Wellington: Martin Fuchs mit siegreichem Gastspiel

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Erfolgspaar Martin Fuchs und Clooney (© Pauline von Hardenberg)

Da kommt einer aus Europa mit sechs Pferden nach Wellington weil er „mehr Zeit mit seiner Freundin verbringen will“ und schnappt den Gastgebern das dickste Preisgeld weg!

Genauso geschah es am Wochenende, als der WM-Zweite Martin Fuchs (SUI) sich mit Toppferd Clooney im Stechen gegen Kent Farrington auf Gazelle durchsetzte und dafür 129.000 Dollar kassierte. Die Plätze drei und vier gingen allerdings ebenfalls an Reiter aus Europa, die Iren Richie Moloney auf Rocksy Music und Conor Swail mit Flower.

Ganze 18 Paare hatten es ins Stechen geschafft, darunter auch ein deutsches. Eigentlich hatte Kent Farrington als letzter Starter des Stechens alle Vorteile auf seiner Seite. Aber Martin Fuchs und Clooney sind inzwischen ein so eingespieltes Paar, da kommt man so schnell nicht dran vorbei. Und die beiden hatten gut vorgelegt: fehlerfreie 33,13 Sekunden.

„Ich wusste, mein Pferd ist in super Form“, kommentierte der Sieger. „Er ist sehr erfahren, von daher war es gut für ihn, ihn direkt hier unter Flutlicht zu starten. Er war dennoch etwas erstaunt im ersten Umlauf. Er ist sehr, sehr vorsichtig gesprungen und ich brauchte mehr Bein als gewöhnlich. Aber das hat mir ein super Gefühl für das Stechen gegeben, denn ich wusste, wenn ich ein bisschen mehr Gas gebe, wird er die Oxer leicht überspringen und immer noch versuchen, fehlerfrei zu bleiben.“

Eine klare Sache war sein Sieg für ihn indes nicht: „Ehrlich gesagt war ich ziemlich sicher, dass Kent schneller sein würde, denn wir alle wissen, dass er einer der schnellsten Reiter der gesamten Szene ist. Natürlich bin ich glücklich, dass er mich jetzt einmal nicht geschlagen hat und auch mal dem kleinen Schweizer Jungen die Chance gegeben hat, hier in Amerika zu gewinnen“, scherzte er weiter.

Ähnlich respektvoll klang, was Kent Farrington über den Sieger zu sagen hatte: „Ich wusste, Fuchs würde schnell sein. Er ist ein sehr starker Reiter. Er gewinnt auf der ganzen Welt. Er hatte ein super Ergebnis bei den Weltreiterspielen und das ist eines seiner besten Pferde. Auch ich hatte mein Spitzenpferd am Start. Also dachte ich, es ist egal, ob da 20 Reiter im Stechen sind oder nur wir beide, wir werden so schnell reiten, wie wir können.“

Farrington hat auch eine Erklärung, warum Clooney eigentlich so schnell ist: „Sein Pferd ist eine Ausnahme, dahingehend, dass es Galoppsprünge auslassen kann, wo es anderen nicht gelingt. Er hat einen Galoppsprung weniger auf die zweifache Kombination zu gemacht und ich glaube, er war der einzige, dem das gelungen ist.“ Er selbst hatte sich das nicht getraut: „Ich dachte, das sei ein zu großes Risiko für mein Pferd. Sie ist extrem vorsichtig. Und ich dachte, da sei die Gefahr zu groß, dass sie verweigert, wenn ich versuche, so früh abzuspringen. Darum habe ich versucht, die Zeit durch schnelles Galoppieren über den Rest des Parcours rauszureiten. Aber naja, heute hat es nicht geklappt.“ Bei 33,57 Sekunden stoppte die Uhr für Kent Farrington.

Weitere Platzierte

Zu den Platzierten nach zwei Null-Fehler-Ritten gehörte auch ein deutsches Paar: Markus Beerbaum mit seinem besten Pferd Cool Hand Luke. 40,717 Sekunden bedeuteten am Ende Rang neun für den zwölfjährigen Oldenburger v. Contendro-Argentinus.

Übrigens platzierten sie sich direkt hinter dem Briten William Whitaker, der ja seit diesem Jahr für die US-amerikanischen Rushy Marsh Farms reitet. Mit dem neuen Job hat er auch ein neues Pferd bekommen: RMF (für Rushy Marsh Farms) Cadeau de Muze, ein belgischer Nabab de Reve-Sohn aus der Zucht von Joris de Brabander, der lange unter dem Weltmeister von 2010 ging, Philippe Le Jeune. Im Herbst 2017 übernahm dann Denis Lynch die Zügel, der den Wallach bis Mitte vergangenen Jahres ritt.

Alle Ergebnisse finden Sie hier.

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