Wellington: Saturday Night Lights an Meredith Michaels-Beerbaum und Calle

28906

Meredith Michaels-Beerbaum und Calle beim CSI2* Grand Prix in Woche 1 des Winter Equestrian Festivals von Wellington, Florida, 2018. (© Sportfot)

Gerade mal ein paar Tage sind Meredith Michaels-Beerbaum und ihre Familie mit ihren Pferden nun in Florida für das Winter Equestrian Festival und schon gibt es den ersten Sieg zu feiern. Einen besonders wichtigen in der Karriere von MMBs Pferd.

Denn der CSI2* Grand Prix des Wochenendes fand unter Flutlicht statt, das erste Saturday Night Lights Springen des Winter Equestrian Festivals 2018. Für den gerade erst neun Jahre alt gewordene Westfale Calle v. Carell war dies erst das zweite Flutlicht-Springen überhaupt in seinem Leben. Das erste war im Sommer beim CHIO Aachen gewesen. Und Meredith Michaels Beerbaum berichtete nach ihrem Ritt, die ersten Hindernisse, die der Mexikaner Oscar Soberon in seinem aufgebaut hatte, seien eine ziemlich Herausforderung gewesen für junge Pferde, nicht nur wegen der Abmessung, sondern wegen der recht furchteinflößenden Optik. Und dann gab es gegen Ende des Parcours auch noch einige ernstzunehmende technische Fragen zu lösen.

Aber Calle hatte auf alles eine Antwort und ließ sich auch nicht davon bremsen, dass dies erst das zweite Stechen war, in dem seine Reiterin ihn so gehen ließ: „Dieses Tempo ist noch relativ neu für ihn. Er war etwas überrascht, aber er ist auf meiner Seite. Das ist es, was es braucht, um ein wirklich großartiges Pferd zu sein.“ MMB muss es wissen. Schließlich war sie die Reiterin des unvergessenen Shutterfly. Über Calle sagt sie: „Ich habe ihn noch kein Jahr, aber ich liebe dieses Pferd. Er hat eine wunderbare Einstellung und einen ebensolchen Charakter. Er ist immer auf Deiner Seite und gibt Dir als Reiter so ein gutes Gefühl.“

Ein großartiges Gefühl war es sicherlich auch, dann am Ende als Siegerin gefeiert zu werden und einen Scheck über 23.100 US-Dollar in Empfang nehmen zu dürfen.

Harvard auf Rang zwei

Platz zwei ging an die US-Amazone Lillie Keenan, die Meredith Michaels-Beerbaum gut kennt. Keenan hatte im Frühjahr 2017 ihr Championatspferd Fibonacci übernommen. Den hatte sie in Wellington allerdings nicht am Start, dafür den elfjährigen Belgier Sky Horse v. Calvaro. Dieser wie auch Keenans andere Pferde waren in den vergangenen Wochen von ihrem Trainer Cian O’Connor vorgestellt worden. Auch Fibonacci ging unter dem Iren und wurde unter anderem Fünfter im Rolex Grand Prix von Genf. Die 21-jährige Keenan studiert aktuell noch in Harvard und nutzte November und Dezember zum Lernen. Dieses Wochenende war quasi ihr Comeback. Mit so einem Erfolg hatte sie nicht gerechnet.

„Ich dachte, ich schaffe es vielleicht unter die besten fünf. Da waren viele schnelle Reiter. Mein Pferd – ich würde ihn beschreiben als groß, ehrlich, fast wie ein Equitation Pferd (was in den USA eine eigene Disziplin ist, ähnlich den Hunter-Klassen, in der nur der Reiter, nicht das Pferd bewertet wird, Anm. d. Red.), das über 1,60 Meter springen kann und über den Mond spränge, würde man das von ihm verlangen. Er ist vielleicht nicht das schnellste Pferd. Aber heute hat er das Gegenteil bewiesen. Ich glaube, wir waren schneller als er sich jemals selbst zugetraut hätte.“

Die dritte im Bunde der Amazonen auf den ersten Plätzen war die 26-jährige Britin Emily Mason im Sattel des ebenfalls erst neunjährigen KWPN-Wallachs Explosion v. Chacco Blue. Für ihn war es nicht nur eine Premiere unter Flutlicht, sondern auch der erst „richtige“ Große Preis. Umso glücklicher war die Reiterin, die sich noch viele weitere Erfolge mit dem Wallach erhofft.

Zumal sie heute den Weltranglisten-Ersten Kent Farrington hinter sich ließ. Der US-Amerikaner hatte ebenfalls dem Nachwuchs im Stall eine Chance gegeben und den neunjährigen Hannoveraner Baltic Star v. Bacardi gesattelt.

Hinter ihm reihte sich Kanadas Eric Lamaze auf dem Rheinländer Coco Bongo v. Caretino ein. Sechste wurde Adrienne Sternlicht (USA) im Sattel des OS-Wallachs Toulago v. Toulon, der auch schon unter Pius Schwizer und Daniel Deußer ging. Sternlicht gehört auch die in Bayern gezogene Stute Cristalline, DIE Entdeckung beim Weltcup-Finale 2016 in Göteborg, wo sie noch von Chris Chugg (AUS) präsentiert worden war.

St.GEORG NEWSLETTER

Schnell, aktuell und auf einen Blick wissen, was Sache ist!
Das bietet der St.GEORG Newsletter.