Wellington: McLain Ward siegt schon wieder!

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McLain Ward und Azur auf dem Weg zum Sieg im 401.000 Dollar-Grand Prix von Wellington 2020. (© Sportfot)

Das Winter Equestrian Festival in Wellington, Florida, wird mehr und mehr zum McLain Ward Equestrian Festival. Der US-Springreiter hat nun den dritten 5*-Großen Preis innerhalb von drei Wochen gewonnen. Davon abgesehen, dürfte der jetzige Erfolg ihn noch aus einem anderen Grund besonders gefreut haben.

Für McLain Wards Weltcup-Siegerin von 2017, die nun 14-jährige Thunder van de Zuuthoeve-Tochter Azur, war dies in Wellington ein wegweisender Sieg, der erste nach einer längeren Verletzungspause.

Die hat ihr nicht geschadet. Azur, oder „Annie“, wie sie im Stall heißt, ist ein Pferd mit Riesengalopp und ebensolchem Springvermögen. Beides machte McLain Ward sich im mit 401.000 Dollar dotierten Preis von WEF-Woche sieben zunutze. Kurze Wege, keine verrückten, aber kurze Wendungen führten zu einer 39,85 Sekunden-Führung im sechsköpfigen Stechen. Es zeigte sich, dass das locker reichte, um die Konkurrenz auf Abstand zu halten.

Platz zwei sicherte sich der Ire Captain Brian Cornane auf Penelope Cruz mit ebenfalls strafpunktfreien 44,19 Sekunden, gefolgt von Alex Granato auf dem Mecklenburger Chacco Blue-Sohn Carlchen W (4/38,87).

Welle des Erfolges

McLain Ward kann sich derzeit wirklich nicht beklagen – drei Fünf-Sterne-Große Preise in drei Wochen gewinnen, Comeback seines besten Pferdes und dann auch noch die Geburt seiner zweiten Tochter.

„Das sind ziemlich unglaubliche Wochen“, bestätigte Ward später. „Mein Team leistet einen super Job. Ich habe das Glück, phänomenale Pferde zu haben und Besitzer, die es mir ermöglichen, mehrere Pferde zu haben, die auf diesem Niveau gewinnen können. Wenn wir ganz ehrlich sind, es gibt Zeiten, da kann man nichts richtig machen und es gibt Zeiten, da kann man nichts falsch machen. Wie haben gerade letztere. Das genießen wir und geben weiter unser Bestes.“

In Bezug auf Azur erklärte er, die Stute hätte nach einer leichten Verletzung, die sie sich beim Nationenpreis-Finale in Barcelona zugezogen hat, eine längere Pause bekommen. Aber nun ist sie wieder voll im Geschäft: „Heute Abend fühlte sie sich super an! Sie wird nun älter und hat viele große Hindernisse in ihrem Leben gesprungen. Sie war eine unglaubliche Partnerin. Zu diesem Zeitpunkt der Karriere beginnt man die Sprünge zu zählen. Wir haben das Jahr nach Barcelona beendet, sie aber weiterhin leicht gearbeitet.“

Er war übrigens wie auch die Kollegen voll des Lobes für Parcourschef Santiago Varela (ESP), der auch in Tokio aufbauen wird: „Er ist ein Parcoursaufbauer mit Pferdeverstand und ich denke, er wird einen brillanten Job machen bei den Olympischen Spielen!“

Wiedersehen mit Carlito’s Way

Ein deutsches Paar war nicht am Start, wohl aber ein Pferd, das bis vor kurzem noch unter deutscher Flagge ging: der nun zehnjährige Holsteiner Wallach Carlito’s Way v. Casall-Lordanos. Er ging ja sehr erfolgreich mit dem Team vom Stall Michaels-Beerbaum, sowohl mit Markus Beerbaum als auch mit Bereiter René Dittmer. Doch dann beschlossen die Besitzer von den Artemis Farms, alle Pferde zu dem Brasilianer Rodrigo Pessoa zu stellen, der ebenfalls von ihnen unterstützt wird und von der Teilnahme an den Olympischen Spielen in Tokio träumt. Er war nun ein paarmal mit Carlito’s Way im Einsatz.

Das erste Kennenlern-Wochenende endete noch mit vier und fünf Strafpunkten in zwei Springen. Doch schon am Wochenende darauf konnten sie ein 1,45 Meter-Springen gewinnen und waren in einem weiteren Dritte. Dieses Wochenende dann die Feuerprobe in einem 1,60 Meter-Grand Prix. Der Wallach lieferte die schnellste Vier-Fehler-Runde im Umlauf, Rang sieben.

Alle Ergebnisse finden Sie hier.

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