Wilhelm Genn siegreich im Vater-Sohn-Duell beim Great Lake Equestrian Festival

Wilhelm Genn lebt in den USA, reitet aber für sein Geburtsland Deutschland. So wurde es ein deutscher Sieg am Lake Michigan beim Great Lakes Festival. Und Sohn Theo hatte das Nachsehen.

In den 1980er-Jahren wanderte Wilhelm Genn, übrigens der Bruder des bekannten Tierarztes Hermann-Josef Genn, in die USA aus. Dort baute er zusammen mit seiner Frau Patricia in Ohio einen Springstall namens Rheinland Farm auf. Diesen Stall führt er nun zusammen mit seinem Sohn Theo, der aber im Gegensatz zu seinem Vater für sein Geburtsland USA antritt.

Vier Paare hatten das Stechen um den mit 50.000 Dollar dotierten Großen Preis der ersten Turnierwoche erreicht – Wilhelm und Theo Genn und der Ire Shane Sweetnam gleich mit zwei Pferden.

Theo Genn gelang auf Chaccomo v. Chacco Blue-Cento, einem in der Lewitz geborenen Mecklenburger, der von Cassandra Orschel in den internationalen Sport gebracht worden war, direkt zum Auftakt eine zweite fehlerfreie Runde. Allerdings waren 40,923 Sekunden eine Zeit, die Theos Vater locker unterbieten konnte mit seinem OS-Wallach Van Goch v. Valentino. Nach 35,648 Sekunden kamen die beiden ins Ziel. Zum Freuen war es aber noch zu früh, denn der Ire Shane Sweetnam ist bekannt dafür, nicht gerade auf der Bremse zu stehen, wenn es ans Stechen geht.

Tatsächlich war sein 13-jähriger KWPN-Wallach Bijzonder auch schneller als Van Gogh mit 34,542 Sekunden, hatte aber einen Abwurf. So erging es Sweetnam auch mit seinem zweiten Pferd Gerko. Damit stand fest: Vater Genn siegt vor Sohn Genn vor zweimal Sweetnam.

Theo sei Dank

Ein bisschen hatte Wilhelm Genn den Sieg auch seinem Sohn zu verdanken. Der überließ seinem Vater nämlich einst den Fuchs Van Gogh: „Van Gogh ist nun elfjährig. Wir haben ihn als Fünfjährigen gekauf. Wir sahen viel Talent in ihm als junges Pferd. Theo hat ihn geritten und sehr sorgfältig ausgebildet. Später war er ein bisschen faul, aber wir haben immer das Talent in ihm gesehen. Wir haben ihm Zeit gegeben und Theo hat super Arbeit mit ihm geleistet. Ich brauchte ein gutes zweites Pferd und so war Theo nett und sagte: ,Dad, Du solltest ihn reiten!‘ Ich habe ihn vor eineinhalb Jahren übernommen und er hat sich entwickelt.“

Abgesehen davon, dass seine Taktik fürs Stechen („Wie immer wollte ich schnell und fehlerfrei sein.“) aufging, gab es doch etwas, was nicht ganz nach Plan lief für Wilhelm Genn. Eigentlich wollte er auf Hindernis sieben nämlich einen Galoppsprung weniger machen. Doch er kam von der Linie ab, musste korrigieren und es wurde doch einer mehr. Dazu Genn: „Ich habe mich über mich selbst geärgert und dachte nur, ,Wenn ich das Springen nun deshalb nicht gewinne, werde ich heute Nacht nicht schlafen können!'“

Aber es hat ja geklappt. Am Ende dürfte Genn also eine geruhsame Nacht gehabt haben.

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