Weltcup Göteborg 2019: Steve Guerdat übernimmt die Führung im Parcours – mit Bildergalerie

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Er kann's einfach: Steve Guerdat war 2016 schon einmal Weltcup-Sieger in Göteborg und übernahm heute mit Alamo erneut die Führung. (© Pauline von Hardenberg)

S wie Steve, S wie Sieger, G wie Guerdat, G wie Göteborg – 2016 hatte der Schweizer Steve Guerdat in der schwedischen Hafenstadt seinen zweiten Weltcup-Finalsieg gefeiert. Und nun liegt er wieder auf Titelkurs.

Mit einem wahren Husarenritt setzte sich der Schweizer Steve Guerdat im Zeitspringen, der ersten von drei Wertungen des Weltcupfinales in Göteborg, an die Spitze des 33 Starter starken Feldes und schuf damit beste Voraussetzungen, seinen Siegen von 2015 und 2016 einen dritten hinzuzufügen.

Der Weltranglisten-Erste ritt als letzter Starter den elfjährigen Alamo v. Ukato-Equador (KWPN), mit dem er bereits das Top Ten Finale in Genf im Dezember 2018 gewonnen hatte und der mehr und mehr zu einer Entlastung von Guerdats Erstpferd, WM-Stute Bianca, heranreift. Auf sie setzt er bei den Olympischen Spielen in Tokio 2020. Was bei anderen Reitern wild entschlossen aussah, gelang dem WM-Dritten mit leichter Hand. Er brauchte 61,28 Sekunden für seine Runde, mit der er gleich drei Belgier hinter sich ließ.

Pieter Devos benötigte 61,31 Sekunden auf dem 14-jährigen Larino-Sohn Apart (KWPN), Olivier Philippaerts auf der 13-jährigen Landzauber-Tochter Legend of Love 61,34 Sekunden. Er war erst der dritte Starter und der erste, bei dem alle Stangen oben blieben.

Francois Mathy Jun. wurde auf dem elfjährigen Schimmelhengst Casanova de L’Herse v. Ugano Sitte Vierter in 61,62 Sekunden vor einem weiteren Schweizer, Martin Fuchs auf Clooney (62,04).

Und wo waren die Deutschen?

Die deutschen Reiter schlugen sich gut, konnten aber nicht ganz nach vorne reiten. Christian Ahlmann wurde nach einer energisch attackierenden fehlerfreien Runde auf dem zehnjährigen Schimmelhengst Clintextro Z v. Clintissimo Z Siebter (62,77). „In den Wendungen musste ich einiges riskieren, aber im Großen und Ganzen lief alles nach Plan“, so der Finalsieger von 2011. Auf die noch ausstehende Unterschrift unter die Athletenvereinbarung angesprochen, sagte er: „Wir sind auf einem guten Weg. Aber die Entscheidung treffe ich nicht alleine, sondern gemeinsam mit meinen Pferdebesitzern.“

Daniel Deusser kam unglücklich an die zweifache Kombination, der elfjährige Fuchshengst Tobago Z v. Tangelo patzte am rosengeschmückten Einsprung-Oxer. In der absolut schnellsten Zeit von 59,85, aber mit drei Strafsekunden für den Abwurf belastet, liegt er auf Rang acht. Auch für ihn ist noch alles drin.

Schwerer wird es für Ludger Beerbaum und Casello, nach einem Abwurf auf Rang 17 (66,14). Lange schwankte die hellgraue Stange an Spring zehn hin und her, bis sie doch aus der Auflage rollte.

Beerbaum musste bereits als zweiter Starter in den Parcours. Der erste, der Schweizer Beat Mändli, versuchte auf Dsarie den Plankensprung Nummer elf mit einer abenteuerlichen Abkürzung zu nehmen. Das Resultat war ein Stopp und Mändli am Boden und damit ausgeschieden.

Kein weiterer Reiter versuchte diesen Weg, der, so der spanischen Parcourschef Santiago Varela, von ihm auch nicht als Option vorgesehen war. Seine Aufgabe war besonders schwierig, denn die Starter rangierten auf der Weltrangliste von 1 bis 1465 und alle hatten am Ende die Chance, sich mit Anstand aus der Affäre zu ziehen.

Morgen Abend nach der zweiten Wertung, einem Springen mit Stechen, werden die Platzierungspunkte umrechnet. „Morgen werden die Fehler teurer“, sagte Steve Guerdat. Es klang nicht so, als wollte er welche machen.

Die besten Bilder der ersten Wertung

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