Wellington: Daniel Deußer und Tobago Z gewinnen 500.000 Dollar Grand Prix

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Sie haben ihr persönliches Winter Equestrian Festival in Wellington siegreich begonnen und so beschließen sie es auch: Daniel Deußer und Superstar Tobago Z. (© Sportfot)

Wer am Donnerstag den Livestream der Fünf-Sterne-Tour in Wellington verfolgt hat, kam nicht umhin festzustellen, dass ein Tobago Z in dieser Form schwer zu schlagen ist. Und Daniel Deußer hat die Kräfte seines Hengstes optimal eingeteilt, wie sich heute beim Höhepunkt der gesamten Tour zeigte.

Der mit 500.000 Dollar dotierte Rolex Grand Prix ist das Highlight des Winters in Wellington. Am Donnerstag, als es bereits um viel Geld ging in der Fünf-Sterne-Tour, hatte eine ganze Reihe Reiter auf das Stechen verzichtet, um alle Kräfte für heute aufzusparen, darunter auch Daniel Deußer. Das hat sich ausgezahlt. Sein Tobago Z war auf den Punkt fit.

Das zusammen mit der Tatsache, dass der kleine Tangelo van de Zuuthoeve-Sohn sehr clever ist und genau weiß, was er im Parcours zu tun hat, wie Daniel Deußer sagt, machte ihn heute unschlagbar. Bereits im Normalparcours lieferte das Paar nicht nur die schnellste Null-Fehler-Runde, sondern war auch schneller als alle Vier-Fehler-Paare.

Im Stechen kam ihnen zugute, dass sie als letztes Paar an der Reihe waren. Das machte das Risiko kalkulierbarer. Schlussendlich sprang Tobago Z in fehlerfreien 36,402 Sekunden zum Sieg. Und bescherte seinem Arbeitgeber, Stephex-Chef Stephan Conter, damit ein Geburtstagsgeschenk im Wert von 165.000 Dollar, knapp 140.000 Euro.

Daniel Deußer: „Mein Vorteil war, dass ich vorletzter Starter im Umlauf war und letzter im Stechen. Ich wusste ganz genau, was ich zu tun hatte. Am Ende muss ich sagen, wenn der Plan aufgeht und das Pferd so springt, ist es nicht allzu schwierig.“

Man darf wohl sagen, es war eine erfolgreiche Saison für Daniel Deußer und Tobago Z in Wellington! Bei neun Springen waren sie dreimal Sieger, einmal Zweite, einmal Fünfte, einmal Siebte. Lediglich einmal fiel eine Stange. Ansonsten sprang der Zangersheider Hengst immer null. Mit den Siegen auf Killer Queen und Kiana kann Daniel Deußer auf insgesamt sieben blaue Schleifen aus Wellington verweisen, davon vier in Fünf-Sterne-Springen und drei in Großen Preisen.

Die weiteren Platzierten

In Summe hatten acht der 40 Paare das Stechen erreicht, von denen aber nur drei fehlerfrei ins Ziel von Runde zwei kamen. Einen Riesenerfolg feierte der für Israel startende Daniel Bluman im Sattel der zehnjährigen KWPN-Stute Gemma W v. Luidam. Bluman hatte Gemma W vor drei Jahren über die Youngster Tour in den internationalen Sport gebracht. Sie war zwar schon mehrfach unter den besten dreien in Großen Preisen über 1,60 Meter-Hindernisse, aber noch nie auf Fünf-Sterne-Niveau. Insofern dürfte dies heute zumindest auf dem Papier der bislang größte Erfolg für das Paar sein: Platz zwei in 36,544 Sekunden.

Daniel Bluman hinterher: „Ich kann nicht sagen, dass ich erstaunt bin, dass Daniel mich geschlagen. Er bereitet uns immer ein wenig Bauchschmerzen, wenn er irgendwo auftaucht, weil er einfach in einer eigenen Liga spielt. Man muss es sagen, wie es ist: Wir müssen weiter üben, um in der Lage zu sein zu reiten, wie er es tut.“ Nichtdestotrotz sei er sehr glücklich mit seinem zweiten Platz und insbesondere seinem Pferd: „Gemma war unglaublich!“

Seit Herbst vergangenen Jahres hat der Niederländer Harrie Smolders den ebenfalls zehnjährigen KWPN-Wallach Bingo du Parc unter dem Sattel, einen Mylord Carthago-Sohn. In den Sport gebracht wurde der Fuchs von dem Österreicher Gerfried Puck, der mit ihm Anfang 2020 schon Zweiter im Weltcup-Springen von Abu Dhabi geworden war. Mit Harrie Smolders hatte es bislang noch nicht zu einem Platz unter den besten dreien gereicht. Bis heute. Als drittes fehlerfreies Paar im Stechen (36,742) konnten die beiden die gelbe Schleife entgegen nehmen, die in den USA für Rang drei steht.

Komplettiert wurde die Liste der Platzierten durch McLain Ward auf Contagious, der dieses Wochenende in fast allen Springen zwar Schnellster war, aber immer einen Abwurf zu viel hatte. So auch heute, Rang vier. Dahinter reihten sich ein: die weiteren Vier-Fehler-Kandidaten Jessica Springsteen mit Don Juan van de Donkhoeve und Santiago Lambre auf Chacco Blue II sowie mit je acht Strafpunkten Beant Mändli auf Dsarie und Yuri Mansur mit Vitiki.

Alle Ergebnisse finden Sie hier.

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