Thieme wiederholt Derbysieg MIT VIDEO

Hier geht’s zum Siegesritt

Auch wenn große Namen im Deutschen Springderby rar waren, bot die erste Station der Riders Tour vor 20.000 Zuschauern packenden Sport und sah den Mecklenburger André Thieme als sicheren Sieger.

André Thieme aus Plau am See gewann auf dem 13-jährigen KWPN-Hengst Concorde  wie schon im Vorjahr nach Stechen das Deutsche Springderby in Hamburg Klein Flottbek, die erste Wertung der Riders Tour mit einer Siegprämie von 38.000 Euro. Eigentlich wollte ich das Derby in diesem Jahr ganz locker angehen und nicht soviel Druck aufbauen, sagte Thieme nach seinem Sieg. Aber je näher das Derby rückte, umso größer wurde der Druck, war am Ende größer als im letzten Jahr.

Sein Vater stand als erster Gratulant am Einritt. Der hat mir immer gesagt, dass ich Druck brauche, um optimal zu reiten, so Thieme. Als er den Parcours verließ, fiel ihm der Besitzer von Narcos, Friedrich Biemann, um den Hals. Er ist bei jedem Turnier dabei, betreut sein Pferd selbst als Pfleger. Vom ersten Reindrehen der Stollen bis zum Füttern, alles macht er selbst. Er hat ein viel engeres Verhältnis zu seinem Pferd als ein normaler Pferdebesitzer. Auch Paul Schockemöhle, der Chef der Riders Tour, lobte Thieme: André brauchte kein Glück,sein Sieg war keine Sekunde in Gefahr.
Auch der Zweitplatzierte, Carsten-Otto Nagel aus Wedel bei Hamburg auf dem elfjährigen Holsteiner Calle Cool v. Concerto II, war mehr als zufrieden. Dass mein Pferd hier zwei makellose Nullrunden gegangen ist, war schon toll. Zumal mein Chef Michael Hertz als Tchibo-Chef ja auch der Hauptsponsor des Derbys ist. Das Turnier ist mehr oder weniger mein Hausturnier. Ich habe vor allem den Wall geübt, das war die richtige Entscheidung. Mein Pferd blieb ganz cool, das ist nicht immer so. Bereits im Jahr 1999 hatte Nagel das Blaue Band mit Wienerwirbel gewonnen.
Obwohl die großen Namen im Derby weitgehend fehlten, gelang es fünf Reitern, ohne Abwurf über den 1230 Meter langen Traditionskurs mit 17 Naturhindernissen zu kommen. Wir müssen im nächsten Jahr wohl die Zeit runtersetzten, unkte Turnierleiter Volker Wulff. Dadurch würden Abwürfe und Zeitfehler provoziert. Allerdings schieden auch zwölf Reiter, ein Drittel des Starterfeldes,nach Verweigerungen und Stürzen aus. Von den fünf Reitern, die das Stechen erreichten, stammten drei aus Mecklenburg-Vorpommern. Für die Reiter aus dem Osten ist das Derby mehr als für den Rest der Republik der Jahreshöhepunkt, auf den gezielt hingearbeitet wird. Die besonderen Hindernisse, wie der Große Wall oder Pulvermanns Grab, werden ausgiebig geübt. Im Stechen allerdings ritten Thiemes Landsleute, Matthias Granzow auf Antik und Thomas Kleis auf Zetor etwas kopflos, sodass mehr als die Plätze fünf und vier nicht drin waren. Platz drei ging an die Schwedin Linda Heed auf Columbus, auch sie war hier im Vorjahr schon erfolgreich und ihr Pferd gilt als Derbyspezialist. Anders geht es nicht mehr, darüber ist sich die Fachwelt einig. Für das Derby muss ein Pferd besonders trainiert werden und dazu sind immer weniger Topreiter bereit. Ludger Beerbaum musste Enorm wegen einerVerletzung zurückziehen, aus demselben Grund blieb Collin, der dreifache Derbysieger von Toni Haßmann, im Stall. Vom deutschen Olympiakader versuchte nur Christian Ahlmann sein Glück, er brachte den elfjährigen Perry Lee zwar ohne Abwurf über den Kurs, aber der Wallach musste erst überredet werden, sich dem Wassergraben zu nähern, das kostete genauso viel wie ein Springfehler, vier Punkte.
Der Chef der Riders Tour Paul Schockemöhle war dennoch mit dem Derby hochzufrieden. Es hat seine eigenen Gesetze, wir haben heute wirklich phantastischen Sport gesehen. Die Riders Tour wird am Derby festhalten, solange ich etwas zu sagen habe. Noch ein wenig Statistik: Das 79. Derby 2008 verzeichnete den 144. Nullfehlerritt, erst zum 5. Mal blieb eine Dame ohne Fehler. Zum 39. Mal gelang einem Reiter eine doppelte Nullrunde. André Thieme ist der 9. Reiter, der zum zweiten Mal in Folge gewann.
Als größter Mäzen des Derbyturniers erwies sich das Wetter: Bei strahlendem Frühsommerwetter fanden nicht weniger als 65.000 Zuschauer an fünf Tagen den Weg nach Klein Flottbek.

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