Zürich: Stephanie Holméns größtes Geburtstagsgeschenk? Ein Weltcup-Springen

Holmen_Stephanie_Flips_Little_Sparrow

Stephanie Holmén und Flip's Little Sparrow auf dem Weg zum bisher größten Erfolg ihrer noch jungen gemeinsamen Karriere im Weltcup-Springen von Zürich 2018. (© katjastuppia.ch/mercedes-csi.ch)

Gestern, am 27. Januar, wurde die Schwedin Stephanie Holmén 27 Jahre alt. Das größte Geschenk bekam sie von ihrem Pferd einen Tag später beim Weltcup-Springen in Zürich.

Und das, obwohl sich wohl ganz Zürich und mit Sicherheit die Schweizer Pferdewelt gewünscht hatte, dass es beim letzten Weltcup-Turnier in der Schweizer Bankenstadt einen Sieg für einen Eidgenossen geben würde. Flip’s Little Sparrow hat allen einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Ganze 14 Paare hatten das Stechen des Weltcup-Springens von Zürich erreicht. Hier blieben noch einmal acht fehlerfrei. Aber Stephanie Holméns zwölfjährige Stute Flip’s Little Sparrow machte ihrem Namen alle Ehre und flog wie ein Vogel pfeilschnell durch den Parcours. Keines der anderen Paare kam auch nur annähernd in die Nähe ihrer 38,79 Sekunden. Und die, die es versuchten, kassierten einen Abwurf.

Zweitbestes Paar waren der Schweizer Pius Schwizer und die erst neunjährige KWPN-Stute About A Dream v. Clinton-Indoctro. Die Stute ist eines der vielen Pferde, die Schwizer schon groß gemacht hat. Im vergangenen Jahr ging sie noch in der Youngster-Tour. Im Dezember setzte Schwizer sie erstmals in einem 1,60 Meter-Springen ein, dem Rolex Grand Prix von Genf. Dort hatte sie noch zwei Abwürfe. Aber schon vergangenes Wochenende in Basel konnte sie sich in einem hoch dotierten Springen an fünfter Stelle platzieren. Und nun dieser zweite Platz in Zürich nach fehlerfreien 39,90 Sekunden im Stechen – die Erfolgskurve steigt stetig bergauf.

Zumal die beiden eine ganze Reihe hoch erfahrener Paare hinter sich ließen. Am dichtesten dran war Frankreichs Kevin Staut mit dem Kashmir van Schuttershof-Sohn Silver Deux de Virton (0/40,72), die am Vortag auch das Championat für sich entschieden hatten.

Einziger Deutscher unter den Platzierten war Hans-Dieter Dreher, der mit der zehnjährigen ZfdP-Stute Berlinda v. Berlin nach zwei fehlerfreien Runden und einer Stechzeit von 42,08 Sekunden Achter wurde. Bei Marcus Ehning und Pret a Tout fiel im Umlauf eine Stange. Philipp Weishaupt und Chacon gaben auf. Da waren sie nicht die einzigen. Ebenso entschieden z.B. Martin Fuchs und Clooney, die noch in Basel und Freitag im Großen Preis von Zürich siegreich gewesen waren, sowie unter anderem auch das Erfolgspaar Luciana Diniz und Fit For Fun.

Ausgeschieden waren der Schweizer Alain Jufer und sein Rahmannshof Tic Tac. Sie hatten einen Sturz. Und während der Reiter sich noch zu berappeln versuchte, zeigte sein Contact van de Heffinck-Sohn, dass Spitzenspringpferde durchaus Spaß an ihrem Job haben. Fehlerfrei überwand er die folgenden Hindernisse, ehe er eingefangen werden konnte. Seinem Reiter ging es nicht so gut. Er wurde ins Krankenhaus gebracht, wo man eine Halswirbel-Fraktur diagnostizierte. Gute Besserung an dieser Stelle!

Stephanie Holmén und Flip’s Little Sparrow – zwei aus einem guten Stall

Seit Herbst 2017 sitzt Stephanie Holmén im Sattel der schwedischen Warmblutstute Flip’s Little Sparrow. Zusammengebracht hatte das Paar Europameister Peder Fredricson. Das ist kein Zufall. Der Olympia-Zweite und aktuell erfolgreichste schwedische Springreiter ist Holméns Trainer, Mentor und Boss. Sie sollte ein Pferd für die große Tour bekommen.

In Flip’s Little Sparrow hat sie nun eines, dem das Talent buchstäblich in die Wiege gelegt wurde. Ihr Vater Cardento ist DER Springpferdevererber schlechthin im Norden, ein Holsteiner v. Capitol, der selbst mit Peter Eriksson im internationalen Sport ging. Und die Mutter ist keine geringere als Malin Baryard-Johnssons einstige Erfolgsstute Butterfly Flip v. Robin Z, die unter anderem Mannschaftssilber bei den Olympischen Spielen in Athen 2004 gewann.

St.GEORG NEWSLETTER

Schnell, aktuell und auf einen Blick wissen, was Sache ist!
Das bietet der St.GEORG Newsletter.