Weltcup-Springen Kentucky: Kent Farrington nicht der Schnellste, aber trotzdem der Beste

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Kent Farrington und Gazelle gewinnen die Weltcup-Etappe von Tryon der Nordamerika-Liga (© FEI)

Normalerweise kann man sich auf ein rasantes Stechen gefasst machen, wenn Kent Farrington (USA) gegen die Uhr antritt. Doch beim Weltcup-Springen in Kentucky war heute einiges anders.

Neun Paare hatten es ins Stechen des mit 35-köpfigen Weltcup-Springens von Kentucky geschafft. Einer nach dem anderen versuchte, fehlerfrei durch den Kurs Bernardo Costa Cabral (POR) zu kommen. Doch es wollte nicht gelingen. Kent Farrington und Gazelle, die beide Sieger im Rolex Grand Prix von Aachen 2019, waren achtes Paar. Farrington hatte sich eigentlich schon eine Strategie zurecht gelegt gehabt, beschloss dann aber, diese zu ändern.

„Ich hatte ja nur noch einen Reiter hinter mir, also dachte ich, dass eine saubere Nullrunde die schlauere Alternative ist.“

Das glückte. Dass die US-Stute des Jahres 2020 in super Form ist, hatte sie schon im ersten Umlauf demonstriert, wo Farrington gegen Ende des Parcours auch noch einen Steigbügel verloren hatte. Aber wer Instagram-Videos teilt, auf denen er einbeinige Kniebeugen auf wackeligem Untergrund macht, der kann auch einen Weltcup-Parcours mit nur einem Steigbügel zu Ende bringen.

„Im ersten Umlauf war sie übervorsichtig“, so Farrington. „Also musste ich ein bisschen herumprobieren. Ich dachte, dass das Stechen eine gute Gelegenheit ist, sie noch ein bisschen ankommen zu lassen und sie da ruhig durchzureiten. Glücklicherweise hat sich das für mich mit einem Sieg bezahlt gemacht.“

In 35,96 Sekunden gewannen die beiden gut 70.000 US-Dollar. Gazelle ist nun 15 und seit sie siebenjährig ist unter dem Sattel von Kent Farrington, aber weit entfernt davon, demnächst in Rente zu gehen. Farrington sagt: „Sie war ein unglaubliches Pferd für mich und meine Karriere. Ihr Mitbesitzer Robin Parsky hat mir freie Hand gelassen, was das Management dieses Pferdes angeht und das ist einer der Gründe, warum sie so fit ist.“

Fit genug jedenfalls, um ihren zwölfjährigen Mannschaftskollegen von Tokio, McLain Wards Contagious auf Abstand zu halten. Der Contagio-Sohn war mit 32,60 Sekunden zwar deutlich schneller, hatte aber einen Abwurf. Ebenfalls mit vier Fehlerpunkte behaftet und nur 0,02 Sekunden langsamer waren Daniel Bluman (ISR) und Ladriano Z, Rang drei.

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