O’Connor auf dem belgischen Wallach Skyhorse v. Calvaro. O’Connor hatte schon in den Vortagen gut verdient in Villach. Heute kamen noch einmal 51.750 Euro hinzu.

Die Deutschen

Zwei deutsche Reiterinnen waren zwar nicht mit ins Stechen gekommen, was dann ohne deutsche Beteiligung ablief, hatten aber im ersten Umlauf alle Stangen liegen gelassen und mussten sich lediglich einen Zeitfehler anrechnen lassen. Janne-Friederike Meyer-Zimmermann und ihr elfjähriger Goja waren Neunte geworden. Meredith Michaels-Beerbaum und ihre neunjährige Nachwuchshoffnung Daisy v. Excenel Zehnte.

Hans-Dieter Dreher und Embassy II sowie Marco Kutscher und Clenur hatten jeweils einen Abwurf im Stechen. Bei Daniel Deußer und Equita van’t Zorgvliet fielen zwei Stangen. Zehn Strafpunkte wurden es für David Will und Monodie H, zwölf für Marcus Ehning mit Gin Chin van het Lindenhof.

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