Wellington: McLain Ward gewinnt 400.000 Dollar-Springen

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McLain Ward und die Oldenburger Stute Noche de Ronda v. Quintender in Wellington (USA). (© Sportfot)

Der US-Amerikaner McLain Ward hat gestern den Großen Preis beim CSI5* Wellington gewonnen. Viele Reiter nutzen momentan das hochdotierte Winter Equestrian Festival im sonnigen Florida, um sich auf die kommende Saison vorzubereiten.

Noch bis Ende März finden im Palm Beach International Equestrian Center in Wellington internationale Dressur- und Springprüfungen statt. Mehr als 6.000 Pferde sollen während der drei Monate dauernden Veranstaltung an den Start gehen. Nicht nur die angenehmen Temperaturen in Florida sind einladend, auch die insgesamt 13 Millionen Dollar Preisgeld tun wohl ihr übriges. Einen ordentlich Anteil daran – rund 120.000 Euro – sicherte sich gestern der zweifache Mannschafts-Olympiasieger McLain Ward.

40 Reiter hatten sich auf die Teilnehmerliste für den Großen Preis eingetragen, darunter auch der Amerikaner und seine elfjährige Oldenburgerin Noche de Ronda. Erst vor einem Jahr feierte das Paar – ebenfalls in Wellington – sein internationales Turnierdebüt. Die Quintender-Tochter wurde in Deutschland von der Zuchtgemeinschaft Richter-Irps und Tiefenthal gezogen. Im letzten Jahr war sie unter anderem schon bei den Nationenpreisen von Aachen und Dublin erfolgreich im Einsatz.

Gestern qualifizierten sich McLain Ward und Noche de Ronda als eines von zwölf Paaren für das Stechen. In der finalen Runde galt es dann den bis dato führenden Aachen-Sieger Kent Farrington mit Gazelle zu schlagen. Und das gelang! Die beiden waren noch einmal zwei Sekunden schneller als ihr Landsmann. „Das war ungefähr alles, was Ronda und ich geben konnten“, sagte Ward. „Ich glaube, für jeden von uns auf diesem Level ist es ein kleiner Vorteil, wenn man nicht als erster ins Stechen gehen muss. Heute hat alles funktioniert und mein Pferde hat eine spektakuläre Leistung abgeliefert.“

Das heimische Publikum feierte den Sieg des 44-Jährigen, der zugab, dass Prüfungen wie diese noch immer Nervenkitzel für ihn bedeuten: „Es wird nicht einfacher, die Aufregung nimmt nicht ab, aber es ist ein bisschen wie eine Droge. Ich liebe es und es bringt mich gleichzeitig um“, beschrieb er sein Gefühl. „Ich freue mich sehr auf solche Turniere, der Kampf bereitet mir viel Vergnügen. Die Siege sind toll, aber der Kampf zwischen Kent und mir und vielen anderen – am Ende ist es das, was unser Blut in Wallung bringt.“

Die 14-jährige belgische Stute Gazelle von Kent Farrington machte ihrem Namen einmal mehr alle Ehre. „Ich wurde von einem Top-Reiter mit einem Pferd geschlagen, dass einen riesigen Galoppsprung hat“, sagte der Zweitplatzierte im Anschluss. „Er hat alle Register gezogen und viel riskiert. Das war ein guter Sieg für McLain.“ Mit seinem Pferd sei er daher mehr als glücklich, mit dem zweiten Platz aber weniger, scherzte der 39-Jährige.

Platz drei ging an Eric Lamaze mit dem Chacco-Blue-Sohn Chacco Kid. Der Kanadier freute sich vor allem über die Leistung seines Pferdes: „Es war eine tolles Springen und ich bin so dankbar, dass ich dieses Pferd habe. Er ist ein absoluter Kämpfer und sehr vorsichtig. Er gibt alles für dich. Wenn man dieses Gefühl unter dem Sattel hat, kann man in viele Prüfungen reiten.“

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